00:00:04:
00:00:23: Wir begrüßen euch ganz herzlich zu unserer Osterfolge.
00:00:27: Unter dem Titel Ostern ist keine Privatsache!
00:00:32: klingt jetzt zunächst vielleicht ein bisschen verstörend, weil Ostern ist ja wirklich.
00:00:36: wenn es was ist dann ein Moment für den großen Familienbrunch das Familientreffen über das verlängerte Wochenende dass man gemeinsam begeht.
00:00:46: Wir wollen uns heute mal der Frage widmen was eigentlich Ostern meint nicht nur ganz existenziell für dich und mich sondern für die Welt für das ganze große und darüber werden wir dann sprechen beim Thema der Woche.
00:01:04: Hallo Manu!
00:01:06: Ja Stefan, grüß dich.
00:01:08: Wir sind wieder hier im beschaulichen Studio beziehungsweise in deinem Büro.
00:01:16: Montagmorgen ist jetzt und wir beginnen die Woche mit ausgeglaubt Und viel Kaffee.
00:01:24: Also besser wird es nicht mehr.
00:01:26: Ja, sehr schön.
00:01:27: Wir fangen an mit unseren Kategorien.
00:01:30: Und du hast mir gesagt, du bringst ein Halleluja mit!
00:01:39: Ich hätte sogar... grad mehrere.
00:01:41: Ich freue mich über die Sommerzeit, wenn sie anfängt weil es dann abends wieder länger hell ist und das schätze ich sehr.
00:01:50: da habe ich irgendwie mehr von.
00:01:52: Ich hab das Gefühl dass Leben zieht weniger an mir vorbei wenn es nicht zu früh dunkel wird.
00:01:58: Das mag ich immer sehr!
00:02:00: Und ich war am Wochenende am Swiss Podcast Awards-Event war das in Zürich Und das war erstaunlich toll, also ich bin mir nicht ganz sicher gewesen.
00:02:13: Ihr
00:02:14: wart auch nominiert?
00:02:15: Genau!
00:02:15: Wir waren nominierter mit dem Podcast Popcorn Culture.
00:02:19: Das ist ja eigentlich so ein bisschen mein erstes Reflap Baby gewesen.
00:02:25: Mein Herzenspodcast den ich aus einer ganz persönlichen und privaten Leidenschaft heraus entwickelt habe nämlich als Netflix-Chunky der fast jeden Abend sich noch ein, zwei Episoden irgendeiner Serie reinzieht habe ich ja vor jetzt sechs Jahren oder so als wir mit Reflap gestartet sind damals Stefan in der wilden Pionierphase.
00:02:52: Wir haben überlegt, was könnte man denn so podcastmäßig machen?
00:02:56: Und da habe ich diese Idee eingebracht.
00:02:58: Ja, Popcorn Culture!
00:02:59: Ich würde gerne über Serien sprechen und das machen wir jetzt seit sechs Jahren und da hat sich ja dann ein Team entwickelt mit Jana Horstmann und Jay im Jakob Friedrichs den manche aus Hossa Talk und so weiter kennen.
00:03:15: Jedenfalls, wir sind nominiert worden in einer eigenartigen Kategorie nicht in der Kategoriekultur sondern bei NPO-Podcast.
00:03:24: Wahrscheinlich wegen der Trägerschaft?
00:03:25: Genau hat man gedacht ja das ist ein Kirchenpodcast und so und da sind wir nominierend gewesen.
00:03:30: und weil die beiden anderen... Ja!
00:03:33: Den Podcast für mich jetzt fortführe ich bin ja gar nicht mehr dabei seit dem neuen Jahr aber die konnten nicht dabei sein ich angeboten und bin dann sogar fast ein bisschen nervös geworden, weil ich gedacht habe meine Zeit ist der Raum war voll mit der Schweizer mindestens B-Prominenz.
00:03:52: Also richtig tolle und auch so bekannte Leute aus Funk und Fernsehen wie man so schön sagt.
