Ausgeglaubt: ein RefLab-Podcast

Ausgeglaubt: ein RefLab-Podcast

Transkript

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00:00:05: Herzlich willkommen zu einer ganz salbungsvollen Folge von Ausgeglaubt.

00:00:27: Wir sind heute nah am Wasser, gell Manu?

00:00:31: Wir sind nachem Wasser gebaut!

00:00:32: Genau ich sehe ja auch du hast schon deine Badekappe montiert hier.

00:00:38: Natürlich, natürlich!

00:00:40: Und die Schwimmflügel...

00:00:42: Ne, scherz bei seine

00:00:43: Badeende!

00:00:46: Scherz beiseite, das ist ein Song den wir heute besprechen der sich tatsächlich um diese Metapher des Wassers herum gebildet hat.

00:00:58: Ein Song von einem Musiker den wir letztes mal schon zur Sprache gebracht haben.

00:01:04: ich habe dann gemerkt du hast ja eigentlich letztes Mal Albert Frey den Textor und Komponisten dieses Lieds schon sehr weit vorgestellt.

00:01:16: Ja, weil der natürlich mit dieser ganzen Feiert Jesus Reihe zusammenhängt und da hat unser Lied ja das wurde er dort publiziert.

00:01:28: aber jetzt sind wir schon wieder bei Albert frei.

00:01:31: vielleicht magst du noch mal ganz kurz ein paar Infos geben.

00:01:36: Ja, also der ist Baujahr.

00:01:38: Er kommt aus Ravensburg oder aus der Nähe von Ravensburger.

00:01:45: und hat sich da etabliert.

00:01:47: Als Sänger, Songwriter als Musikproduzent auch ist er eben sehr einflussreich geworden.

00:01:54: im deutschsprachigen Raum kommt aus einem katholischen Hintergrund, katholischarismatische Erneuerung eigentlich und hat bei dieser christlichen Rockband Effata mitgesungen das finde ich übrigens auch witzig.

00:02:11: Martin Pepper nächste Woche das Gespräch mit ihm veröffentlichen.

00:02:17: Und das darf ich schon vorweg sagen, er hat ja dann gestanden bei in einer Band oder einer Low Price Formation namens Freudenöl mitgespielt zu haben.

00:02:32: Das mit den Namen hatten die nicht ganz im Griff damals.

00:02:36: Es ist einfach witzig weil jetzt wage ich mich ein bisschen aufs Wasser aber Ich habe das so in Erinnerung.

00:02:44: Das ist doch dieses arameische Wort, dass Jesus dem taubstummen Mädchen zuspricht irgendwie öffnet dich oder nicht?

00:02:55: Ist es nicht dieses... Ja ich glaube,

00:02:57: ja, genau.

00:02:58: Das spricht er

00:02:58: hier irgendwie zu um dann ihre Ohren wieder zu öffnen und ich finde's einfach witzig wie solche christlichen Bandnamen zustande kommen und die teilweise relativ schlecht altern Das stimmt.

00:03:14: Ja, und wenn ihr mehr wissen wollt zu Arbeit Freitänen haben wir wirklich in der letzten Folge ganz ausführlich vorgestellt.

00:03:21: das heißt wir werden jetzt eigentlich frei mitten ins Wasser zu hüpfen und mit diesem Song anzufangen.

00:03:31: Manu vielleicht mal wo hast du das Lied zum ersten Mal gehört?

00:03:35: weißt du es noch?

00:03:37: Ganz genau kann ich es nicht terminieren, aber das kommt schon auch aus meiner Jugendzeit.

00:03:45: Ich habe da eine Zeit lang in einer sehr charismatisch angehauchten Jugendgruppe teilgenommen und verantwortlich mitgewirkt.

00:03:54: Da haben wir das Lied zum Beispiel ganz oft gesungen.

00:04:02: Wie soll man sagen?

00:04:04: Sagen umworbenen Bibelschulzeit, die ich im Glaubenszentrum Bad Gandersheim absolviert habe.

00:04:12: Da gehörte das wirklich so zu den Standards.

00:04:16: Da wurde das ganz, ganz oft gesungen.

00:04:18: Ich habe das auch erlebt in Konferenzen.

00:04:21: Das Lied muss man auch sagen, dass funktioniert auch wirklich so in Anführungs- und Schlusszeichen, dass das transportiert atmosphärisch wirklich etwas.

00:04:31: Bei großen Konferenz wurden das angespielt Und schon bei den ersten Takten Merkte man wie da die Konferensbesucher Die Menge irgendwo in Wallung gekommen ist und aus voller Kehle gesungen hat.

00:04:46: Also das ist schon, wer das mal anhören will... Das gibt es auch auf Spotify.

00:04:53: Wir haben

00:04:54: ein Wort dazu!

00:04:55: Ein Wort dazu nicht den katholischen Chorhörn dazu weil das ist dann wirklich so ein krächzendes Lied wo du denkst scheiße da ist wirklich alles ganz dürr und vielleicht schon niedergebrannt.

00:05:08: nicht diese Version wählen.

00:05:10: Also der katholische

00:05:11: Chor ist kein guter Interpret für diesen Song.

00:05:15: Okay, okay!

00:05:16: Gut dann hast du dich ja schon mehr eingehört als ich.

00:05:19: Ich hab mich jetzt gerade erinnert erstens unsere Hörerin und Hörer mal wieder aufmerksam zu machen auf unserer Spotify Playlist Und zweitens habe ich mich daran erinnerte dass sich die aktualisieren sollte... Du sollst

00:05:34: sie aktualisiere?

00:05:34: Ja

00:05:35: ob

00:05:35: dieses Lied schon... Ach

00:05:36: siehst du das muss ich jetzt noch dran... aufstellen.

00:05:40: und dann versuche ich eben nicht diese Version zu nehmen.

00:05:43: Nein, wirklich

00:05:44: nicht!

00:05:46: Sie wird ziemlich weit oben angezeigt aber das ist ein Irrtum.

00:05:51: Manu du hast gesagt du kennst das Lied von so Konferenzen der ganz großen Stimmung und den Volksmassen.

00:05:58: Ich kenne es natürlich wieder aus diesen Abend Gottesdiensten aus der Kirchgemeinde in Lausen hatte so eine Inszenierung, wo man so ganz leise angefangen hat und dann haben die Leute immer wie lauter gesungen.

00:06:16: Das hat man irgendwie bis ins Koma wiederholt.

00:06:20: Ich weiß nicht, wie oft das hintereinander gesungen wurde Aber es hat natürlich ne Kraft, oder?

00:06:27: Und gerade wenn das immer lauter wird, das nimmt dich so richtig rein

00:06:32: Ja, ja.

00:06:34: Witzigerweise kann ich mich erinnern dass unsere Musiker das Lied ganz gerne gespielt haben weil es sich wohltuend vom Rest der vier Vierteltakt-Lieder abgehoben hat.

