Ausgeglaubt: ein RefLab-Podcast

Ausgeglaubt: ein RefLab-Podcast

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00:00:04: Ausgeglaubt.

00:00:04: Ein Podcast für Menschen,

00:00:06: die glauben neu denken und manchmal alles anzweifeln.

00:00:18: Wir sind wieder da.

00:00:19: Halleluja!

00:00:20: Hallo Stefan, hallo hallo ihr lieben.

00:00:24: schön euch bei einer weiteren Folge von Ausgeglaubt dabei zu haben.

00:00:29: heute reden wir ganz aktuell über Fasten zwischen Detox und Demut Fasten als Verzichtsübung, wie passt das in unsere Zeit hinein?

00:00:44: und wie passt es vielleicht auch nicht?

00:00:46: Wo gibt es goldene Gelegenheiten für die Kirche auf Fastentrends aufzuspringen.

00:00:53: Und wo sollte man das gerade nicht tun?

00:00:56: Darüber sprechen wir heute.

00:00:57: Wir

00:00:57: persönlich eigentlich vom Fasten mitnehmen und lernen.

00:01:01: Exakt!

00:01:02: Aber bevor wir einsteigen wieder unsere üblichen Kategorien.

00:01:07: Ich steige ein mit dem Hallelujah!

00:01:15: Ja, mein Halleluja... Nano

00:01:16: ist da auferstanden?

00:01:17: Nein!

00:01:19: Nein!

00:01:20: Ach Stefan!

00:01:21: Ach Stephan!

00:01:22: Ja ich habe eigentlich einen relativ banales Hallelujah.

00:01:26: Wir nehmen ja jetzt am Mittwoch in der Vorwoche auf.

00:01:31: Das heißt, wenn ihr diese Folge hört dann bin ich nämlich schon in den Skiferien und dank dem ich vor vier Jahren aufgehört habe mit Skifahren weil es mir doch irgendwie zu kriminell wurde.

00:01:43: unsere Kinder sind so gut geworden und stürzen sich waghalsig die schwarzen Pisten runter meine Frau allen voran weil sie sehr gut skiffert und ich bin nicht gerade im Stemmbogen aber doch viel zittrigeren Knien hinterhergefahren.

00:02:01: Und irgendwann habe ich gedacht, frei nach Little Weapon I'm too old for this shit und hab die Ski an den Nagel gehängt.

00:02:13: Das sind jetzt meine Lieblingsferien geworden weil ich dann jeweils während der Familie am Ski fahren ist, meine Ruhe habe zum spazieren Bücherlesen Podcasts hören reflektieren.

00:02:27: Darauf freue ich mich und deshalb nehmen wir eine Woche früher auf!

00:02:31: Ja genau, vielleicht wär es langsam an der Zeit dass du dir ein Hund anschaffst weil das könnte ja wunderbar sein.

00:02:37: Familie beim Skifahren und du machst so die Tageseinkäufe begleitet von deinem treuen Hund, der dann mit dir den ganzen Tag da verbringt ab und zu, snackt ihr was Kleines in der Küche?

00:02:49: Ich könnte mir das total gut vorstellen.

00:02:51: Naja...

00:02:52: Und ich habe gerade vorher war ich mit meinem Team Mittagessen Und da sind wir einer Frau begegnet, die so dermaßen ähnlich ausgeschaut hat wie ihre Hunde.

00:03:01: Ich meine das jetzt wirklich nur phänomenologisch!

00:03:05: Es gibt ja ganz unterschiedliche Hunderassen und mir fällt das immer wieder

00:03:10: auf

00:03:10: dass es sehr oft der Fall ist, dass Hunde wahnsinnig gut zu ihren Besitzer oder Besitzerinnen passen Dass da irgendwie eine Gemeinsamkeit ist, ich habe mich auch schon gefragt ob das bei mir und Molo auch zutrifft

00:03:25: oder nicht.

00:03:26: Also wenn man dieses Knautschgesicht von diesem französischen hochgezüchteten Minibull-Docken anschaut dann wäre das jetzt gar nicht unbedingt ein Kompliment!

00:03:36: Ich bin mir nicht mehr ganz sicher wie wir zu diesem Thema gekommen sind.

00:03:40: aber es gibt ja so Fotostudien die Hundebesitzer... Genau nach vielen Jahren zeigen, wie sie in ihren Gesichtszügen den Hunden ähneln.

00:03:50: Und wahrscheinlich ist es tatsächlich so, wie du's gesagt hast nicht unbedingt das sich quasi die Physiognomie mit der Zeit angleicht sondern dass man unwillkürlich unbewusst Hunde sich anschafft, die irgendwelche inneren und äußeren Ähnlichkeiten mit einem selber aufweichen?

00:04:07: Ja also

00:04:08: wenn du jetzt einen Hund haben müsstest was wärs für ein Hund?

00:04:14: Das ist schwer zu sagen, weil also jetzt wenn quasi Haltungskosten und so weiter keine ... Nein, es spielt keine Rolle.

00:04:21: Es

00:04:21: geht nur ein Berner Sennenhund oder ein Bernhardiner.

00:04:25: Jö!

00:04:25: Ja?

00:04:26: Das wäre süß, das wär süß.

00:04:28: Also ich sehe da viel Potenzialmannu.

00:04:30: Ich hab leider diese Woche... Und die Woche ist ja eigentlich kurz

00:04:35: gewesen.

00:04:37: Ein Stoßgebiet Ja, es ist noch gar nicht lange her.

00:04:48: Da habe ich hier im Podcast drüber gesprochen dass ich gelernt habe das es Dinge gibt die ich nicht selbst tun sollte nämlich Dinge auf der Webseite umstellen und einrichten.

00:04:59: Und jetzt diese Woche dachte ich ah komm mein Team hat so viel zu tun!

00:05:03: Ich entlastet sie jetzt und richte eine Themenseite selbst ein hab extra nochmal nachgeschaut.

00:05:09: was darf ich auf keinen Fall tun?

00:05:11: Habe ich dann auch nicht getan sondern das wirklich am richtigen Ort im Backend ausgewählt und habe wieder die ganze Webseite der EKS zerschossen.

00:05:24: Es war dann wirklich so, dass einfach alle Themenzeiten sahen gleich aus.

00:05:29: von überall her hat uns die Präsidentin begrüßt mit ihren Beiträgen famos auf den Punkt gebracht und es waren wieder zwei Leute ziemlich lange damit beschäftigt, das zu fixen.

00:05:43: Aber Mannung und das ist das Gute bei diesem Stoßgebet ich weiß jetzt wirklich endlich woran es liegt.

00:05:49: Ich habe immer nur gedacht, ich ändere die Ansicht beim Einstellen dieser Themenseiten.

00:05:55: tatsächlich ist es aber so dass sich ab diesem Moment auf eine Ebene wechseln wo ich quasi diese ganz grundlegenden Elemente der Website bearbeite Und damit hatte es zu tun.

00:06:08: Jetzt weiß ich's, jetzt darf ich auch wieder dran rumspielen aber muss ehrlich sagen ich trau mich auch nicht mehr so

00:06:14: ganz.".

00:06:14: Ja, ich wollte gerade sagen... Ich hab gedacht der Mitarbeiter hätte dir verboten solche Änderungen wieder vorzunehmen und ich habe ja die unglückliche Aufgabe gehabt weil ich gemerkt habe scheiße unser Blog ist gar nicht mehr aufhinknbar.

00:06:26: Dann habe ich dir also so tiefen entspannt auf deinem Sessel im Büro deinen Gedanken nachgegangen bist.

00:06:34: Muss dich dir dann sagen irgendwas stimmt mit dem Blog nicht und dann hast du, wie soll ich sagen ist deine Stimmung schlagartig umgeschlagen.

00:06:46: Ja also jetzt sind wir aber ziemlich früh dran im Blick auf die Folge hier um mit dem Thema der Woche zu starten.

00:06:59: Thema der Wache!

00:07:02: Ja Manu das Thema der Fasten, und zwar fast zwischen Detox und Demut.

00:07:12: Was meinen wir damit?

00:07:13: Es geht darum das Fastenjahr ziemlich hip ist.