00:03:59: Barbara Bleisch war da, Komitien Michael Elsner und sie war Dili Ring einen Schweizer Podcast der das Hallenstadion gefüllt hat und viele andere.
00:04:10: Wir haben dann nicht gewonnen in unserer Kategorie, aber ...
00:04:13: Wahrscheinlich ganz knapp.
00:04:15: Knapp
00:04:15: nicht, aber wir waren ja unter den fünf Bestplatzierten in der Kategorie, aber gewonnen hat dann – ich glaube, der Podcast heißt Aufbewährung und er wurde von Cheyenne McKay produziert die wir ja kennen auch mit der wir auch Podcast Coachings oder Workshops gemacht haben oder sie mit uns.
00:04:35: Grüße gehen raus an Cheyennes.
00:04:37: Ich habe mich sehr gefreut Sie da zu sehen.
00:04:40: Das war einfach rundum irgendwie ein gelungener Abend und mal wieder so ein bisschen ausgehlaune in Zürich.
00:04:50: Wunderbar!
00:04:51: Ja, Manu, dann bleibt mir diese Woche das Stoßgebet.
00:04:57: Sto-S-Ge-Beet?
00:05:01: Ja, Sto's Ge-Beat ist vielleicht ein bisschen übertrieben aber manchmal wundere ich mich doch über meine eigene Dummheit.
00:05:09: So, heute Morgen.
00:05:10: Ich bin aufgewacht noch vor dem Wecker und hab mich richtig gut gefühlt.
00:05:15: Und du weißt ja ich habe so eine Smartwatch die meinen Schlaf trakt... ...und hab mich echt gefreut jetzt da einen riesen Sleep-Score zu finden!
00:05:23: Ich bin gestern früh ins Bett.
00:05:25: Ich hab mich echt gut gefühlt heute Morgen.. ..und dann sehe ich das Sleep-Score nur seventy zwei Punkte.
00:05:33: Schlaf nicht erholsam Und seitdem fühle ich mich deutlich müder und etwas abgeschlagen, und frage mich wie ich den heutigen Tag schaffe.
00:05:45: Das, was ich mich aber besonders über mich selbst wundere ist.
00:05:49: Dass sich dann doch dazu neige in solchen Momenten meiner Uhr mehr zu trauen als meinem eigenen Befinden.
00:05:56: und ich habe jetzt mal profilaktisch ganz viele Vitamine eingeworfen heute Morgen und hoffe dass ich gut über die Runden komme.
00:06:03: Ja das habe ich jetzt gerade gedacht.
00:06:06: so diese Vermessung des Körpers.
00:06:08: da ist ja auch schon viel darüber nachgedacht und geschrieben worden.
00:06:11: Du hast ja hier schon ein Fäbel für.
00:06:14: Und entsprechend, wenn dir deine Uhr anzeigt, dass du irgendwie auf achtundneinzig Prozent Schlaferholung gewesen bist ... Dann hast du das Gefühl, du könntest Bäume ausreißen!
00:06:25: Aber wenn die Uhr das Gegenteil beweist, egal wie du dich fühlst, dann fühlste dich schon fast verpflichtet, dich schlapp zu fühlen, weil uhr sagt.
00:06:35: Ich
00:06:36: verstehe auch immer die ganzen Influencer nicht so oft.
00:06:39: Instagram vorhören sich, dass die immer sagen ja höre auf deinem Körper, höre nicht zuerst auf die Uhr.
00:06:45: und ich denke wie willst du das tun?
00:06:47: Weil die Uhr gibt dir so ein klares Ergebnis.
00:06:50: Ein Resultat!
00:06:51: Du kannst eine Grafik dazu anschauen und dann siehst du nein der Schlaf war scheißig.
00:06:56: haben wir es nur eingebildet?
00:06:58: Ich schaffe das nicht.
00:07:01: Oh Gott da bin ich froh, dass ich meinen Schlaf nicht vermessen lasse.