00:06:47: Es ist nämlich wenn mich meine Musiker meine bescheidene Musikkenntnisse nicht verlassen Es ist in drei Vierteltag geschrieben Und das ist irgendwie, es hat einen anderen Groove.

00:07:07: Das war sehr erfrischend für all diese Bands die eigentlich viel mehr drauf hätten als die drei Standard-Akorde, die es im No Price gibt.

00:07:17: Die haben sich immer gefreut ach mal wieder was im Dreivierteltakt!

00:07:21: Ja ich glaube so in der Warship Szene ist man mit wenig zufrieden, gell?

00:07:29: Das ist jetzt ein bisschen böseartig.

00:07:35: Man muss ja sagen, alle Musik die auf Massentauglichkeit geschrieben wird und auf Mit-Singen geschrieben wird.

00:07:45: Die hat notwendigerweise, wird das irgendwo einfacher auch ein Stück weit voraussehbar?

00:07:52: Das gilt nicht nur für Worship und auch nicht nur Schlager!

00:07:55: Das gilt natürlich auch zum Beispiel für Coldplay oder alles was Stadion tauglich sein soll.

00:08:02: Da muss man eigentlich dann zumindest bei den Melodien die es mitzusingen gilt muss man halt wirklich runterbrechen sonst verliert man die leute.

00:08:12: ja

00:08:14: das hast du jetzt schön erklärt danke wir haben uns ja schon ein paar mal lustig gemacht über diese wasser metapher die immer wieder vor kommt.

00:08:25: bei worship songs jetzt hier in diesem fall bei diesem lid hat ja Ich will jetzt nicht sagen, eine Berechtigung.

00:08:32: Das meine ich eigentlich gar nicht, ob das eine Berechigung hat oder nicht.

00:08:37: Sondern es nimmt ja direkt ein biblisches Motiv auf.

00:08:41: Ist mir aufgefallen nämlich aus dem Johannes Evangelium und da ist Jesus bei dem Laubhüttenfest dabei.

00:08:53: Also zuerst will er da ja nicht hingehen, weil er sich nicht der großen Masse aussetzen will.

00:08:58: seine Zeit ist noch nicht gekommen er darf noch nicht sterben.

00:09:02: dann geht er doch hin und taucht quasi am Höhepunkt des Festes auf an diesem letzten Tag und sagt da dass diejenigen, die an ihn glauben von denen wird lebendiges Wasser ausgehen.

00:09:19: Also es geht doch nicht darum, dass die lebendiges Wasser empfangen sollen.

00:09:23: Sondern die selbst spenden quasi lebendige Wasser!

00:09:28: Ja, es geht eben nun beides.

00:09:30: Er sagt ja wenn jemand dürstet komme er zu mir und trinkt.

00:09:34: Es geht auch um Quasi Jesus stillt den Durst.

00:09:37: und dann quasi im Sinne einer Überbietungslogik oder im Sinne eine Umkehrung wird dann gesagt wer an mich glaubt Aus dessen Leib werden ströme lebendigen Wassers fließen?

00:09:53: Genau, ich lese das mal vor einem Zusammenhang.

00:09:55: Aber am letzten dem höchsten Tag des Festes trat Jesus auf und rief Wenn der dürstet er komme zu mir und trinke.

00:10:04: wer an mich glaubt von dessen leib werden wie die Schrift sagt Ströme Lebendigen Wasser Fliesen.

00:10:13: Und dann heißt es Das ist für unseren Songtext auch noch wichtig.

00:10:17: Dies aber sagte er von dem Geist, den die empfangen sollten.

00:10:21: Janin Glauben also der Bezug zum Geist der ja im Lied auch hergestellt wird Der ist hier auch schon da.

00:10:29: Ja genau

00:10:30: Und ich finde, was ich halt faszinierend finde an dieser Stelle ist diese doppelte Bewegung.

00:10:35: Weißt du das?

00:10:37: Jesus ruft die Leute zu sich um ihren Durst zu stillen und dann spricht er ihnen zu aus euch heraus werden ströme lebendigen Wasserspießen!

00:10:47: Das erinnert mich extrem auch an die Metapher des Lichts.

00:10:52: Da sagt Jesus ja auch an einer Stelle der Welt.

00:10:58: Und an anderer Stelle kann er dann genau das seinen Jüngern zusprechen und sagen, ihr seid Bergpädigt oder ihr seid das Licht der Welt?

00:11:07: Und so ein bisschen ähnlich sehe ich das hier auch.

00:11:10: Also Jesus sagt quasi implizit Ich bin die Quelle lebendigen Wassers und spricht den Leuten zugleich zu Ihr selbst werdet zu einer solchen Quelle.

00:11:22: Ja genau Das machte Songtext ja nicht.

00:11:25: Also der Sonntagst bleibt sehr stark bei dieser Bedürftigkeitshaltung.

00:11:31: Also quasi eher eine Reaktion auf den Ruf kommt her zu mir, die er durstig seid oder?

00:11:38: Das kommt im Lied ganz stark vor.

00:11:40: also oh Herr gieße Ströme des lebendigen Wassers aus.

00:11:44: Und dann auch gerade in der Strophe, das hat ja was sehr Klagendes, Bittendes.

00:11:51: Auch wenn es heißt sie unser dürres Land hört uns erschreien nur deine starke Hand kann uns befreien.

00:11:57: Lass Wasser fließen her von deinem Thron, gieß aus in unser Land den Lebensstrom.

00:12:03: Also da sind wir ganz stark auf der Seite der Bedürftigkeit also dessen was wir brauchen nicht das was dann quasi aus dem Glauben heraus entstehen kann oder ausgeht.

00:12:15: Ja ja das stimmt dass ist die seite die da betont wird.

00:12:21: Auch alttestamentliche Referenzen dieses lebendige Wasser, das kommt ja auch bei den Propheten immer wieder vor.

00:12:29: Das ist schon in dieser Vision des messianischen Friedensreiches

00:12:34: usw.,

00:12:35: da kommen diese Metapher des Wassers oder des lebendigen Wassers auch schon vor.

00:12:43: und wie du sagst, wir können ihn ja dann persönlich fragen.

00:12:46: Wir haben mit ihm ja noch ein Gespräch vor mit Albert Frey welche Bibelstelle ihn da besonders inspiriert hat.

00:12:53: es ist nahe bei Johannes sieben die Stelle die du vorgelesen hast.

00:12:58: Es ist natürlich auch sehr nahe Bei Johannes vier diese Geschichte der Frau am Jakobsbrunnen die da Wasser schöpft Und Jesus spricht sie an.

00:13:12: Wenn du wüsstest, wer ich bin dann hättest du um lebendiges Wasser gebeten und da sagt er ja auch sowas ähnliches.

00:13:20: Also jeder der von diesem Wasser des Brunnen trinkt den wird wieder dürsten.