00:07:17: im Moment also

00:07:18: überall

00:07:20: begegnen uns in den letzten Tagen Fastentipps.

00:07:23: es gibt Anleitungen wie wir fasten können es gibt Beiträge auf Social Media welches Fasten besonders gesund ist was mit deinem Körper passiert wenn du vierzig Tage auf Zucker verzichtest?

00:07:36: Es gibt auch Leute, die das Thema Schlaf zum Beispiel oder Achtsamkeit stark mit diesem Fasten verbinden.

00:07:43: Und man hat das Gefühl dass da eine uralte religiöse spirituelle Tradition und Dimension wieder in aller Munde ist und fast das ganze Land sich mit dem Thema Fasten beschäftigt.

00:07:58: Darum mal Frage an dich, wie ist es bei dir?

00:08:00: Fastenzeit persönlich hast du dir was vorgenommen auf das du ab dem Aschermittwoch verzichtest?

00:08:08: oder hast du dieses Jahr dir ganz bewusst gesagt ich faste Fasten und hast du generell Erfahrungen mit Fastenzeiten.

00:08:16: Ja also vielleicht muss man sagen wir nehmen ja heute am Aschernmittwoch auf.

00:08:22: Das ist jetzt nicht unbedingt der Grund für die Themenwahl gewesen aber passt natürlich hervorragend.

00:08:28: Also heute beginnt in der westlichen Christenheit, zumindest beginnt die offizielle vierzig-tägige Fastenzeit vor Ostern und... Übrigens

00:08:39: nicht nur für die Christen.

00:08:40: Das ist ganz interessant.

00:08:41: also wir fallen dieses

00:08:42: Jahr

00:08:43: auch zusammen mit allen muslimen.

00:08:46: Also wir haben eine gemeinsame Fastenzeit.

00:08:49: Es passiert so rund alle hundert Jahre einmal?

00:08:52: Ja, es ist bemerkenswert dass man kann sagen die beiden verbreitetsten Weltreligionen in diesem Jahr gemeinsam die Fasten Zeit begehen.

00:09:03: nur ich bin nicht dabei weil ich in diesem ja nein nicht nur in diesem jahr fasten hat bei mir nicht so richtig Fuß gefasst bzw habe Ich das Gefühl, ich hätte für den Rest meines Lebens ausgefasstet.

00:09:20: Weil als junger Mensch so in meinen zwanziger Jahren auch in dieser pinzlich-karismatischen Szene aufgegangen bin.

00:09:31: da war Fasten ein Riesenthema weil man damit oft ein relativ magisches Verständnis verbunden hat also Fasten und Beten.

00:09:41: Man hat dann ganz oft gehört dass bestimmte Gebetsanliegen oder bestimmte geistliche Durchbrüche nur erreicht werden können, wenn man intensives Gebet mit konsequentem Fasten verbindet.

00:09:59: dass man durch Fasten dann etwas in der Welt verändert, also war das die Idee?

00:10:05: Oder war die Idee quasi, dass man manchmal Fasten muss um selbst eine innere Klarheit darüber zu bekommen wie es weitergehen soll.

00:10:12: Dass man die Welt mit anderen Augen sieht?

00:10:15: und wie steht das so zu diesem vierzig-tägigen Fasten Das ja auch in der Geschichte über das Leben von Jesus berichtet wird wo er im Wüste geht fastet vom Teufel versucht wird auf eine ganz hinterlistige Art und Weise sich dann aber dessen erwähren kann, also nicht auf das Hineinfeld nachdem er ja gefastet hat.

00:10:37: Steht es in einer Verbindung?

00:10:39: Ist das eher so magisch genannt?

00:10:41: Aber man könnte sich auch vorstellen, dass könnte so ein Reset sein die uns wieder innere Klarheit vielleicht verschafft über das was geistlich auch wichtig ist.

00:10:51: Ja und vielleicht wäre das auch das gesündere Verständnis.

00:10:55: ich habe etwas schon sehr stark.

00:10:59: In dem Sinne erlebt, dass man durch das Fasten seine Gebetsvollmacht maximiert oder optimiert frei nach dieser Begebenheit als die Jünger versucht haben einen besessenen Menschen von seinem Dämon zu befreien.

00:11:23: Und Jesus das dann durchführt und erklärt diese Art fährt nur aus und beten.

00:11:29: Und es gibt verschiedene andere Stellen, auch gerade eben im Dienst von Jesus in dem er gebetet und fast sehr eng zusammenbindet.

00:11:38: und man könnte daraus dann eben ableiten dass bestimmte Geistliche Durchbrüche und bestimmte Gebetsanliegen nur erreicht werden wenn man intensiv auch fast begleitet vom herzhaften Gebet also eher so als eine geistliche Leistung, die man erbringt oder aus einer Bedingung, der erfüllt sein muss um jetzt bestimmte Durchbrüche zu erreichen.

00:12:09: Oder Heilungen herbeizuführen und was auch immer.

00:12:13: Ich habe das eher so erlebt... Also

00:12:16: quasi wie eine eigene charismatische Kraft, die gestärkt und intensiviert wird dadurch dass man fasstet?

00:12:23: Genau!

00:12:24: Genau, also auch das Gebet war ja in diesem Milieu wie ich es erlebt habe sehr stark aufgeladen mit einem Leistungsgedanken oder halt mit der Idee dass man durch dieses Betet

00:12:41: ohne Unterlass, oder?

00:12:42: Wenn man dann quasi wörtlich und sagt, man muss da wirklich dran bleiben.

00:12:46: Das Ganze ist ein geistiger Kampf das hat eine Dimension wo Dämonen und Engel miteinander quasi im Streit liegen und ich trage jetzt in dieser Schlacht etwas dazu bei indem ich bete, bete ...

00:13:01: Ja genau, also das Stichwort des geistlichen Kampfes ist glaube ich hier sehr wichtig.

00:13:05: Das Gebet wurde grundsätzlich verstanden als Teil einer geistlichem Auseinandersetzung zwischen Licht und Finsternis zwischen Gutem um Bösen.

00:13:15: mit dem Gebeten und dann auch mit dem Fasten hat man quasi wie auf ein Konto eingezahlt voll war, dann ist der Durchbruch gekommen.

00:13:25: Dann ist der Segen gekommen und das Erbetene eingetreten.

00:13:30: Und auf diesem Hintergrund habe ich eben als Jugendlicher ... Ich war da immer wahnsinnig kompetitiv und ehrgeizig unterwegs und ich wollte derjenige sein, der alle übertrifft in Erfasten und Beten und hab da auch auf der Bibelschule vor allem wirklich an den Rand der also ganz sicher an den Rand der Gesundheitsschädigung herangefasst hat.

00:13:53: Ich habe da vierzig Tage und ich war schon immer sehr, eher unter als übergewichtig, als Jugendlicher auf jeden Fall.

00:14:01: Und ich hab da gefasst bis Ich war wirklich abgemagert und bin dann an Ostern nach Hause gekommen um meine Eltern, um meine Frau damals, meine Freundin und Verlobte.

00:14:19: Die waren völlig schockiert.

00:14:22: also ich mein mir sind die Hosen

00:14:26: runtergeholt.

00:14:27: Es war echt verrückt und ich habe dann auch in der letzten Zeit dieses Fasten-Marathons kaum mehr eine Treppe hochgegangen.

00:14:37: Mir ist schwarz vor Augen geworden, es war wirklich völlig absurd!

00:14:42: Ich habe mich da gequält... Und ich sage jetzt nicht einmal unbedingt, dass mir das so auferlegt wurde sondern ich habe das selbst gewählt und das Gefühl gehabt Ich muss alle in Sachen geistlichem Commitment und Hingabe übertreffen, habe mich da so gequält.

00:14:58: Und auch vorher schon habe ich regelmäßig eine Zeit lang zum Beispiel jede Woche einen Tag gefastet und jeden Monat eine Woche so... ...und hab das im Exzess... exerziert und dann ist es mir ein bisschen verleitet.

00:15:19: Und wahrscheinlich findest du das ja auch nicht mehr plausibel, oder?

00:15:22: Nein!

00:15:23: Dieses

00:15:23: Bild dass man quasi wie bei Street Fighter seine Energie wieder aufladen kann für den großen geistlichen Gebetschlag.