00:07:06: Also heute war es ein bisschen schwierig, weil man ja eine Stunde früher eigentlich raus muss bei Sommerzeit umschliessen.
00:07:12: Konnte
00:07:12: man sich aber gestern schon dran gewöhnen um Sonntag?
00:07:14: Ja das habe ich leider verpasst.
00:07:15: also ihr Lieben wir sind bei unserem Thema der Woche
00:07:20: angelangt!
00:07:23: Thema der Woche.
00:07:26: Ostern ist keine Privatsache.
00:07:29: Wir haben uns im Vorfeld erstaunlich viele Gedanken gemacht Stefan über diese Folge Weil wie gesagt haben eigentlich würden mir gerne etwas machen im Blick auf.
00:07:39: Ostern, das ist ja... Ehrlich gesagt
00:07:41: war es ja ein bisschen so.
00:07:42: Eigentlich wollten wir was machen zu Ostern aber haben dann gesagt Jaaa wirklich schon wieder!
00:07:47: Also wieder zu diesem Auferstehungsthema, wie dazu?
00:07:51: Was bedeutet Ostern für uns ganz persönlich
00:07:54: etc.?
00:07:55: Ja genau also.
00:07:56: wir haben uns dann halt erinnert weil unser Podcast auch sechs Jahre auf dem Buckel hat und wir jetzt irgendwie so ungefähr bei Folge drei hundert angekommen sind ist natürlich Ostern auf erst als wahrscheinlich das zentrale Moment des christlichen Glaubens auch schon ein paar mal zur Sprache gekommen.
00:08:17: Und die Idee hat sich dann aus vielen Diskussionen ergeben und ich freu mich sehr, mit dir darüber zu sprechen so... Die Idee Ostern.
00:08:26: eigentlich neigt man ein bisschen dazu Die Rede von Ostern eben immer so ins Private abzudrängen.
00:08:33: Oder man macht ein Interviews, man bringt ihn in irgendeinem Kirchenblättchen oder auch je nachdem in einer zeitung, in einer säkularen Zeitung wird dann an Ostern werden noch mal ein paar Fahrpersonen und kirchenverantwortliche oder auch normale Christenmenschen befragt was heißt Ostern für dich?
00:08:52: Und dann kommen immer ganz rürige auch Ernstgemeinte.
00:08:59: für mich, dass der Tod mich das letzte Wort hat und das heißt für mich dass es irgendwo nach dem
00:09:06: Winter kommt der Frühling.
00:09:07: Genau!
00:09:07: Nach dem Winter Das ist ja alles auch völlig berechtigt.
00:09:15: Nur neigt eigentlich die Rede von Ostern in unserer Zeit oft dazu, dass man sich so eben auf private Frömmigkeitsmomente und rührige Gefühle irgendwie zurückzieht... Und
00:09:30: wo es nicht rein privat ist oder ist dann ein Familienfest?
00:09:33: Ja genau!
00:09:34: Aber es wird eigentlich doch dann völlig so in die eigenen für Wendeverband.
00:09:43: Und wenn es Bedeutung hat, Ostan dann ist das irgendwie das was ich in meiner Frömmigkeit und in meiner vielleicht Familienbubble noch daraus erziehe.
00:09:55: Wir haben eigentlich im Gespräch gemerkt, eigentlich geht das ab Impuls von Ostern wie er uns im neuen Testament entgegenkommt ziemlich krass vorbei.
00:10:06: Genau weil
00:10:06: Ostern zunächst mal gar nicht so dermaßen persönlich Ostern sagt eigentlich zunächst mal ganz wenig über den Menschen aus, sondern viel über die Menschheit.
00:10:21: Eigentlich ganz wenig über ein persönliches Weiterleben aus und ganz viel über die Wirklichkeit als Ganze.