00:13:26: Wer aber vom Wassertrinkt das Ich ihm geben werde?

00:13:30: Den wird nicht dürsten in Ewigkeit.

00:13:32: und dann kommt eben der springende Punkt sondern dass Wasser das ich ihm geben werden wird ihn eine Quelle des Wassers werden.

00:13:40: ewige Leben quillt.

00:13:41: Also da ist wieder diese Bewegung, die aber wie du sagst in dem Lied von Albert Freiströme des lebendigen Wassers wird quasi der erste Teil betont.

00:13:54: Gott ist derjenige Durst stillt und es wird ja noch ausgeweitet.

00:14:01: Es ist nicht nur individualistisch formuliert, sondern es geht um das Dürrelandes.

00:14:07: Man könnte sagen ein Gebet eines Volkes oder so.

00:14:13: In dieser Johannes-Stelle bei Johannes sieben wird ja Bezug genommen auf das Laubhüttenfest.

00:14:22: Die

00:14:23: Idee war, dass in diesem Laubhüttenfest die Priester täglich am Teich Wasserschöpfen und das dann zu einem Brandopfer bringen.

00:14:36: Das machen sie jeden Tag in diesem Fest und wahrscheinlich stand es so im Zusammenhang mit der Regenzeit, die nach dem Laub-Hütten fest folgen sollte.

00:14:50: Fruchtbarkeit, um Regen der Segen bringt im Sinne von die Landwirtschaft kann funktionieren oder da kann geerntet werden.

00:15:02: Und das musste immer wieder gemacht werden.

00:15:04: also das war etwas was sich Jahr für Jahr und aber auch am Fest Tag für Tag wiederholt hat.

00:15:12: Das ist natürlich schon eine Provokation wenn sich Jesus dahin stellt als er sich so vorstellt und sagt ja Wisst ihr, bei mir läuft das ein bisschen anders.

00:15:24: Das braucht ihr einmal und dann habt ihr lebendiges Wasser und zwar so viel, dass es aus euch rausquillt quasi oder?

00:15:30: Ja ja ja!

00:15:32: Also von dem her finde ich das eigentlich eine geniale Übertragung.

00:15:36: also egal ob das so passiert ist oder nicht ist eigentlich wurscht.

00:15:39: aber sich zu überlegen, dass bei Jesus oder im Glaube an Jesus etwas liegt was nicht versiegt was sich ständig aus sich selbst speist, also quasi so wie ein Perpetuumobile.

00:15:57: Das ist ja schon ziemlich starkes Bild.

00:16:01: Ja das stimmt!

00:16:04: Es ist vielleicht auch wirklich eine Art Kreislauf der da in Gang gesetzt wird, Menschen die sich jetzt in meinen Worten wiedergegeben.

00:16:15: Die sich für die Gegenwart Gottes öffnen und dann ihnen selbst etwas aufbricht und sie dazu führt irgendwo ein verändertes Leben zu führen das dann wieder sich dieser Gegenwart Gottes annäher, das ist irgendwie so im besten Sinne zumindest.

00:16:41: Ist es so eine sich selbst verstärkende Bewegung irgendwo die angesprochen wird?

00:16:50: Ja

00:16:51: ich glaube halt in der Zeit wo man von Landwirtschaft wirklich existenziell abhängig war also sind ja heute noch ganz viele Menschen von Land Wirtschaft existenzieell abhängigt.

00:17:03: aber wir haben ja selten irgendwie noch eine Vorstellung, ob da jetzt ne Dürre ist oder ob es zu viel Regen gibt.

00:17:12: Das kümmert uns ja kaum in Westeuropa.

00:17:15: aber so in der Zeit wo du wirklich davon abhängst ob da geerntet werden kann oder nicht ist das wahrscheinlich etwas was ganz tief in den Menschen drin sitzt um das Wetter zu beobachten und zu schauen ob da Ernte kommt oder nicht also etwas was einen immer wieder beschäftigt.

00:17:34: Da hat das Bild wahrscheinlich nochmal eine ganz andere Kraft zu sagen.

00:17:37: Weißt du, bei mir ist es ein für alle Mal und es ist dann gut und du hast es im Überfluss.

00:17:44: Das ist schon

00:17:45: ziemlich krasses Bild!

00:17:47: Ja, das stimmt natürlich.

00:17:50: Dass die ganze Wassermetaphorik oder Regenmetaphorik auch für eine Agrargesellschaft natürlich sehr viel existenzieller von Bedeutung war als jetzt für uns ist – auch wenn ich mich gerade erinnert habe im Zusammenhang des Ukraine-Kriegs da wurde ja immer wieder von der Kornkammer Europas gesprochen und da sind dann wirklich auch nicht unbedingt in klimatischem Zusammenhang aber die Sorgen um den Ausfall der Ernte, beziehungsweise um den aus Fall der Transportströme usw.

00:18:27: Das hat dann sogar die Europäer erreicht, die noch nie einen Bauernhof von ihnen gesehen haben und sich dann doch angefangen haben Sorgen zu machen.

00:18:38: was ist denn wenn so ein Land das international Menschen mit Weizen, mit Korn versorgt hat wenn so ein Land plötzlich abgeschnitten ist und so.

00:18:54: Das hat mich gerade ein bisschen erinnert weil das für Leute damals natürlich ganz existenziell war.

00:19:00: jetzt in Bezug auf den Regen wieder dass eben dieser Kreislauf im Gang bleibt und nicht... Ja

00:19:07: voll!

00:19:10: Es waren dann eher die Warenströme die problematisch waren.

00:19:14: Und obwohl es natürlich global gesehen immer noch wirklich ganze Regionen gibt, die von Tür oder Regen abhängig sind ist das ja etwas was uns kaum bewusst ist.

00:19:26: also wir fahren zum Supermarkt und haben dort alles und vielleicht kostet es zwanzig Rappen mehr oder weniger.

00:19:33: aber so wirklich merken tut man das kaum.

00:19:35: Ich habe so bei mir selbst gemerkt, wenn ich an Wasserströme denke, dann hat das als erste Assoziation immer eher etwas Bedrohliches.

00:19:47: Also die Ahre könnte über die Ufer treten oder ich lebe in Bern und da denkst du ja es könnten eine Überschwemmung geben und dann ist das Mathequartier wieder unter Wasser.

00:19:57: weißt du sowas?

00:19:58: Aber diese ... Vorstellung von Wasserknappheit.

00:20:02: Und die gibt ja, also die gab es jetzt diesen Sommer wieder ganz extrem!

00:20:06: Also ich war in Italien in den Ferien und da war wirklich Wasserknappheit.

00:20:10: In den USA gab's ganze Gebiete wo Wasser rationiert werden musste.

00:20:17: War dann ganz, ganz schwierig für die Promis-und reichen Menschen wie ihre Puls nur noch alle drei Tage befüllen durften.