00:15:32: Das leuchtet dir nicht mehr ein.

00:15:34: aber würdest sagen diese Zeit und diese Fastenerfahrung hat für dich das Fasten so verdorben Jetzt eigentlich nicht mehr mitmachen würde es auch nicht bei, ich sage jetzt mal vermeintlich leichteren Dingen wie den bewussten Verzicht auf zum Beispiel Zucker oder Alkohol.

00:15:53: Irgendwas.

00:15:54: Ach

00:15:54: doch, das würde ich schon machen!

00:15:56: Ich habe ja auch immer mal wieder eben so dry January oder für mich einfach das Gefühl gehabt, jetzt ist man wieder für ein paar Wochen gut mit Alkohol und so auf bestimmte Dinge zu verzichten.

00:16:08: Da bin ich nach wie vor ansprechbar dafür.

00:16:11: Es ist ein bisschen traurig zu sagen dass dieses konsequente Nahrungsfasten mir tatsächlich ein bisschen ... ein bisschen selber verdorben habe, auch wenn ich natürlich mir völlig klar ist dass es das auch in gesund gibt.

00:16:29: Also ich meine jetzt nicht nur biologisch oder medizinisch körperlich gesund sondern auch in geistlich gesund gibt, dass es absolut legitime Gründe gibt und auch geistliche theologische Gründe zu fasten und es wäre jetzt auch affig wenn ich mir das für den Rest des Lebens verwehren würde.

00:16:46: aber irgendwie sitzt mir so diese Fast ein Zeit aus meiner Jugend doch irgendwie noch in den Knochen, dass ich denke da.

00:16:57: In die Richtung will ich auf jeden Fall nicht gehen weil ich auch im Rückblick und da kommen wir sicher noch drauf zu sprechen, weil ich im Rückblick auch sagen muss Ich habe da Tagebuch geführt das ist mir vor kurzem wieder in die Hände gekommen Und dann merke ich wie sehr es sich um mich selbst gedreht hat.

00:17:15: Ich hab zwar gebetet wie ein Weltmeister stundenlang, aber ich habe eigentlich die ganze Zeit den Blick auf meinen Bauchnabel gerichtet und mich gefragt jetzt was ... Wachse ich jetzt geistlich und welche Einsichten haben sich mir jetzt erschlossen?

00:17:31: Und welche Berufung ist mir jetzt aufgegangen.

00:17:33: Es ging immer um mich, um meine Berufung, um meinen Lebensweg oder whatever.

00:17:38: Das finde ich jetzt

00:17:39: ganz spannend, Manu, weil du hast es ja wirklich ein sehr junger Mensch gemacht.

00:17:42: Ja.

00:17:43: Willst du sagen das ist jetzt quasi etwas

00:17:46: wie

00:17:46: du deine Pubertät- und Spätpubertät erlebt hast auch im Thema Fasten?

00:17:52: Oder würdest du sagen dass es das was Fasten mit mir gemacht hat

00:17:57: Ich glaube, ich habe diese Art des geistlichen Überdruckes und der geistliche Nabelschau mitgebracht in meine Fastenzeiten hinein.

00:18:12: Und das Fasten dann auf diese Weise würde ich heute auch sagen, auf eine auch theologisch ungesunde Weise geübt – nicht dass quasi mich dazu gebracht hat.

00:18:25: Und ich würde schon sagen, ich war da auch in einem geistigen Klima dass diese ungesunden Interpretationen dieser Übungen auch nahe gelegt haben.

00:18:36: aber trotzdem im Rückblick... Ich habe das selber gemacht und selbst verantwortet.

00:18:43: Ja, ich habe dich auch nicht anders verstanden.

00:18:45: bei mir war halt Fasten oder besser gesagt ich sage jetzt mal dass fast in diesen vierzig Tagen vor Ostern war nie etwas was sich als Nahrungs-Fasten kennengelernt hat also in meiner ganzen Sozialisierung nicht sondern ich habe das kennen gelernt unter dem Stichwort der Lohnende Verzicht.

00:19:03: ja Und zwar ging es darum, dass man quasi wie gesagt hat ich breche für eine gewisse Zeit eine Routine.

00:19:11: Das war nicht mal moralisch gedacht.

00:19:12: Es war nicht so das man gesagt hat ja du solltest eigentlich keinen Kaffee trinken jetzt machst du das mal vierzig Tage richtig oder so sondern eher aus der Neugierter heraus.

00:19:22: was lerne ich über mich selbst?

00:19:24: wenn ich jetzt vierzig tage keine Süßigkeiten esse und Das ist eigentlich etwas, was ich sagen würde es mir bis heute geblieben.

00:19:32: Es gibt ein ganz spezielles Thema wo sich das für mich wirklich herauskristallisiert und dass der Verzicht auf Alkohol, du hast schon angesprochen, du machst das manchmal mit Dry January Ich mache das ab und zu in dieser fasten Zeit, vierzig Tage.

00:19:46: Und das Interessante ist einerseits zu merken, oh es gibt so Situationen in denen ich mich jetzt belohnen würde mit einem Bier oder mit Alkohol, wo ich eine Situation schaffen würde in der man Alkohl trinken kann.

00:20:00: Das ist quasi so Intro-Spektiv ziemlich interessant und den eigenen Weg zum Alkuhalismus ein bisschen zu reflektieren.

00:20:09: Ich meine das wirklich gar nicht so witzig!

00:20:11: Also ich meine es durchaus ernst.

00:20:12: Ich glaube wir sind alle da immer viel gefährdeter als wir das normalerweise merken.

00:20:17: Der andere Punkt ist aber auch wie die soziale Umwelt darauf reagiert, dass man plötzlich nicht trinkt.

00:20:27: Weil das ist ja wirklich so... Also ich habe da echt schon Situation erlebt wo man gesagt hat Ja, das hättest du mir auch sagen können dann hätten wir uns nächsten Monat getroffen.

00:20:36: oder weil ich so denke ja verstehe ich irgendwo also aus der Logik heraus, dass wir jetzt trinken gehen.

00:20:42: es ist das wirklich nicht blitzig.

00:20:44: und auf der anderen Seite denke ich auch schon crazy wie viel von Freundschaften und auch wirklich eng guten Beziehungen.

00:20:54: irgendwie konnotiert sind mit diesem Thema Alkohol.

00:20:57: Das ist etwas, was mich total interessiert und deswegen mache ich das jetzt auch wieder vierzig Tage lang?

00:21:03: Ich finde es aber spannend dass du das jetzt ansprichst weil ich dir nämlich vorhin fast ins Wort fallen wollte und sagen wollte ja aber ich fände es auch wichtig, dass man solche Fastenzeiten dann auch mit seinen Freunden abspricht.

00:21:16: Es ist mir tatsächlich auch schon so gegangen, dass einerseits habe ich selber schon Zeiten des Verzichtes gerade bei Alkohol oder Genussmitteln erlebt, wo dann Freunde und Bekannte ganz angenerft?

00:21:33: das zur Kenntnis genommen haben und gedacht oder gesagt haben, jetzt habe ich mich gefreut mit dir ein Bier zu trinken oder eine Flasche Wein zu öffnen.

00:21:40: Und jetzt muss sich davon einem Typen sitzen der an seinem Mineralwasser nippt und so.

00:21:47: Ich hab das aber ungekehrt auch schon erlebt dass ich irgendwie da mach's ab mit Leuten und sagst wir gehen Burger essen und so und denkst jetzt gehören da noch ein paar feine frische kühle Biere dazu und dann verzichtet er um bestellt sich einen Eistee.

00:22:01: Das ist ja so der Buskill, das ist jetzt irgendwie die Spaßbremse.

00:22:07: Und das eine witzige oder nicht nur witzig sondern eine spannende Beobachtung weil... Aber das hat ja auch mit... Das ist

00:22:15: doch total interessant!

00:22:16: Also nehmen wir mal an wie hätten das gleiche Thema mit Rauchen?

00:22:22: Würde dich ja überhaupt nicht stören wenn ich sagen würde du Ich habe aufgehört zu Wapen.

00:22:28: Aber bei Alkohol, und es geht ja nicht nur dir so.