00:10:29: Und das ist so der Anspruch von Ostern, den wir vielleicht manchmal im Bestreben darum, den Glauben aus einer existenziellen Sicht auch zu verstehen und zu erklären was das wirklich für uns Einzelne bedeutet Wo wir vielleicht Ostern und den Glauben und den Osterglauben selbst etwas zu klein gemacht haben.
00:10:53: Ja oder eben dann auch sehr stark verflachen und individualisieren im Blick auf eine optimistische Lebensperspektive.
00:11:02: Dann wird eigentlich Ostern, die Osterhoffnung, schnell zu einem Synonym für Lebensoptimismus.
00:11:10: Und in dümmsten Fall hängt es noch von der Persönlichkeit ab dass es manchen Leuten viel einfacher fällt österlich zu leben weil sie von der Natur mit einem frohen Erwartung ausgestattet waren.
00:11:25: und die eher pessimistischen Zeitgenossen, die haben dann eigentlich reingeschissen.
00:11:32: Weil denen sich Ostern irgendwie nicht so richtig erschließen.
00:11:36: Ja aber
00:11:36: vielleicht auch derzeit genau das eine ursprüngliche Bedeutung von Ostern an, die mal größer war als dieses rein individuelle.
00:11:44: Dass man sagt ja Ostern müssen wir auf dem Termin legen wo eben die Sommerzeit beginnt.
00:11:50: Wo es wieder blüht es wieder grün wird, wo was wächst und was gedeiht.
00:11:56: Und das hat ja mindestens schon mal damit zu tun dass auch in meiner Umgebung etwas passiert, was diese Note trägt.
00:12:04: Ja wir wollen heute darüber sprechen, dass Ostern eine ganz starke Idee ist und vielleicht eben sogar mehr als eine Idee in Konkurrenz zu der bestehenden Ordnung tritt, in der wir leben.
00:12:21: Und dazu... Müssen wir bei einem Thema anfangen, das uns in den letzten beiden Jahren immer wieder stärker beschäftigt hat Manu.
00:12:28: Wir haben ja beide mal angefangen und darüber zu fetzen wie eigentlich diese Ostergeschichte redaktionsgeschichtlich zusammengesetzt ist welchen existenziellen Sinn sie haben kann Wie die unterschiedlichen Evangelien zu unterschiedlichen Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen sprechen Und sind ja in den letzen beiden Jahren würde ich sagen Beide vielleicht auch beeinflusst voneinander, immer wie stärker so auf die Schiene gestoßen.
00:12:54: Dass eigentlich ja mit dem Evangelium im Kern etwas Überpersönliches gemeint ist, dass es um das Reich Gottes geht als große Idee und ich glaube, das ist etwas was ganz stark auch mit Ostern zusammenhängt also vielleicht sogar der eigentliche Kern von Ostern sein kann.
00:13:14: Ja würde ich auch sagen für mich ist auch reich Gottes, so Erklärungsbedürftig das ist in unserer Zeit.
00:13:22: Aber Reich Gottes ist für mich eigentlich zu einem ganz entscheidenden Begriff geworden um überhaupt das Leben als Christ die christliche Existenz wie man so schön sagte und überhaupt auch das Leben und den Auftrag der Kirche verstehen.
00:13:45: Also für mich ist Reich Gottes eigentlich so der Spielraum, der durch Ostern eröffnet wurde oder die Existenzmöglichkeit, die durch Ostermann eröffnete wurde.
00:14:02: Da ist wie an Ostern irgendwie etwas mit unserer ... um es ganz steil zu sagen, etwas mit unsere Wirklichkeit passiert Das überhaupt erst so etwas wie das Reich Gottes.
00:14:16: möglich macht, weil das für mich bedeutet also Reich Gottes um dass jetzt gerade in Zeiten des christlichen Nationalismus ein bisschen auch abzugrenzen.
00:14:28: Reich Gottes hat für mich nichts zu tun mit einer mit einem christlichen nationalstaat oder mit dem Versuch irgendwie die mächtigen Stellen in den verschiedenen Lebensbereichen oder Gesellschafts Bereichen mit Christen zu besetzen und christliche Werte und moralische Gebote quasi dann staatlich umzusetzen.