00:20:24: aber

00:20:26: so mir persönlich als Bild ist eher die Überschwemmung nahe bei Wasserströmen und nicht die Knappheit.

00:20:34: Das spiegelt sich aber natürlich im biblischen Gebrauch der Begriffe für Wasser auch wieder, also Wasser ist ja sehr ambivalent in der Bibel.

00:20:46: Wasser gilt ja auch als Quelle der Zerstörung oder sogar als Kraft des Chaos, also die ganzen, wie heißen sie der Leviatan?

00:21:00: Der aus dem Wasser kommt.

00:21:02: Das Wasser steht ja für eine Unheißmacht.

00:21:05: auch eben gerade im Alten Testament in vielen Psalmen wurde das eben auch als bedrohlich gesehen weil man die Macht und die Wucht und die zerstörische Kraft von Überschwemmungen usw.

00:21:18: gekannt hat aber eben gleichzeitig... Ja, die alte

00:21:21: Geschichte, gell!

00:21:22: Also alles Leben ausgelöscht wird bis auf die Partiere und noch als Familie.

00:21:31: Da spiegelt sich dieses Bewusstsein für die Zerstörungskraft des Wassers, aber dann eben auch im positiven oder das Bewusstsein wie angewiesen man auf den Regen ist.

00:21:44: Also das ist natürlich was anderes als heute wenn Regen praktisch equivalent ist mit Scheißwetter wo man sagt auch jetzt wieder und früher sind die Leute haben in den Straßen getanzt wenn wieder Regen fiel weil wusste, wie sehr man davon abhängig ist.

00:22:05: Ja und das Lied um darauf zurückzukommen spielt natürlich mit diesen Metaphern die in biblischen Zeiten vielleicht noch sehr viel stärker mit Leben oder mit Bedeutung gefühlt waren als als bei uns jetzt, da ist ja dann auch vom düren Land die Rede.

00:22:30: Und das Ganze ist natürlich metaphorisch gemeint – das seelische oder geistlich-düre Land, dass uns eben zum Schreien nach Gott bringt.

00:22:42: und dann das Wasser, das vom Thron Gottes ausfließt.

00:22:47: Übrigens finde ich eine sehr klare Anspielung

00:22:51: auf

00:22:52: den letzten beiden Kapitel der Bibel auf Offenbarung XXI und XXII dann, wo eben der Thron Gottes beschrieben wird von dem aus dieses Wasser strömt das zu Heilungen der Nation dient bzw.

00:23:09: dass die Bäume wässert und deren Blätter dieser Bäume dienen zur Heilung der Nationen.

00:23:17: Das ist ja so ein Bild, das in der Offenbahrung vom himmlischen Jerusalem gezeichnet wird.

00:23:23: diese Wasserströme, die vom Thron Gottes ausgehen eine entscheidende Rolle.

00:23:29: Da finde ich ist sein klarer Bezug da in unserem Lied.

00:23:33: Ja ganz eindeutig weil ich habe mich schon ein bisschen gefragt woher das jetzt kommt dass vom Throne Gottes Wasser fließen soll?

00:23:41: Das ist ja ne Metapher die auch ziemlich schräg wirken kann oder?

00:23:46: Wenn man sich so Gott mit dem großen weißen Bart auf einem Drohnen vorstellt und da kommt jetzt Wasser raus, dann denkt man eher an Inkontinenz.

00:23:56: Also etwas lebensspendendes...

00:23:58: Oh

00:23:58: Gott!

00:24:00: Stefan!

00:24:01: Da hast du mir wirklich weitergeholfen mit der Offenbarungstelle?

00:24:04: Ja sehr gerne!

00:24:07: Sehr gerne!

00:24:10: Aber lass uns doch noch mal ... Ich würde mit dir gerne über dieses Motiv dahinter noch sprechen, weißt du diese Sehnsucht nach den strömen lebendigen Wassers die da das düre Land wieder bewässern.

00:24:27: Das ist ja eigentlich eine Erweckungssehnsuch die sich an dieser Stelle artikuliert und das finde ich auch ein bisschen... typisch oder kennzeichnend für die Zeit, aus der das Lied stammt.

00:24:40: Also in den Fünfen und Neunzig wurde das verfasst oder veröffentlicht wenn es mir recht ist.

00:24:46: Und so die neunziger Jahre habe ich natürlich auch ganz entscheidend eben auf dieser Bibelschule in Deutschland erlebt.

00:24:56: aber da habe ich das zumindest so empfunden dass diese Erweckungssehnsucht in finstlich charismatischen Kreisen vor allem enorme ein enormes Momentum aufgenommen hat.

00:25:09: Man hat gebetet und gepfleht, man hat gesungen und gekämpft für Erweckung in Deutschland.

00:25:16: Ich habe das wirklich hautnah miterlebt wie die ganze Bibelschule an der ich war.

00:25:21: Die hat sich verstanden eigentlich nur als ein Instrument um Wir beten, um in Deutschland diese Erweckung herbeizu.

00:25:42: singen und herbei zu beten und dabei zu kämpfen.

00:25:46: Und das ist, finde ich auch... Ich spüre das zumindest im Hintergrund dieses Liedes eben diese ströme lebendigen Wassers die das Dürer Land durchfluten und dann eben wieder dieses tote Land, diese gottferne Bevölkerung wieder beleben.

00:26:08: Ja

00:26:08: aber weißt du vielleicht war es ja gar nicht nur.

00:26:11: Also wenn man es ein bisschen von der einzelnen Bibelschule löst, da weiß ich nicht wie's war.

00:26:17: Aber insgesamt war es natürlich schon so eine Stimmung.

00:26:20: alles ist möglich oder?

00:26:23: Fünfundneinzig sind wir sechs Jahre nach dem Fall der Mauer und das muss eine krasse Zeit gewesen sein.

00:26:31: Ich habe das als kleines Kind miterlebt aber aus Erzählungen weiss ich dass Niemand damit gerechnet hat, dass die Mauer einfach so fallen wird.

00:26:43: Schon gar nicht ohne irgendwie ganz schreckliche Gewalt oder kriegerischen Konflikt.

00:26:49: und dann hast du also den Fall der Mauer in Berlin.

00:26:55: Plötzlich bricht... ich sage das jetzt extra etwas karikierend plötzlich bricht dieser ateistisch-kommunistische Dämon zusammen, wird ganz klein, verliert seine Bedrohung und vor der Tür steht aber das Millennium.

00:27:13: Also das neue Jahrtausend, dass anfängt!

00:27:15: Und ich glaube so, da ist es zusammengenommen also quasi... Ende des großen Konfliktes, des kalten Krieges der jederzeit zu einer atomaren Vernichtung der ganzen Menschheit hätte führen können.

00:27:32: und das neue Jahrtausend das anbricht.

00:27:34: Das könnte schon so ein Umfeld gewesen sein was da große Hoffnungen auch genährt hat.