00:22:31: Es ist total verbreitet – ist das irgendwie schon ein Social-Thing?

00:22:38: Man definiert irgendwie Zugehörigkeiten, Gemeinsamkeiten, dass was man zusammen erleben will die Art und Weise wie man gemeinsam unterwegs ist.

00:22:50: Schon wahnsinnig stark über Alkohl!

00:22:55: Ich würde das, ich glaube eben es ist vielschichtig.

00:22:59: Es gibt problematische Aspekte davon wo man dann auch irgendwann sagen muss ja aber Leute also wir sind ja Freunde Wir können doch einen guten Abend zusammen verbringen Auch wenn wir kein Alkohol trinken ungenommen.

00:23:11: Aber es gibt ja auch diese Dimension dass Alkohl im Sinne eines Genussmittels Rituals, das man quasi gemeinsam ... Das hat eben eine soziale Dimension.

00:23:26: Dass man gemeinsam sagt komm wir treffen uns und ich meine wir gehen ja auch am Freitag Nachmittag gehen wir zum Feierabend Bier Und dann trifft man sich mit Freunden und stößt an auf's Wochenende und bestellt ein großes Helles oder Man trifft sich zum Abendessen.

00:23:45: für

00:23:45: mich in der letzten Detox, Dry January oder wie man das auch immer nennen will Zeit.

00:23:51: Eine der allerwichtigsten Erfahrungen, die ich mir wirklich gedacht habe, ja soll ich da überhaupt noch zum Stammtisch?

00:23:57: Dann bin ich dahin und habe Cola- oder alkoholfreies Bier getrunken.

00:24:01: Und es war überhaupt kein Problem!

00:24:02: Es war wirklich richtig lustig und es waren gute Abende, es waren guter Übergang ins Wochenende.

00:24:10: Genau solche Erfahrungen finde ich halt total wichtig für mich selbst zu machen.

00:24:15: Ich will es niemandem irgendwie, weißte jetzt quasi sagen ja das müsst ihr alle einsehen oder so.

00:24:21: aber für mich ist es schon krass dass ich mich echt gefragt habe ja soll ich überhaupt noch zu diesem Stammtisch?

00:24:26: Also weißt du wo ich eigentlich wirklich gute Freunde treffe die darüber erzählen was sie in der Woche gemacht haben was sie erlebt haben wie sie ihnen geht wo ich dann plötzlich denke da hat aber jetzt Alkohol schon einen Stellenwert in meinem Leben gekriegt der nicht einfach so bleiben soll.

00:24:42: Ja,

00:24:42: oder dann den... die Probe aufs Exempel zu machen, geht das eigentlich auch in Zeiten des Verzicht ohne Alkohol und dann zu merken.

00:24:51: Ja, es geht auch!

00:24:52: Das ist ja gut.

00:24:55: Es wäre ja auch irgendwie asozial oder wirklich ein Anzeichen der Besorgnis wenn man selber merkt, irgendwie ohne Alkol macht's keinen Spaß mit diesen Freunden?

00:25:07: Oder wenn die Leute, die Freunde das Partou nicht akzeptieren wollen Gewissen machen oder dich versuchen zu überreden, dein Fasten zu brechen und so das gibt es ja auch.

00:25:19: Das wäre ein schlechter Anzeichen.

00:25:22: und es gibt natürlich auch Situation die man sonst irgendwie aushält und sich noch zwei Bier holt, die man dann wenn man nicht trinkt einfach auch sein lassen kann wo man denkt okay hey war ganz nett jetzt, aber jetzt gehe ich nach Hause und mache noch was, das mir wirklich gut tut.

00:25:43: Und

00:25:43: du hast ja vorhin das Stichwort Belohnung genannt?

00:25:46: Ich glaube schon, dass ist eine große Kraft oder ein großes Potenzial von Fastenzeiten im Blick auf Alkohol, in den Blick auf Essen, auf diese Dinge mit denen wir uns oft Belohnen vielleicht ohne dass uns das im klaren ist.

00:26:08: ich habe wir haben ja Ich glaube auch schon drüber gesprochen.

00:26:11: Ich hab letztes Jahr habe ich so eine Diät oder mehrmals so Diätzeiten gemacht, mit so Nahrungs-Pulverzeugs.

00:26:21: Da habe ich mir so Shakes angerührt und dann zehn Kilo abgenommen und so.

00:26:26: Und dann hab' ich ein Monat lang oder zwei Monate lang – nein, ich hab das sogar länger gemacht aber egal!

00:26:31: Habe ich dann drei, vier Tage pro Woche mich nur von diesen Shakes ernährt?

00:26:36: Was macht das mit deinem Belohnungssystem?

00:26:41: Biologisch in den Shakes ist alles drin, was der Körper braucht von Magnesium.

00:26:46: Aber es macht keinen Spaß oder?

00:26:48: Es macht überhaupt kein Spaß und es ist verrückt wie du dann merkst hey Scheiße!

00:26:52: Du fährst nach Hause und ertapps dich dann beim Gedanken ah jetzt freue ich mich aber drauf nach diesem anstrengenden Tag mir ein fetten Teller-Pasta zu machen oder irgendwie so... Oder du freust sich auf das Mittagessen als eine Pause auch des Leiblichen sich selbst etwas Gutes tun und so, dann sitzt du vor diesem Shake und merkst es ist einfach ein Blasserersatz.

00:27:20: Und was das macht mit deinem Belohnungssystem?

00:27:24: Wie du merkst ja scheiße!

00:27:25: Jetzt habe ich irgendwie diese Möglichkeit mich mit diesen Dingen zu belohnen und beim Alkohol ist das jetzt zumindest für Ist das auch immer wieder so, dass ich doch oft irgendwie nach, gerade nach einer anstrengenden Woche denke jetzt am Freitagabend eins zwei oder auch drei Biere zu trinken und so.

00:27:48: Das ist dann etwas, das gönne ich mir jetzt!

00:27:51: Und wenn man sich das dann vorenthält ... Dann hat man quasi ein Befriedigungsdefizit und damit umzugehen finde ich nicht einfach, aber es ist eben auch eine spannende Selbsterkenntnis.

00:28:06: Du merkst vielleicht erst womit du dich regelmäßig belohntest wenn du einmal eine Zeit lang darauf verzichtest?

00:28:13: Das glaube

00:28:14: ich auch.

00:28:15: und vielleicht lösen wir das Ganze mal wieder ein bisschen von diesem Alkoholthema weil das ist ja eigentlich jetzt nicht der Schwerpunkt unseres Themas der Woche.

00:28:23: Aber

00:28:23: du hast noch nicht gesagt dass du das jetzt doch doch.

00:28:26: doch habe

00:28:27: ich gesagt Ich werde wirklich alkoholfaske Falls er das hört, liebe Grüße an Lexu.

00:28:35: Keine Angst!

00:28:38: Dein Runder Geburtstag ist davon ausgenommen.

00:28:41: Das habe ich von allem Anfang an festgelegt.

00:28:43: So jetzt kommen wir zum Teil was das Fasten eigentlich so aus einer biblischen oder auch dann historischen Kirchenhistorischen Religions-Historischen Perspektive darstellt.

00:28:54: Manu Ich weiß du hast da fleißig recherchiert Du kennst dich damit auch aus.

00:28:59: Fasten in einem biblischen Sinne gibt es ein einheitliches Bild, weil meistens müssen wir sagen Nein!

00:29:05: In der Bibel gibts zu jedem Thema alles.

00:29:08: Wie ist das mit dem Fasten?

00:29:10: Also Fasten ist auf jeden Fall sowohl im ersten Testament wie auch im neuen Testament und gerade im Dienst von Jesus immer wieder ein Thema.

00:29:24: Es wurde gefastet schon im Volk Israel gefasst hat, hat man diese Zeiten geübtes Verzicht auf Nahrung und hat das auch verbunden mit einer Ausrichtung auf Gott.

00:29:40: Mit dem intensivierten Gebet usw.

00:29:43: Es war gerade im ersten Testament oft eine Praxis die mit Klage oder Buse einhergegangen ist.

00:29:53: Man hat zum Beispiel Buse getan in denen gebetet und gefastet hat oder man hat geklagt, wenn einem jemand eine Person verloren hat.