00:14:53: Nichts damit!
00:14:54: Und es hat für
00:14:54: mich nicht mal mit christlichen Werten oder im engeren Sinn?
00:14:57: Nein,
00:14:57: es hat auf jeden Fall nicht dieses Impä- also es ist das Gegenteil dieses imperialistischen Impulses, den man teilweise jetzt in den USA beobachten kann.
00:15:09: Das ist für mich Reich Gottes das Gegenteil und es ist aber auch nicht um es auf eine andere Seite noch abzugrenzen.
00:15:16: Reich Gottes ist für mir auch nicht die Vision einer Parallelgesellschaft quasi dass man sagt nein wir nehmen diese Welt nicht ein sondern wir ziehen uns zurück und Reich Gottes is dann christliche Schulen christliche Quartiere christliche Vereine christliche Musik Und man macht eigentlich eine Parallelwelt jenseits dieser Welt.
00:15:38: Beides halte ich für Antithesen dessen, was Reich Gottes eigentlich macht?
00:15:43: Ja
00:15:43: das finde ich sehr gut!
00:15:45: Ich habe mir in der Vorbereitung überlegt dass einer der aller bekanntesten Texte des neuen Testamentes eigentlich mit der Osterhoffnung dem Osterglauben, dem Ostardatum steht und fällt.
00:16:00: wenn man nämlich das unser Vater gebet, sich mal so auf der Zunge zergehen lässt und sich vorstellt es gäbe kein Ostern.
00:16:08: Also kein Freitag wäre's gewesen und dann der Letzte löscht das Licht?
00:16:12: Dann wäre dieser Text auch schlecht gealtert.
00:16:15: also nur ein paar Beispiele.
00:16:17: oder wenn du betest dein Reich komme oder wenn Du sagst Dein Wille geschehe dann wären das ja eigentlich Sätze, wenn mit Ka Freitag alles zu Ende gewesen wäre.
00:16:30: Die ja schon fast was Zynisches hätten!
00:16:34: Ja.
00:16:34: Die wirklich unfreiwillig komisch werden, oder?
00:16:37: Also derjenige, der uns so beten lernt, der stirbt dann am Kreuz einen schandvollen und auch grausamen Tod.
00:16:48: Und was wäre denn das Reich Gottes, was da kommen soll?
00:16:51: Das könnte ja dann höchstens wie du es vorher anklingen lassen hast etwas Paralleles sein, etwas was nichts damit zu tun hatte, etwas, was ganz anders sein müsste.
00:17:01: aber Wenn man von Ostern her denkt, dann ist eigentlich dieses unser Vatergebet so was wie eine spirituelle Einübung in einer Haltung des Widerstands.
00:17:13: Also eigentlich eine politische Form von Hoffnung auch!
00:17:16: Dann wäre dein Reich komme – auch eine Aussage darüber – dass diese Welt noch nicht genug ist, dass sie nicht gerecht genug ist... den Menschen, die in dieser Welt leben noch nicht entspricht und dass sie Gott so wie Sie ist, noch nicht gefällt.
00:17:36: Ja also du meinst jedes Mal wenn Christinnen und Christen dieses Vater unser beten oder Gebete formulieren im Geiste des Vaterunters dann und sie sagen, dein Reich komme, dein Wille geschehe.
00:17:54: Dann machen Sie eigentlich zwei Dinge deutlich.
00:17:57: Sie sagen einerseits so wie es jetzt ist – ist es noch nicht gut?
00:18:03: Es Es entspricht nicht dem Willen Gottes oder den Absichten, oder den Zielvorstellungen Gottes so wie es jetzt ist und es muss nicht so bleiben.
00:18:19: Sagst du damit auch?
00:18:20: Genau!
00:18:20: Dein Reich komme hier... Es könnte anders sein, es kann anders sein.