00:27:40: Ja, also es war auf jeden Fall so wie ich das in Erinnerung habe.

00:27:44: War schon die Stimmung oder die Erwartung einer Zeitenwende?

00:27:49: Es war auch mit Bedrohlichem konnotiert.

00:27:52: Also du erinnerst dich ja wahrscheinlich auch noch an die ganze Panikmache wegen Millenium und so.

00:27:57: da wird dann alles zusammenbrechen.

00:28:00: Das gab's ja schon auch aber... Es war so geil

00:28:03: mit dem Inka-Kalender.

00:28:04: weißt Du das noch!

00:28:05: Ah ja!

00:28:05: Der Inka-Kalender, der irgendwie genau dann aufhört und deswegen haben wirklich Menschen geglaubt das ist jetzt das Ende der Zeit.

00:28:13: Ja also der Inka Kalender geht halt nicht weiter.

00:28:17: Das war's dann?

00:28:18: Ja dabei wahrscheinlich sind denen einfach die Steinplatten ausgegangen irgendwann.

00:28:24: Genau das wäre ein geiler Moment gewesen um Immobilien zu kaufen von so Inka Jüngern.

00:28:30: Die hätte mich ja zum Skottpreisen verkauft.

00:28:35: Ja, aber wir sind hier nur da gelandet!

00:28:38: Es war eine Stimmung der Erwartung einer Zeitenwende und geistlich spirituell gewendet hat sich das verbunden mit einer Sehnsucht danach dass Gottes Gegenwart noch einmal so richtig durchbricht christliche Postkristie, Kirchenferne, Europa oder Deutschland noch einmal überschwemmt wird von der Erkenntnis des wahren lebendigen Gottes.

00:29:10: Das war schon mit Händen zu greifen in der Szene, in der ich mich bewegt habe zumindest.

00:29:17: Ja

00:29:17: und jetzt im Rückblick muss man sagen how little did we know?

00:29:22: Also hat alles nicht geklappt!

00:29:26: Nein, also es gab... Also so wie man sich das vorgestellt hat.

00:29:31: Das kann man jetzt nicht schön reden.

00:29:34: So ist das nicht eingetroffen.

00:29:36: Es gab ganz bestimmte Aufbrüche hier und da.

00:29:40: Es gibt Bewegungen in alle Richtungen aber auch einen starken Abbruch der Kirchlichkeit und der

00:29:48: Glaubensseite.

00:29:48: Man wird in fünfzig Jahren nicht von Dessert-Great Awakening sprechen an die neunzigere und nullen Jahre denken, oder?

00:29:58: Nein.

00:30:01: Also stimmt ja, ich fände es halt ein spannendes Gedankenexperiment.

00:30:06: Wenn wir uns so fragen würden von welcher Art der Erweckung würden wir denn träumen oder was würden wir uns denn?

00:30:15: Welche Art der erweckungen würden wir Uns wünschen für unser Land oder für Europa?

00:30:21: also man müsste das ein bisschen lösen.

00:30:24: jetzt von den von dem Phänomen der Erwägungen wie sie eben in England und in den USA im Zuge dieses Great Awakenings geschehen sind.

00:30:36: Die hatten ja ein ganz bestimmtes Gepräge auch, aber wenn man sich jetzt so ein bisschen von diesen Vorstellungen löst und sich fragt was für eine Art von Erweckung würden wir uns denn wünschen?

00:30:49: Weil der Begriff hat Erstaunliche Karriere gemacht.

00:30:55: Also heute spricht man ja von Revival in allen möglichen Hinsichten, auch in der Wirtschaft, in der Werbekultur und wo auch immer.

00:31:06: Man spricht auch von Erweckung also zumindest... sinngemäß in den ganzen Querdenkerkreisen um die Corona-Zeit hat man ja auch diesen Weckrufwacht auf ihr Schlafschafe und so.

00:31:23: Also das sind ganz, ganz verschiedene Erweckungssehnsüchte im Gange!

00:31:29: Ja?

00:31:33: Ich versuche mich danach auch gleich darauf einzulassen.

00:31:37: Erweckung ist für mich natürlich ganz generell ein sehr, sehr schwieriges Wort weil es ja irgendwie suggeriert dass wir alle noch schlafen.

00:31:47: Ja klar sonst funktioniert die Metapher nicht.

00:31:50: Genau und wenn ich jetzt so ganz spontan sagen sollte ja wo verpennen wie es gerade dann denke ich schon an solche Dinge wie die Klimaerwärmung.

00:32:03: Das finde ich tatsächlich etwas, wo ich denke ja das geschieht vor unseren Augen.

00:32:08: Es gibt überall Prophetinnen und Propheten die Banner hochhalten und das ganz laut rufen.

00:32:15: es liegt quasi auf der Hand dass da was ist.

00:32:19: und trotzdem kommt dieser große Turn der jetzt irgendwie alles umstellt der sich diese Sache wirklich stellt.

00:32:29: er ist irgendwie nicht sichtbar.

00:32:33: Ich könnte jetzt auch nicht sagen, ich rechne damit, dass das in den nächsten fünf Jahren passiert.

00:32:37: Irgendwas.

00:32:39: Ich habe manchmal wirklich das Gefühl, dass wir daran scheitern werden, dass sie so ignorant sind und diese Anpassung, diese Veränderungen nicht schaffen.

00:32:53: Wir leben in einer Zeit, wo wir wissen, dass unsere natürlichen Ressourcen nachhaltig zerstören werden Und in Deutschland ist es ein großes Thema, gerade in der Parteipolitik drüber zu sprechen ob's ein Tempolimit auf Autobahnen braucht.

00:33:12: Und das ist irgendwie so eine Ungleichzeitigkeit.

00:33:14: also irgendwie habe ich manchmal das Gefühl wir sind so auf eine aktuelle Herausforderung gestoßen aber machen das mit einem Mindset der fünftiger Jahre.

00:33:26: und Wenn du mich jetzt fragst, was würde ich mir wünschen?

00:33:31: Ich nenne es eine Erweckung, die irgendwie in Richtung geht das, was wir im Moment unter Verzicht oder Freiheitsbeschneidung oder Einschränkung nur immer diskutieren.

00:33:44: Also etwas wie ne neue selbstgewählte Freiheit, eine Autonomie im richtigen Sinn erleben und verstehen würden.

00:33:55: Ja, also meine Überlegungen gehen eigentlich in eine ähnliche Richtung.

00:33:59: Ich habe mir so gedacht die Erweckung nach der ich mich sehen würde in unserer Zeit ist jetzt weniger eine Erwecke aus dieser Welt heraus.

00:34:11: das war ja zumindest ein Aspekt der vergangenen Erweggungsbewegungen gewesen.

00:34:17: man muss da aber auch sagen Also im Zuge dieses Great Awakenings, da wurden ja nachweislich schon in den Erweckungen in England.