00:30:05: Jemand gestorben ist.

00:30:06: Wenn irgendetwas tragisches passiert ist dann hat man in dieser Zeit auch als Ausdruck der Klage hat man gefastelt.

00:30:14: Und was spannend ist das Jesus einerseits diese Praxis auch aufgreift natürlich berühmterweise diese diese vierzigfasten Tage am Anfang seines Dienstes zum Fasten äußert und gleichzeitig teilt Jesus die Kritik, die schon im ersten Testament am Fasten oder an den möglichen Verehrungen dieser Fastenpraxis auch geübt wird.

00:30:42: Also es gibt diese berühmte Stelle bei Jesaja, Jesaja dass die Fastenpraxis Israeis scharf kritisiert wird, wo Gott quasi zum Ausdruck bringt durch seinen Propheten.

00:30:57: Euer Fasten ist mir zuwider und zwar weil eine ganz entscheidende Dimension des Fastens da verloren gegangen ist, weil Fasten sich quasi als Ritual ausgehöhlt hat.

00:31:09: Die Leute haben gefasstet um ihre Frömmigkeit zu demonstrieren, um vor allem zu zeigen wie ernst sie es mit dem Glauben meinen und der Prophet fährt ihnen über den Mund und sagt, wenn ihr es ernst meint würde mit eurem Gott dann würdet ihr euch um die Witwen und Weisen kümmern.

00:31:31: Dann würdet Ihr die Fremden in eurem Land begrüßen!

00:31:35: Dann würdet ihr Bahnherzigkeit und Gerechtigkeit üben... Das ist eine ganz spitzen Stelle zum Fasten weil der Prophet hier fast eigentlich Komplett neu definierten zeigt, das wäre ein Fasten an dem der Herr wohlgefallen findet.

00:31:53: Ein Fasten dass gar nicht so sehr auf den Nahrungsverzicht konzentriert ist sondern auf die Barmherzigkeit und Gerechtigkeit gegenüber den Geschundenen im eigenen Volk suchen.

00:32:05: Ja, ja!

00:32:06: Und das ist ja sehr interessant.

00:32:07: also dass wir im ersten Testament diese prophetische Kritik anfassen haben.

00:32:12: wenn es um eine Leistung geht um sich selbst als Fromm darzustellen dann ist das ja etwas was wir Das ist nicht zweifelsfrei belegt, aber es ist mindestens eine sehr interessante These.

00:32:25: Dass wir auch zur Zeit Jesu-Gruppen hatten die gerade mit liturgischen, mit rituellen Reinheitsvorstellungen sehr rigide normative Vorstellungen verbunden haben.

00:32:39: etwa die Gruppe um Kumran also bei diesen Kumranhöhlen von denen wir Texte haben, Textabschriften die gefunden worden sind dann die Grupe der Essener wurde sogar spekuliert, ob das vielleicht ähnliche Gruppen sind die zusammengehören.

00:32:55: Die Gruppe der Nasuräer

00:32:57: etc.,

00:32:58: das waren ja alles Gruppen die ganz eine starke messianische Nahrwartung hatten.

00:33:04: also das Reich Gottes wird kommen jetzt der Messias kommt da gibt es eine unheimliche Nähe zu dieser Jesus Bewegung.

00:33:12: und auf der anderen Seite aber dass verknüpft hat mit ganz Rigiden Und ich meine, dass jetzt nicht im anti-judaistischen Sinn Pharisächen also über Pharisäischen sogar Vorstellungen von Reinheit und einer Gebotsobservanz die der Jesus Bewegung sicher fremd war.

00:33:33: Wenn man zum Beispiel an die Geschichte, die ich immer wieder bringe oder vom Ehre raufen am Sabbat denkt wo die Jünger gearbeitet haben um zu essen wenn man so will ja sie haben nämlich Korn gepflückt, damit sie zu essen hatten.

00:33:48: Und Jesus sagt dann einen Satz wie die Gebote sind für den Menschen da und nicht der Mensch für die Gebute?

00:33:55: Dann ist das eigentlich die radikale Abkehr von diesen asketischen Gruppen auch!

00:34:03: wie er eine Nahzeit erwartunghaft

00:34:06: ist.

00:34:06: Ja, ja und die Kritik von Jesus am Fasten und an Beten kann eigentlich anschließen an die prophetische Kritik im ersten Testament weil hier natürlich auch die Aushöhlung solcher geistlicher Übungen angeprangert wird, die potentielle Aushöhlung und dann auch die Gefahr das zur Schau zu stellen um eigentlich nach außen Frömmigkeit zu signalisieren.

00:34:34: Deshalb sagt Jesus auch wenn ihr fastet, wenn ihr betet, dann tut das im Verborgenen, dann hängt das nicht an die große Glocke, dann läuft nicht mit einem grießgrämigen Gesicht mit einem verzichtsgeschundenem Ausdruck herum, sondern macht das als eine Praxis.

00:34:55: Die eigentlich eurer Gottesbeziehung dient die im Verborgenen geschieht und nicht zur Selbstdarstellung.

00:35:02: Witzig ist dass man sagen kann, das berührt sich ganz eng mit einem Begriff der in unserer Gegenwart ja sehr beliebt ist, vom Word-Choose-Signaling-Rett, dass man redet.

00:35:17: Dass man sagt ja es gibt so verschiedene... Es gibt so Verhaltensweisen mit denen man seine moralische Aufgeschlossenheit im heutigen spämodernen Sinne demonstriert das man natürlich dann allen erzählen muss!

00:35:33: Das man schon lange nicht mehr in einem Flugzeug gestiegen ist und dass man selbstverständlich kein Fleisch isst weil man doch kein Klimasünder sein will und so.

00:35:44: Und das kannst du natürlich beim modernen Fasten auch sagen, Fasten kann auch im modernen Sinne eine Art von Virtue Signalling sein oder wie man

00:35:54: früher gesagt hätte von Werkgerechtigkeit.

00:35:58: Du drehst das nach außen, du tust es eigentlich vor allem um der Außenwelt zu demonstrieren was für ein verantwortlicher feiner moralischer Kerl du bist.

00:36:09: Ja

00:36:10: genau!

00:36:11: durch auch so, dass das Christentum jetzt mit dem Fasten nicht etwas ganz Neues in die Welt gebracht oder erfunden hat.

00:36:18: Die haben ja eigentlich ganz zunächst nur die jüdische Tradition der Buß- und Trauerpraxis, die du schon genannt hast, die mit dem Fasten verbunden war, eigentlich übernommen und adaptiert – die ganz frühen Gemeinden also zweites und drittes Jahrhundert hatten zum Beispiel keine vierzigtägige Fastenzeit vor Ostern, oder?

00:36:40: Sondern die hatten eigentlich so diese ein bis zwei Tage pro Woche in denen sie gefastet haben.

00:36:46: Sehr oft war das Mittwoch und Freitag oder Mittwochs oder Freitags einfach als einen Fastentag pro Woche.

00:36:54: Vielleicht hatte es auch damit zu tun dass das besser praktikabel war, dass das ein Unterbruch war des Alltags, dass es eine Erinnerung setzen sollte.

00:37:04: ganz genau weiß man das nicht.

00:37:07: Und diese vierzigtägige Fastenzeit ist ja dann etwas, das in der Anlehnung an dieser Wüstenzeit Jesu eigentlich erst so im vierten Jahrhundert wirklich wieder entsteht.

00:37:19: Ja und üblich wurde in der Christenheit und dann vielleicht eine besondere Bedeutung gewann.

00:37:29: In der Zeit dieser Wüstenväter, diese christliche Aschkäse in der ägyptischen Wüste das Mönchtum, das

00:37:38: Säulenheiliga,

00:37:39: genau die haben dann verzichtet gefastet und das aber auch, muss man natürlich sagen, mit einer ganz dezidierten und lebendigen Spiritualität verbunden.

00:37:52: Und das war ja eigentlich so.

00:37:53: ein erster wirklicher Tourismus-Schlager!

00:37:57: Da sind die Afromme hingepilgert um diese Stelenheiligen.