00:18:25: Es sollte anders sein.
00:18:27: also beides im Prinzip kann man sagen mit dem Vater Unser führt man sich auch vor Augen Also es ist eigentlich ein beunruhigendes Gebet.
00:18:37: Ja, genau!
00:18:38: Es ist ein Gebet das ein innerlich aufwühlt und was uns irgendwo so mitnimmt in einen Widerspruch.
00:18:49: also zum Beispiel ja eine Verrücktheit dass auch du und ich zusammen mit ganz vielen anderen saturierten westlichen Christinnen und Christen dafür beten dass wir uns ein tägliches Brot heute kriegen.
00:19:04: Das macht ja irgendwas mit einem, wo man denkt also sind wir wirklich die, die jetzt darum bitten sollten?
00:19:12: Weil wir haben ja die ganzen Vorratskammern gefüllt!
00:19:15: Wir haben Brot genug, wir haben Ästen genug.
00:19:19: Sind wir diejenigen, die eigentlich auf dieses Reich Gottes hoffen können oder nicht?
00:19:25: und was bedeutet das jetzt für uns und für das, was wir eigentlich zu tun hätten in einer solchen Welt?
00:19:31: Ja.
00:19:32: Also ich würde sagen es ist ja dann auch selbst wenn man selber sich um sein tägliches Brot keine Sorgen machen muss, ist dieses Gebet ja auch eine Erinnerung an Menschen die eben sehr wohl denen eben sehr wohlt dass tägliche Brot fehlt.
00:19:47: also es veranlasst eigentlich zur Solidarität und so Empathie.
00:19:53: Es ist noch nicht so, wie es sein sollte.
00:19:59: Und dann ist aber eben diese Hoffnungsperspektive oder man müsste eigentlich ... Es ist fast zu schwach einfach von Hoffnung zu reden.
00:20:09: Man könnte sagen, diese Erwartung ist mitverbaut.
00:20:12: Es kann anders sein und das soll anders sein!
00:20:15: Und es wird anders werden!
00:20:16: Also
00:20:17: genau... Es ist eigentlich nicht das, was wir klassischerweise mit Hoffnung meinten.
00:20:23: Also Hoffnung kenne ich eher so als etwas Passives.
00:20:28: Dass meine Fußballmannschaft hinten liegt im Spiel und ich hoffe und fiebere aber mit dass die das noch drehen.
00:20:37: Aber selbst habe ich ehrlich gesagt keinen Einfluss drauf.
00:20:40: Ich bin ein Zuschauer darin.
00:20:43: Und diese Osterhoffnung wäre wirklich etwas ganz anderes weil sie uns quasi vor die Entscheidung stellt, ob wir uns darauf einlassen können diese Gerechtigkeit nicht nur... von irgendwem irgendwann zu erhoffen, sondern selbst tätig zu werden.
00:21:03: Sich selbst mitreißen zu lassen in diese Hoffnung auf eine gerechtige.
00:21:09: Und ich glaube die ganze Ostergeschichte ist ja letztendlich in dieser Dramatik aufgebaut dass sie ja mit einem Palmsonntag beginnt der ja eigentlich mal alle Vorzeichen verdreht.
00:21:22: also da kommt der König und der Messias Aber er kommt auf einem Esel.
00:21:27: Und das hat ja wirklich schon fast was Ironisches!
00:21:31: Also jetzt sagst du quasi, jetzt kommt der, der über alles regieren soll, auf den wir seit Generationen gewartet haben aus dem Hause David und dann kommt er auf so einen Esel daher... Das hat ja etwas wo man sagen muss, dass ist komisch und zwar in diesem Sinn eigentlich freiwillig komisch.
00:21:51: Ich glaube, das war den Leuten damals auch sehr bewusst.
00:21:54: Wenn sie sich diese Geschichte so erzählt haben, dass es eigentlich eine total Stranger-Story
00:21:59: ist.