00:34:30: Da wurde zum Beispiel die Zahl der Alkohol... Krankenmenschen und drogensüchtigen Menschen.

00:34:38: Und der Obdachlosen wurde radikal reduziert im Zuge dieser Erweckungen, weil Menschen wirklich Veränderung und Hilfe erfahren haben in den Gemeinden

00:34:49: usw.,

00:34:50: also das hat wirklich bis hin zu ganz statistisch messbaren sozialen Folgen gehabt.

00:34:57: aber es hatte halt schon immer auch so ein bisschen dieses Flair von Ziehen uns aus der Welt!

00:35:06: zurück.

00:35:06: Und ich würde mir für heute eine Erweckung auf die Welt hinwünschen, also eine Erwägung, die jetzt nicht so sehr sich von der Abgrenzung lebt sondern die sich öffnet für die Gegenwart Gottes in dieser Welt – für die Schönheit und für die Menschenliebe Gottes, die sich an allen möglichen Orten in der Kultur- und Gesellschaft zeigt.

00:35:35: das geht in die Richtung, die du dich geäußert hast.

00:35:39: Die dann auch zu einer Bereitschaft führt für diese Welt und für diese Menschheit Sorge zu tragen selbst wenn es uns etwas kostet, weil das ist das was mich bei mir selbst und auch in dieser Gesellschaft dass mich immer wieder so anödet wenn ich merke.

00:35:58: Ich teile die Anliegen aber sobald es mich irgendetwas kostet da quasi geht's nach dem Motto Augen zu und durch und das kannst du ja bis hin ins Abstimmungsverhalten in der Schweiz bei allen möglichen Vorlagen kannst obachten, jeder findet irgendwie Klimaschutz gut und jeder findet Gleichberechtigung gut usw.

00:36:25: Und wenn du

00:36:26: eine Vorlage hast wusst ich was kostet oder?

00:36:29: Wenn sich irgendwas kostet, auch nur die Möglichkeit besteht dass es dich irgendwann mal etwas kosten könnte dann ist die Rückfallposition immer, lass es uns beim Alten bleiben.

00:36:41: Ich bin bis jetzt damit gut gefahren so und da würde ich auch sagen das sind wir ja auch irgendwie in einem Zustand der Ignoranz.

00:36:52: Da schlafen wir ja irgendwie schon.

00:36:54: weißt du?

00:36:54: Ja weißt Du und ich glaube auch dass hier der Begriff Gerechtigkeit zu einem ganz schlimmen Wort geworden ist Wenn es jetzt zum Beispiel darum geht, wir sollten CO² einsparen.

00:37:07: Irgendwie eine Steuer dafür machen oder?

00:37:09: Dann geht sofort die Debatte los wer dann das bezahlen muss und warum nicht die anderen und warum Nicht alle und Warum nicht irgendwie proportional zu dem was sie haben etc.

00:37:22: wenn man das vorstellen würde so in einem Mannschaftssport nehmen wir mal Fußball Und da würde sich jeder ständig fragen, ob er irgendwie diesen Laufweg noch machen muss.

00:37:31: Ob er diese Anstrengung unternehmen muss oder ob nicht jemand anders das tun könnte?

00:37:36: Die würden wirklich untergehen.

00:37:38: und ich glaube so unser Problem ist dass sich im Moment nicht ein Bild von Gesellschaft durchgesetzt hat, dass sich als Team versteht, dass zusammen ein Problem lösen will sondern eher als ein Sammelsurium von verschiedenen Interessengruppen, die ihre eigenen Interessen möglichst gut durchsetzen müssen und auf gar keinen Fall so dumm sein sollten hier mehr zu machen als die anderen.

00:38:06: Also da würde ich viel Potenzial sehen.

00:38:09: Nur was man schon sagen muss diese ganze Johannes Siebenstelle dieses Lied und diesen Text, die Erweckungsidee ja auch zurückgeführt haben.

00:38:21: Die spielt ja gerade damit, dass dieses Reich nicht von dieser Welt ist.

00:38:25: Also Jesus ist ja im Gespräch mit den Pharisäern und das wirklich so an Ironie kaum zu überbieten, Johannes sieben, der sagt die ganze Zeit Dinge wie mein Reiches nicht von diese Welt.

00:38:40: ich gehe zum Vater wo er mich nicht finden werdet.

00:38:45: Gegner von Jesus werden dann ständig so dargestellt, als die größten Dumpfbacken, die sich so ratlos anschauen und sich fragen.

00:38:52: Was meint er?

00:38:53: Wo will der hingehen wo wir ihn nicht finden?

00:38:55: Wir finden ihn schon!

00:38:57: Und ich glaube das ist etwas was auch zu dieser Idee gehört dass eben dieses Reich nicht einfach von dieser Welt ist.

00:39:09: Meine Frage wäre jetzt könnte nicht darin oder meine Vermutung wäre, dass darin eigentlich eine Chance liegen könnte.

00:39:17: Dass man sagt es geht jetzt nicht um Sachpolitik Es geht jetzt mal gar nicht darum Zunächst eine Idee zu haben wo Jesus du Wenn's ums Klima geht oder um Flug meilen oder irgendwas Sonst geht erstmal darum zu wissen das unser Leben aufgehoben ist an einem anderen Ort und von diesem ort her Das eigene leben und die Situation zu denken, in der wir drin stehen.

00:39:48: Und das würde dann auch heißen mit einer viel größeren Gelassenheit und Freiheit diesen Herausforderungen und Einschränkungen und allem zu begegnen.

00:39:57: Also quasi wenn du weißt dass diese Welt und dieses Leben und das wo du jetzt drin bist und deine Wünsche nicht das letzte und grösste und wichtigste sind Dann hast du dazu eine gewisse Freiheit.

00:40:10: Und ich meine, das Schöne ist ja wir müssen nicht wie die christlichen Märtyrer uns dann irgendwie in einem römischen Zirkus den Löwen zum Fraß vorwerfen lassen.

00:40:20: Sondern eigentlich genügt schon wenn wir mit einem guten Beispiel vorangehen und versuchen dem Planeten nicht ganz kaputt zu machen.

00:40:29: Ja, ja, ja... Ich finde jetzt das Framing noch interessant!

00:40:33: Ich habe zuerst ein bisschen gestutzt weil man natürlich diese Diese Jenseitigkeit des Glaubens oder diese jenseitigen Aspekte auch in eine ganz andere Richtung ziehen kann und gezogen hat.

00:40:47: Man könnte sagen, wenn das Reich Gottes nicht von dieser Welt ist gar nicht, um dass diesseits in letzter Konsequenz geht.

00:41:00: Dann spielt es ja auch keine Rolle was hier läuft und dann brauche ich mich ja eigentlich um die Schöpfung und das Klima gar nicht zu scheren weißt du?

00:41:09: Das könnte ja auch eine Folge sein!