00:38:03: Weil da manchmal wirklich in der Wüste auf solchen Stelen waren wo sie nichts hatten also kein Dach über dem Kopf Kein Essen um nur wenig zu trinken, nämlich das was ihnen gereicht worden ist.

00:38:14: und da wurden die ja eigentlich wie von Pilgern.

00:38:18: Von ersten Pilgarn so wirklich aufgesucht?

00:38:21: Ja genau!

00:38:22: Und vielleicht eine... geschichtliche Kirchen, historische Einlassung noch.

00:38:27: Weil sich uns vielleicht auf einen interessanten Gedanken bringen kann im Blick auf heutiges Fasten oder eine kritische Wahrnehmung des Fastens auch über weite Strecken – das war nicht noch spannend, das war mir nicht so klar vorher aber über weites Strecken des Mittelalters waren Fastenzeiten viel verbreiteter als es jetzt bei uns in Christentum der Fall war.

00:38:52: Ich habe einen spannenden Aufsatz über Lean Days and Fat days gelesen.

00:38:57: Also diese Praxis angeleitet oder aufgetragen von der Kirche mehrere Tage pro Woche und mehrere Wochen im Jahr zu fassen, bis zu ... also man hat wahrscheinlich hundertfünfzig- bis teilweise zweihundertfünftig Tage im Jahr hat man eigentlich unter Restriktionen Ernährung oder des Essens gelebt, also teilweise blieben nur hundert Tage im Jahr um ohne kirchlich auferlegte Einschränkungen zu essen.

00:39:34: Jetzt kann man sagen das ist sehr schrecklich wenn man da zweieinhalb Tage im jahr oder zwanzig tage im jahre irgendwie auf Dinge verzichten muss auf Fleisch oder Fisch oder so.

00:39:47: Da muss man aber dann auch sich klar machen dass natürlich die breite Bevölkerung auch ohne kirchliche Auflagen nicht dreihundertfünfundsechzig Tage im Jahr hätte Fleisch essen können, sondern dass die breite Bevölkerung über viele Zeiten hinweg sehr armbar und Fleisch- und Fischkonsum jetzt in der durchschnittlichen Familie sowieso nicht jeden Tag auf den Tisch gekommen wäre.

00:40:19: Und deshalb habe ich gemeint weißt du bringt uns das vielleicht auf einen interessanten Gedanken weil der freiwillige Verzicht eigentlich voraussetzt, dass man beschenkt ist mit dem worauf man verzichten freiwillig verzichtet.

00:40:35: Ja

00:40:35: und ich glaube das ist wirklich spannend oder?

00:40:38: Also dieses Fastenverständnis, dass Man im Mittelalter hatte also wo etwa zum Beispiel auf Fleisch oder auf Milch oder was auch immer verzicht worden ist kam ja dann durch die Reformation ganz stark in die Kritik Weil die Reformatoren gesagt haben, ja es ist nichts gegen das Fasten zu sagen.

00:40:57: Aber sie haben halt die Freiwilligkeit ganz stark betont und gesagt Es muss um einen Inhalt gehen den wir damit verbinden.

00:41:05: Also es geht nicht darum einfach ein Gesetz zu befolgen weil es ein Gesetz gibt Sondern es geht um eine Innerlichkeit Darum dass sich willendlich etwas weglassen, mir nicht zuführen was ich haben könnte.

00:41:24: Ja genau und ich finde das einfach... Ich sage das jetzt, wenn wir als Schweizer Wohlstandsbürger über Fasten reden.

00:41:33: Ich finde das eine wichtige Perspektive, dass wir uns immer bewusst machen es ist eigentlich ein Privileg freiwillig Fasten zu können weil es voraussetzt dass wir freiwilligen verzichten können auf etwas was für uns sonst selbstverständlich verfügbar ist.

00:41:49: und es gibt ja einen Aspekt auch des christlichen Fastens den man damit in Verbindung bringen kann, nämlich der Verzicht als Zeichen der Solidarität.

00:42:00: Dass man auch fastet im Gedenken und in der christlichen Tradition hat sich das ja auch verbunden diese Trias Fasten, Beten die arm sind, die diese Mittel nicht haben und das ich sage.

00:42:17: Ich habe Tage in meiner Woche oder in meinem Jahr, in denen ich gar nichts esse oder kein Fleisch esse im Gedenken an diejenigen, die nicht freiwillig darauf verzichten sondern die sich das schlicht nicht leisten können und dass ich mich quasi im Fasten auch hineinversetze in das Leben und die Realität derer nicht genug zu essen haben, die zumindest nicht diese teuren Fleischprodukte kaufen können usw.

00:42:47: Das ist schon ein Aspekt des Fastens eben der sich dann verbinden kann mit der Großzügigkeit gegenüber armen Menschen.

00:42:56: aber das finde ich durchaus zeitgemäß.

00:43:00: und da sind wir jetzt eigentlich bei einer ethisch interessanten Frage oder was bedeutet Fasten eigentlich in einer Überfluss, in einer Wohlstandsgesellschaft.

00:43:10: Ist das letztendlich dann eigentlich selbst zu einem Symptom geworden dieser Wohlstandsgesellschaft?

00:43:17: Also dass wir quasi sagen ja haben einen so krassen Überfluß Wir schwimmen in Lebensmitteln, jetzt ist man ganz gut das eine Zeit lang zu beschränken.

00:43:27: Aber erlonen der Verzicht oder quasi?

00:43:30: Und schon dass sich verzichten kann zeigt ja an, dass da ein Überfluss

00:43:34: ist.

00:43:37: Ja und gleichzeitig warten dann natürlich wieder verschiedene Gefahren auf uns ohne jetzt das Erfassten die heutigen Fasten-Trends grundsätzlich verdächtigend zu wollen.

00:43:52: Aber es gibt natürlich auch viele sehr im Trend liegende Formen des Fastens, die dann doch erkennbar wieder unter diesem Zeichen der Selbstoptimierung stehen oder halt primär eben sich selbst dienen wollen.

00:44:11: und die Frage ist für mich jetzt auch noch spannend Wenn wir jetzt als reformierte Theologen darüber sprechen oder auch als Verantwortliche in der Kirche darüber sprechen können, ist das jetzt eigentlich diese Fastentrends?

00:44:26: Ein Supersprungbrett für die Kirche um da aufzuspringen und zu sagen Wir nehmen die ein oder wir setzen uns auf diese Welle drauf.

00:44:36: Oder ist es dann eine Gefahr den Leuten quasi zu sagen ja Jetzt kannst du jetzt kannst du spirituell fasten Zeit die noch abnehmen und deinem Körper etwas Gutes tun, und dich selber optimieren.

00:44:49: Und wieder also beißt sich das biblische Fasten dass eine relative Tätigkeit ist in Verbindung mit Gott und im Blick auf die Nächsten auf andere Menschen geschieht, beißt sich das mit einem Fasten.

00:45:08: Das sehr stark von diesem Selbstoptimierungsgedanken und diesem Wellness-Gedanken auch diesen Leistungsgedanken eigentlich!

00:45:17: Wir haben das ja bei Achtsamkeit auch schon besprochen so.

00:45:21: Das kann dann immer wieder dazu dienen ich faste damit ich mich wieder mal auf null setze um besser zu funktionieren in einer beschleunigten Ehe.

00:45:31: bei diesem Thema immer viel weniger skeptisch.

00:45:34: Und ich würde sagen, ja du kannst das schon so drehen und es mag auch diese, ich sage jetzt mal defekten Formen von Fastenverständnis und Selbstverständnissen Gottes Verständnis alle geben.

00:45:47: aber

00:45:48: dieser Satz von Calvin aus der Institutio dass echte Gottes Erkenntnis tiefe Selbsterkenntnis ist und dass wirklich tiefe Selbsterkenntnisse immer auch Gottes Erkenntnis sind, würde ich auch bei diesem Thema vorne anstellen.

00:46:04: Also ungroß machen!

00:46:05: Und ich glaube gerade der Papst ausgerechnet hat jetzt eine fasten Botschaft verfasst in der ich finde das auf geniale Weise zusammenkommt.

00:46:18: Wenn wir an eine Überflussgesellschaft denken, dann denken wir schnell daran, dass wir zu viele Lebensmittel haben.