00:22:00: Dass
00:22:00: da jetzt einer kommt auf dem Esel und dann kommt Ka Freitag... Und Ka Freita zeigt uns zunächst mal die Welt wie sie isst.
00:22:09: Es zeigt die Welt, wie sie ist produziert Opfer.
00:22:13: Und zwar ohne ihr Zutun!
00:22:14: Die haben nichts falsch gemacht.
00:22:17: Es ist eine Welt, die durch Ausschluss-Machtverhältnisse stabilisiert.
00:22:22: Die bereit ist zu morden und töten mit Gewalt und Angst zu herrschen um das durchzusetzen was quasi die Gesetzmäßigkeit dieser Welt ist.
00:22:33: Das halt der Stake sich durchsetzt und die Schwache verliert.
00:22:37: Und das ist an Karfreitag wahrscheinlich wirklich auf die Spitze getrieben ihn nicht nur tötet, nicht nur verschwinden lässt sondern ein Exempel statuiert.
00:22:49: In der Lächerlichkeit preisgibt ihm verspottet und wirklich denkt okay das war jetzt wirklich die ganze Brutalität der Wirklichkeit gegen diese Illusionen die dieser ihre Lehrer hatte und dafür hängt er jetzt am Holt.
00:23:05: Ja wenn es beim Karfreitag geblieben wäre muss man sagen dann hätten eigentlich all jene Recht behalten, die zynisch werden.
00:23:21: Die resignieren, die entweder sich auf dieses perverse sozial- darwinistische Spiel einlassen und sagen dann muss ich aber schauen dass ich zu meinem komme und dann setze ich mich rücksichtslos durch Oder aber einfach komplett, wenn Sie vielleicht merken dass es um Ihre Chancen im sozialdauministischen Sinne nicht so weit bestellt ist weil sie vielleicht schwach unterprivilegiert und so weiter sind.
00:23:53: Dann könnte man aufgeben und sagen gut dann wird die.
00:23:59: dann wird die Walze des römischen Imperiums damals oder auch die Walz eines rücksichtflosen kapitalistischen Systems, wie auch immer man das heute übersetzt.
00:24:11: Dann wird sie über mich hinwegfegen und ich kann froh sein wenn ich noch ein bisschen paar Tage zu leben übrig habe.
00:24:19: also da wäre jede Schopenhauer und Konsorten hätten quasi völlig recht gehabt wenn Sie sagen in einer solchen Welt ist eigentlich Untergangsstimmung angebracht.
00:24:31: Ja, und Nietzsche hätte recht gehabt wenn er gesagt hätte das ist halt die Sklavenmoral
00:24:35: derjenigen
00:24:36: die in diesem sozial-davinistischen Spiel nicht vorne mitspielen können flüchten sich dann in eine solche kindischkindliche Regression quasi hinein oder?
00:24:47: Und ich glaube das Faszinierende an dieser Ka Freitags & Oster Geschichte nicht einfach die Jüngerinnen und Jüngern auf die Seite der Guten stellt.
00:25:00: Also, die sind ja dann nicht da und singen mutig Lieder und fahren eine Kampagne hoch um zu sagen dass das jetzt ein ganz schrecklicher Justiz-Ertum war und man den nie hätte kreutigen dürfen sondern der bekannteste unter ihm Petrus Simon Petrus.
00:25:18: Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen oder?
00:25:21: Der distanziert sich und sagt was ich, ich kenn den Typ nicht mal Dreimal tut
00:25:25: er das.
00:25:26: Und, und das legt glaube ich wirklich weniger jetzt da was Petrus für ein Mensch ist sondern viel mehr die Logik der Angst, die logik der Gewalt in der diese Welt steht, in der wir leben.
00:25:40: Und deswegen glaube auch es ist Ostern eigentlich viel weniger... so was wie eine Wundergeschichte, die quasi sagt ja gerade da wo wir es nicht mehr erwartet hätten kommt ein Licht am Ende des Tunnels oder irgendwie sowas.