00:41:11: Und Du hast das jetzt gerade umgedreht und hast gesagt wenn ich Dich richtig verstanden habe so dieses Bewusstsein...das was wir hier erleben ist nicht alles was es gibt.

00:41:25: Das kann zwar eine Gelassenheit inspirieren in diesem Leben, aber es kann auch die Bereitschaft inspirieren zu sagen dann habe ich hier nicht immer alles zu verlieren sondern kann mich investieren.

00:41:44: Kann auf etwas verzichten und so weil das und diesseits nicht die ganze Rechnung ist.

00:41:53: oder habe ich dich da falsch

00:41:55: verstanden?

00:41:55: Nein, nein.

00:41:56: Also genau darum geht es mir.

00:41:58: Wenn wir denken dass ein erfülltes glückliches Leben unsere Gesundheit unser Wohlstand all dies wenn das das größte isst was wir haben im leben bis wir eines Tages einfach das Licht ausgeknipst bekommen dann werden wir auch bereit sein dem alles zu opfern.

00:42:20: Auch die nachkommenden Generationen werden wir dem opfern, weil wir haben ja nur dieses eine Leben in dem wir uns verwirklichen können.

00:42:27: In den wir glücklich werden können und danach ist Ende aus.

00:42:32: Und da hat Nachhaltigkeit schon auch ne bestimmte Rolle wenn es um meine eigenen Garten und Die Umgebung geht in der ich lebe.

00:42:42: aber Es ist nicht etwas was wirklich wichtig ist Weil wirklich wichtig ist dieses eine Leben, dass ich irgendwie mit Erlebnissen und Glück aufzufüllen habe.

00:42:52: Und dem werde ich alles unterordnen.

00:42:54: Wenn ich aber sage nein mein Leben ist eigentlich nochmal an einem anderen Ort aufgehoben und da ist das Spiel entschieden und da bin ich safe und da brauche ich keine Angst zu haben etwas zu verpassen Kann ich eine ganz andere Gelassenheit haben, mit meinem Leben umzugehen und mich selbst als glücklich zu verstehen gerade indem ich auf Dinge auch verzichten kann?

00:43:18: Ja ja genau.

00:43:22: Das finde ich sehr stark das so zu stricken und eben die Jenseitigkeit der Hoffnung oder des Glaubens nicht zu einem Grundwehren zu lassen, sich um das Diesseits nicht zu scheren.

00:43:40: Sondern zu einem Motiv eben im Diesseits auch frei zu sein einzusetzen und nicht einfach alles herauspressen zu wollen aus diesen Jahren, die einem hier gegeben sind.

00:43:58: Genau!

00:43:59: Weil ich glaube immer wir sind dann besonders schlecht oder gefährlich als Menschen wenn wir denken dass alles da auf dem Spiel steht.

00:44:10: also wenn du jetzt eine Mitarbeiterin Mitarbeiter hast der sich ganz über seinen Job definiert Dann denkt man zunächst vielleicht ah das ist noch cool Aber es geht eh immer schief.

00:44:21: Also wenn jemand nicht noch ein Freundeskreis, eine Familie, irgendein Hobby oder irgendwas hat was ihm daneben ganz wichtig ist dann ist eins schon sicher er wird sein Projekt gegen die Wand fahren.

00:44:36: Es geht gar nicht anders weil in diesem Projekt steht alles auf dem Spiel und das kann nie so perfekt sein wie es soll.

00:44:43: Und ich glaube so, das kann man auch auf ein ganzes Leben übertragen.

00:44:46: Also wenn dein Leben alles ist was du hast dann wirst du notwendig in deinem Leben verlieren.

00:44:54: also du wirst dieses leben verlieren Wenn es alles isst was du hasst.

00:44:58: Ja

00:45:00: Ich glaube auch dass das hat damit zu tun mit diesem Jesus Wort wer sein Leben gewinnen will wird es verlieren oder?

00:45:07: Das wir gerade auch in sie kommen.

00:45:09: ja

00:45:09: weil das ist letztendlich eine Perspektive da hast du keine Coolness mehr gegenüber deinem eigenen Leben.

00:45:17: Du hast keine Relativität mehr, keine Möglichkeit das in Beziehung zu setzen mit dem was wirklich zählt?

00:45:26: Ja ja genau!

00:45:26: Du hast auch keine Distanz mehr.

00:45:28: Du bist dann halt nur dieses eine Leben und das finde ich sehr stark hilfreich.

00:45:37: Ich weiß nicht mehr genau, auf welchem Weg wir jetzt von dem Lied reingekommen

00:45:40: sind.

00:45:41: Die Frage war welche Erweckungsbewegung wie uns wünschen würden und ich hatte eine gewisse Skepsis gegenüber Erwägungsbelegungen weil es heißen würde wir schlafen aber ich glaube eigentlich müssen ihr gar nicht aufwachen sondern realisieren dass wir sicher sind das unser Leben aufgehoben ist an einem Ort ja und wir nicht alles kaputt machen müssen um happy zu sein.

00:46:04: Ja Was ich spannend finde ist, dass wir jetzt über einen relativ großen Weg, gedanklichen Weg eigentlich bei einer sehr wörtlichen auch Interpretation dieses Liedes gelandet sind.

00:46:19: Sie unser dürres Land also das hat ja auch mit der drohenden Klimakatastrophe zu tun, das eben an manchen Orten das land ausdürrt und dann anderen Orten das Land überschwemmt wird.

00:46:42: Was wären dann Ströme des lebendigen Wassers, die da helfen?

00:46:46: Das wäre die Frage also, wonach sehnt man sich eigentlich wenn man dieses Lied wirklich singt?

00:46:51: weil ich glaube es kann halt zwei Dinge heißen so dass eine und das ist auch im Lied mindestens als Möglichkeit angelegt, ist so quasi auf die starke Hand Gottes zu hoffen oder nur deine starke hand kann uns befreien.

00:47:07: Das könnte man auch so verstehen mit hey das geht hier eh alles vor die hunde.

00:47:11: greif mal ein lieber über Papigott und regle die Dinge die uns entglitten sind.

00:47:19: Das ist auch

00:47:20: emotiv

00:47:20: dass immer wieder vorkommt in der Bibel.

00:47:22: also es ist nicht völlig absurd.

00:47:25: Aber ich glaube, man kann es auch anders verstehen.

00:47:27: Man könnte sagen hey mach uns doch zu geistreichen Wesen also zu wesen die nicht einfach effektiv und aus Angst heraus handeln sondern wirklich als freie Menschen in dieser Welt davor uns liegt und die wir gestalten können, etwas verändern können einen Unterschied machen können.

00:47:50: Etwas zum Guten wenden können.

00:47:52: Also die Frage ist bitte ich in diesem Lied darum dass sich empowert werde oder habe ich irgendwie immer noch diese passive Vorstellung das ich sowieso nichts tun kann?