00:46:24: Dass wir ganz viele Lebensmitteln wegschmeißen etc.

00:46:27: Papst Leo hat etwas anderes gedacht dieses Jahr nämlich an diesen überfluss an Geräte, an Kommunikation und an Mitteilungen die gemacht werden bedeutet fast und zunächst mal eine Umkehr.

00:46:45: Und zwar nicht eine umkehr, indem ich sage oh wer bin ich was tu ich also?

00:46:50: es dreht sich aber gerade nicht nur um sich selbst sondern es geht um ein erneutes Hören auf das Wort Gottes und dafür Platz zu machen.

00:46:58: in einer Überflussgesellschaft wo du zu viele Nachrichten hast wohl zu viel ständig auf dich einprasselt kann eine richtig schwierige geistliche Übung sein.

00:47:09: Also da quasi zu sagen, nein ich fange jetzt nicht wieder an mit dem nächsten Detoxplan.

00:47:14: Nicht mit der nächsten Super-Zwölfschritte-Maßnahme die ich in mein Leben bringe sondern ich versuche einfach mal die Klappe zu halten und auf Gott zu hören um mal zu schauen was mir da begegnet und was sich da auftut das finde ich schon ziemlich geniale Gedanken und dann auch zu sagen dass wir fasten sollen also das worauf wir verzichten sollen in dieser Zeit sind z.B.

00:47:37: dann verletzende Worte, vorschnelle Urteile, Gerede über Menschen die abwesen sind, die nicht dazu Stellung nehmen können darauf andere zu verläumten und stattdessen sollen wir in unser Leben hineinlassen Freundlichkeit, sondern eine abgewogene Sprache pflegen und eine Hoffnung und einen Frieden im öffentlichen Diskurs zum Ausdruck bringen.

00:48:01: Und das finde ich jetzt eigentlich eine supergute Verbindung.

00:48:04: oder von dieser geteilten Gegenwartdiagnose, dass da ein zu viel ist mit dem sich das nicht einfach moralistisch bewerte und sage ja wer sind wir schon?

00:48:17: Dass wir über Fasten reden können Wir haben ja von allen zu viele.

00:48:20: Nein vielleicht liegt unsere Falle gerade eben zuviel

00:48:25: Ja, aber ich finde also das finde ich eine sehr spannende Perspektive auf das Fasten was jetzt auch durch diese Empfehlung des Papstes zur moralischen oder zur rhetorischen Abrüstung quasi damit einhergeht.

00:48:41: Es ist dann wirklich ursprünglich biblischen und theologischen Sinne ist diese Art des Fastens auch eine relative Angelegenheit.

00:48:51: Das ist unbedingt, er sagt jetzt quasi nicht weiß man könnte das auch sagen verzichte mal auf es gibt ja auch Social Media Detox und so ich verzichte auf die Kommentare auf Insta usw.

00:49:03: Ja das ist immer das Geiste wenn Leute auf Social media posten dass sie jetzt auf Social Media verzichten.

00:49:09: Aber eben du kannst das auch machen einfach nur Das ist nicht verwerflich, aber es ist dann eine ganz, ganz viel, viel eingeschränktere Perspektive.

00:49:20: Du kannst das machen nur um deinen Kopf frei zu kriegen und nicht alle Pausen deines Lebens aufzufüllen mit irgendwelchen Insta-Kommentaren und Videos

00:49:30: usw.,

00:49:31: du kannst das nur für dich machen in der Nabelschau und dich dann beobachten.

00:49:35: was macht das jetzt mit mir wenn ich diese Zeit auf Social Media nicht mehr habe?

00:49:39: Und das Nicht einmal im Zentrum der Empfehlung des Papstes, dieser fasten Empfehung.

00:49:46: Sondern wenn er sagt wir sollen... das ist im relationalen Sinne in Bezug auf Menschen.

00:49:52: Wir sollen verzichten auf diese üble Nachrede Auf diese aggressiven Kommentare und stattdessen Freundlichkeit üben und so weiter.

00:50:02: Das kannst du ziemlich Zwanglos in Übereinstimmung bringen, auch mit dieser prophetischen fasten Kritik und fasten Vision von Jesaja.

00:50:13: Der sagt ja es kommt nicht auf diese Verzichtsübung an sich an sondern es kommt darauf an wie wir Menschen begegnen und in welchem Verhältnis für uns zu Gott setzen.

00:50:23: Ja genau, also ich glaube dass das eigentlich der Kern der Frage ist.

00:50:27: Also gar nicht ob wir uns damit auch selbst optimieren, ob es uns dabei nicht auch um uns selbst geht sondern ob dieses auch in einer Beziehung steht zu der Wirklichkeit Gottes für die wir uns öffnen im Fass und natürlich wird uns das auch transformieren.

00:50:48: Natürlich macht uns das zu anderen Menschen, wenn wir mit dem lieben Gott zu tun haben.

00:50:52: Das ist doch ganz klar und das würde ich gar nicht gegeneinander ausspielen sondern ich würde sagen naja Fasten bedeutet ja gleichzeitig auch dass du sowas brauchst wie geistliche Nahrung also dass diese Offenheit dann eben auch gefüllt werden darf durch Beziehungen durch ein sich Ausstrecken nach Transcendent, sich ein berühren lassen von Gott.

00:51:14: Ein offenwerden für Gottes Wort etc... Und deswegen finde ich das eigentlich beim bei dieser päpstlichen Empfehlung total genial, dass es nicht darum geht das Fasten jetzt eine geistige Disziplin ist die wir durchstehen sollen.

00:51:29: Obwohl das ja wirklich unter schwierigen Bedingungen, das anerkennt der Papsteres, ist eine schwierige Bedingung unter diesem ganzen Getöse und dem ganzen Lärm auch mal innezuhalten und still zu werden und sich für das Wort Gottes zu öffnen.

00:51:43: aber

00:51:44: der eigentliche Kern vielleicht eher wieder sich öffnen für diese ganze Beziehungsdimension?

00:51:52: Ja genau, dieses könnte man mit Hartmut Rosa sagen.

00:51:56: Dieses In-Resonanz

00:51:58: gehen

00:51:58: mit der Welt, mit Gott und den Menschen, sich öffen für gesunde Interaktionen nicht nur zu senden, mit auf allen Kanälen sondern zu empfangen von Gott und von anderen Menschen, Menschen wahrzunehmen.

00:52:18: Also das finde ich wirklich auf einer Linie mit dem gesunden Fasten wie ich es jetzt so biblisch-theologisch frame'n würde.

00:52:28: also das ist schon eine bedenkenswerte Empfehlung des Parts an der Stelle muss man nightlos zugeben

00:52:36: da fand ich wirklich sehr gut und es war jetzt mal wirklich eine ... ja.

00:52:41: Ein sich darauf einlassen, dass wir eine Realität von Social Media haben.

00:52:45: Von medialer Öffentlichkeit die nicht einfach moralistisch ist und das alles in denselben Top schmeißt sondern quasi sagt Schau mal!

00:52:54: Das ist ein Feld wo du auch freundlich sein kannst oder auch Hoffnung ausdrücken kannst.

00:52:59: Und das finde ich eigentlich eine wunderbare Vision.

00:53:01: zu sagen Die Fastenzeit ist nicht eine zeitasketische Übung Sondern es könnte eine Zeit sein In der Christenmenschen Hoffnung Leute und Geduld, eine Bereitschaft zuzuhören.

00:53:15: Gerade in der Öffentlichkeit ausdrücken und ausstanden – ich glaube tatsächlich dass das etwas ist was wirklich Gesellschaft prägen kann.

00:53:24: Ich glaube wenn das alle gleichzeitig tun würden dann hätte es eine ungeheure Kraft.

00:53:32: Wie du angetönt hast, es ist nicht einfach ein kulturpessimistisches Statement.

00:53:38: Jetzt werft eure Handys weg und entzieht euch dieser Social Media Kultur sondern es ist eigentlich ein Statement sich in unter der Voraussetzung einer digitalisierten Wirklichkeit und unter der voraussassung einer sozial medialen Öffentlichkeit anders zu positionieren und anders zu verhalten.

00:53:57: das Das gefällt mir auch.