00:48:03: Und der liebe Gott wird es dann schon richten.

00:48:08: Ich glaube für die Fassung des Empowerments spricht auch diese Zeile in refrain, die Kraft des Heiligen Geistes aus.

00:48:23: Das erinnert ja natürlich an Pfingsten, an diese Ausgießung des Heilige Geistes, die zu einer nie da gewesenen Ermächtigung des Volkes, der Menschen geführt hat.

00:48:41: Menschen wurden befreit begabt, wurden ermutigt sich zu äußern, sich zu Menschen zu begeben ihnen, zu helfen ihnen das Evangelium zu predigen und so weiter.

00:48:59: Das ist ja eine... Die ganze Pfinst-Story isst ja eine unglaubliche Ermächtigung Geschichte.

00:49:06: Und das lese ich da schon auch raus?

00:49:08: Ja genau und es ist aber auch ein Wunder, dass Menschen etwas hören können was sie vorher nicht gehört haben oder also sich hören Fremde in fremden Sprachen sprechen und fragen sich was da passiert und Petrus legt das aus und da wird etwas gehört was vorher nicht da war.

00:49:30: Also da kommt auch wirklich etwas Neues auf die Menschen zu.

00:49:34: Deswegen, ja wir können jetzt auf diese Zielgerade einbiegen.

00:49:40: Das wäre natürlich ein Lied das wunderbar zum Pfingsten passt würde ich auch sagen

00:49:46: Ja absolut.

00:49:47: Also

00:49:47: so ein richtiges Pfingstlied oder?

00:49:52: Und also würde ich aber auch sagen dass ist der Anlass zudem man dieses Lied aus voller Kehle singen kann Wenn ich mich jetzt frage, wo das Lied passt oder so.

00:50:08: Ich habe noch eher eine sehr sorgeliche Anwendung im Kopf beziehungsweise muss sagen Das Lied hat mich auch immer mal wieder berührt, wenn ich ganz persönlich irgendwo in einer metaphorischen Dürrezeit war.

00:50:24: Wenn ich irgendwie das Gefühl habe hatte jetzt irgendwo hat mich das Leben wieder an der Kehle gepackt.

00:50:32: Jetzt bin ich irgendwie da im Hamsterrad und fühl mich total

00:50:36: ausgedrückt, wenn der Wecker losgeht!

00:50:40: Du spielst sanft auf die Umstände unserer heutigen Aufnahme an.

00:50:47: Ich musste vor fünf Uhr aufstehen, um den Zug zu erreichen und rechtzeitig hier im Zürich im Studio zu sein.

00:50:56: Ja, aber ich fühle mich nicht so ausgetrocknet.

00:51:00: Es ist eigentlich noch... Das freut

00:51:02: mich ja, das freut

00:51:03: sich!

00:51:05: Ich kenne halt Zeiten wo man wirklich, wo ich das Gefühl hatte jetzt verlieh' ich dann den letzten Tropfen Lebensenergie oder Lebensfreude und finde da einfach ein starkes Bild diese Vorstellung dass mir von außen irgendwo etwas entgegen kommt.

00:51:24: Eine Welle der Erfrischung, der Belebung des neuen Mutes oder so und in diesem Sinne könnte ich das auch ganz für mich alleine mal wieder singen.

00:51:41: Das hat ja auch eben eine sehr sorgeliche Bedeutung.

00:51:44: Auch wenn das Lied durchgängig in der Vierform geschrieben ist, wir haben das jetzt immer so gedeutet nicht als in erster Linie individualistisches Bekenntnis sondern als eine Sehnsucht die sich irgendwo auf die Gemeinde oder sogar auf das Land oder die Bevölkerung als Ganzes bezieht.

00:52:06: Ich glaube auch dass der Trost, der in diesem Lied liegt Darin besteht, dass man das zusammen singen kann.

00:52:12: Also, dass viele Menschen diese Sehnsucht gleichzeitig miteinander zum Ausdruck bringen und so.

00:52:17: Es ist auch ein gruppendynamisches Erlebnis,

00:52:21: sie zu singen glaube ich.

00:52:23: Und je mehr er das singt, desto kräftiger wahrscheinlich.

00:52:26: Ja

00:52:27: genau.

00:52:27: Wunderbar!

00:52:28: Manu vielleicht sollten wir mal sagen wie es weitergeht weil wir sind jetzt am Ende des neuen Liedguts.

00:52:38: Wir haben eine Spezialfolge in der nächsten Woche

00:52:43: mit Martin

00:52:45: Pepper.

00:52:46: Danach steigen wir ins imaginäre Flugzeug und landen in deinem Land, oder?

00:52:56: Dann geht es tief in die Worshipsszene rein!

00:52:59: Ja genau, also wir sind ja jetzt auch schon eigentlich im Bereich Worship Slash Low Price gelandet.

00:53:07: Aber ich würde schon sagen man kann diese... Man kann

00:53:10: das steigern glaube ich!

00:53:12: Ja, oder man kann das ein Stück weit auch noch mal abheben.

00:53:16: Es gab dann schon in den ausgehenden neunziger Jahren und die anbrechende Nullerjahre da sind irgendwie so vor allem amerikanische oder australische Hillsong Worship Act richtig groß geworden und haben eine Art der populären Worship Musik geprägt, die dann wirklich auch Hitparaden tauglich war was von den deutschen Low-Preis-Liedern der Achtziger, Neunziger nicht unbedingt sagen konnte.

00:53:47: Und da werden wir uns nochmal drei Songs anschauen die zum Teil Songs, die einfach um die Welt gegangen sind und dann mindestens einen Song, der mir wirklich sehr gut gefällt, den ich sehr lohnenswert finde.

00:54:07: Wunderbar!

00:54:07: Aber nächste Woche geht es jetzt erstmal weiter mit Martin Pepper.

00:54:12: Euch allen wünschen wir eine gute Zeit bis dahin.

00:54:16: Und wir freuen uns, wenn ihr dann wieder rein hört und vielleicht dazwischen eine kurze Nachricht schreibt wie es euch geht mit diesen Sorgen, die werden gerade so besprechen.

00:54:28: Tschüss zusammen!

Über diesen Podcast

Was heisst das eigentlich, Christ zu sein? Woran glauben Christen und was können sie getrost aufgeben? Logisch, dass sich Manuel Schmid & Stephan Jütte dabei nicht immer einig sind. Aber sie versuchen in diesem Podcast zusammen herauszufinden, was für sie wirklich zählt und was ihnen eher im Weg steht. Und klar: Beide wissen es auch nicht wirklich. Aber vielleicht regt es dich an zum Mitdenken. Oder es regt dich auf und du magst mit ihnen streiten. Oder du schreibst ihnen einfach mal, was du nicht mehr glauben kannst oder musst oder willst.

von und mit Manuel Schmid & Stephan Jütte

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