00:53:59: Eigentlich sehr viel besser als diese Radikalkuren, die man dann oft vorschlägt oder sich auferlegt weil man das Gefühl hat, dass ist alles krank und kaputt und so.

00:54:10: Und dann bleibt man aber auch oft nicht dabei?

00:54:13: Oder es ist halt auch die Nachhaltigkeit... Es gibt da übrigens auch empirische Studien dazu zu Digital Detox

00:54:21: usw.,

00:54:21: Auch wenn das kann alles gut sein!

00:54:23: Aber die nachhaltigkeit ist oft zweifelhaft.

00:54:27: dann man enthält sich radikal einer Sache, aber wenn es nicht zu einem Umdenken führt an sich.

00:54:37: Dann nimmt man vierzig Tage später quasi den alten Usus wieder auf.

00:54:42: Ja sogar noch schlimmer oder?

00:54:44: Es gibt ja wirklich Studien die zeigen das ist... Ich schließe jetzt nochmal an dieses Thema an dass wir am Anfang hatten mit dem Alkohol oder?

00:54:51: Das ist ja so gar ein Symptom von Alkohlismus Weil die Idee ist ja quasi so, ich habe dreißig Tage durchgestanden.

00:55:01: Ich habe mir und der Welt bewiesen, dass ich kein Problem habe!

00:55:05: Und nun lasst uns die übrigen elf Monate in Saus-und-Braus genießen oder?

00:55:10: Das ist ja ganz oft die Haltung.

00:55:12: Ich

00:55:12: muss mir einmal im Jahr beweisen, daß sich kein Alkoholiker bin.

00:55:15: Ja

00:55:16: genau und dann schafft man das wieder nächstes Jahr.

00:55:19: Und ich glaube, das zeigt eben schon ganz viel auch für die üblichen Themen.

00:55:23: also wenn es darum geht, Diese Fastenzeit einfach als eine Zeit des Verzichts verstehe im Sinne von ich verzichte auf etwas, das ich eigentlich lieb habe und es fällt mir schwer, dass jetzt nicht zu kriegen in dieser Zeit.

00:55:39: Und dann ist zwar eine beachtliche Leistung von Selbstkontrolle und mag ganz toll sein, dass ein Mensch das kann und schafft.

00:55:48: Aber ich glaube in der Fastenzeit selbst geht es eigentlich darum, dass wir eher Raum schaffen für etwas anderes was sonst zu kurz kommt.

00:55:56: Also sei das Freundlichkeit die Bereitschaft zuzuhören etc... Und das finde ich ist dann der eigentliche Kern von Fasten.

00:56:06: Das ist der eigentliche Sinn, um den es geht und das würde ich gar nicht ausspielen gegen dass es uns persönlich als Menschen auch was bringt.

00:56:14: aber manu bevor ich predigen komme dir gehört das armen.

00:56:17: ich habe das thema mitgebracht.

00:56:25: ja mein armen schließt einen einfall an, den ich während unseres Gesprächs nämlich hatte.

00:56:34: Du hast mich ja gefragt nach meiner Fastenpraxis und mir ist erst jetzt eingefallen dass ich das ganze letzte Jahr bis heute jetzt Mitte Februar darauf verzichtet habe, Kleider und Schuhe zu kaufen.

00:56:48: Ich hab ein ganzes Jahr lang und jetzt mehr als ein Jahr mir selber das auferlegt um mit meiner Frau abgemacht.

00:56:55: Jetzt ist mal gut!

00:56:56: Jetzt bestelle ich nichts mehr.

00:56:58: Salando Lounge App gelöscht und so auf meinem Handy und keine Kleider vor allem keine Schuhen gekauft.

00:57:08: Das Krasse ist nach einer Anfangszeit, die es mir ... Die schwer war, mir diesen Blick auf die neuesten Aktionen zu verwehren.

00:57:18: Nach einer Anfangszeit ist mir das total leicht gefallen und zwar aus dem einfachen Grund, dass einfach meine Kleiderschränke voll sind um meine Schuhschränken voll sind weißt du?

00:57:27: Ich hab irgendwie dreißig Sneakers ich habe so viele T-Shirts Und gut, ich schmeiß auch nichts weg!

00:57:33: Ich hab T-shirts, die ich seit fünfzehn Jahren trage.

00:57:35: aber Ich habe Überfluss in dieser Hinsicht und deshalb konnte ich ein Jahr, und ich werde das wahrscheinlich diese auch noch durchziehen.

00:57:45: Konnte ich darauf verzichten ohne etwas zu vermissen?

00:57:48: Und mein Armen der Woche ist einfach fast ... Ich will mir das vor Augen malen, Fasten ist ein Zeichen des Beschenktseins.

00:57:57: Nur wer überfluss oder nur wer genug hat kann freiwillig verzichten die Möglichkeit zu fasten, auch einfach ein Grund zur Dankbarkeit sein.

00:58:13: Amen!

00:58:14: Wunderbar!

00:58:15: Ja manu, wenn unsere Zuhörerinnen und Zuhöre diesen Podcast hören dann bist du in den Skiferien als Nicht-Skifahrer.

00:58:24: Ich weiß dass Du dann die Küche schmeißt das Du einkaufen wirst, dass Du das auch sehr genießt dann die Familie wieder empfangen zu können wenn die von der Skipiste zurückkommen.

00:58:37: Das ist, was bei dir nächste Woche ansteht.

00:58:40: Vielleicht trotzdem noch.

00:58:41: gibt es irgendetwas, sei es privat oder beruflich?

00:58:46: Was dich beschäftigt in dieser Zeit?

00:58:50: Ich freue mich eben den Skiferin Reto zu treffen, den ich letztes Jahr kennengelernt habe ein Arzt mit dem ich mich gut verstehe.

00:59:01: Ich hab den kennengelernt, weil ich eine Schulterentzündung hatte.

00:59:04: Eine ganz üble und die halben Skiferien letztes Jahr.

00:59:08: Wachlag Nachts, weil mir die Schulter so geschmerzt hat.

00:59:13: aber dank dieser Schulterverletzung habe ich den Arzt kennengelernet und bin mit ihm jetzt immer wieder in Kontakt gewesen und wir haben abgemacht.

00:59:22: einen Abend gehen wir zusammen aus Und reden.

00:59:26: Darauf freue ich mich sehr.

00:59:27: Ja,

00:59:27: wunderbar!

00:59:29: Ich werde versuchen die Woche ohne dich irgendwie zu überstehen hier.

00:59:33: Vielleicht schicke ich dir ab und zum Sprachnachrichten vielleicht Antwortest du sogar mal würde mich sehr freuen.

00:59:39: Ich wünschte auf jeden Fall gutes Wetter.

00:59:42: Pulverschnee habt ihr, so wie es jetzt geschneit hat?

00:59:44: Das kann

00:59:45: zu viel!

00:59:45: Es kann

00:59:46: sich nicht mehr ändern.

00:59:47: genau und bleibt wirklich alle gesundes ist ja immer wieder schrecklich.

00:59:52: wenn man den Helikopter hört oder diese Notfalltransport-Schlitten sieht.

00:59:57: ich mir ist das jedes mal wieder durch Mark und Bein gegangen.

01:00:01: also ich selbst im Skiurlaub war vor zwei Wochen Ja, aber euch einfach alles alles Gute und euch die ihr zuhört wenn ihr auf der Skipiste seid oder Zuhause oder beim Arbeiten auch euch alles Gutes und püret euch Gott.

01:00:17: Tschüss zusammen!

Über diesen Podcast

Was heisst das eigentlich, Christ zu sein? Woran glauben Christen und was können sie getrost aufgeben? Logisch, dass sich Manuel Schmid & Stephan Jütte dabei nicht immer einig sind. Aber sie versuchen in diesem Podcast zusammen herauszufinden, was für sie wirklich zählt und was ihnen eher im Weg steht. Und klar: Beide wissen es auch nicht wirklich. Aber vielleicht regt es dich an zum Mitdenken. Oder es regt dich auf und du magst mit ihnen streiten. Oder du schreibst ihnen einfach mal, was du nicht mehr glauben kannst oder musst oder willst.

von und mit Manuel Schmid & Stephan Jütte

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