00:25:55: Ich glaube Ostern ist dort sehr viel radikaler in dem es nämlich sagt Nicht nur der Tod hat nicht das letzte Wort sondern die ganze Logik dieser Welt die Angst machen kann, die mit Gewalt herrscht und sich durchsetzt in dem Stärken immer recht geben wird.
00:26:14: Die ist nur temporär!
00:26:17: Das wird nicht bleiben, das wird keinen Bestand haben.
00:26:20: Also eigentlich ist es eine Drohung gegen die Stärke und gegen die Macht, die darin auch
00:26:25: mitspinkt.".
00:26:26: Ich glaube gerade in unserer Gegenwart, wo wir alle immer wieder versucht sind uns in Regression oder Hoffnungslosigkeit zu flüchten.
00:26:34: Wenn der Ungleichheit wächst Gesellschaften sich polarisieren Menschen einfache Antworten auf ihre drängenden und komplexen Probleme bevorzugen Angst politisch mobilisiert wird Zugehörigkeit über Abgrenzung definiert wird hat diese Oster-Story eben wirklich mehr zu sagen als das, was Manu und Stefan hoffen können.
00:26:58: Was nach ihrem Tod passiert?
00:27:00: Ja genau!
00:27:00: Und ich muss ehrlich sagen für mich ist das
00:27:03: hoch
00:27:04: bedeutsam gerade in der Zeit, in der wir leben.
00:27:11: Ich glaube ohne diesen Oster... Ohne diesen Möglichkeitenraum, der mir irgendwie von diesem von Ostern, von dieser Auferstehung her entgegenkommt.
00:27:27: Fände ich es sehr hoffnungslos und auswegslos im Moment zu sehen auch geopolitisch welche Mächte sich da zusammen brauen und man schlägt morgens die Zeitung auf oder ruft seine News ab.
00:27:43: Und weiß nicht, was einem da wieder begegnet.
00:27:46: und selten wird man positiv überrascht.
00:27:50: Manchmal hat man das Gefühl des Ganze auch diese Gewaltspirale und alles – die ganze Lügenpolitik der Trump-Regierung und vieles andere.
00:28:01: Das schraubt sich immer weiter runter.
00:28:07: Widerspruch gegen die Realität dieser Welt.
00:28:11: Nicht als ... also nicht als Realitätsverleugnung, sondern als Widerspruch gegen die Auswegslosigkeit dieser Realität müsste man sagen.
00:28:20: Ostern ist quasi dann wie ein kreatives Fundamentalereignis Die Auferstehung Christi hier.
00:28:37: Logik des römischen Imperiums, dieser Logik der Gewalt, diese Spirale der Selbstdurchsetzung ist in einer exemplarischen Weise durchbrochen worden und macht quasi deutlich ... Moment.
00:28:53: Die... Entwicklungsmöglichkeiten der Geschichte sind noch nicht ausgeschöpft.
00:28:57: Die Ideen sind noch nie ausgeschön.
00:29:00: Selbst die Jünger hätten nicht mehr dran gedacht, sie sind quasi in Depression verfallen und haben sich eingegraben Jesus verleugnet ihren Glauben an den Nagel gehängt wollten wieder Fischen gehen oder was auch immer.
00:29:15: Und selbst Sie haben keine Möglichkeit mehr gesehen wie aus dieser elenden Situation noch irgendetwas Gutes hervorgehen kann.
00:29:26: und dann bricht quasi, dann brricht dieses Neue auf.
00:29:31: Und das ist ja exemplarisch dafür dass wir in unserer Zeit irgendwie das Ostern uns neue Möglichkeitenräume freispielt und auch unsere Fantasie im besten Falle unsere Fantasi anregt, unsere Kreativität Für diese Welt, nicht nur für sie.
00:29:50: Ja aber
00:29:51: ich glaube genau für diese Welt.
00:29:53: Aber es zeigt auch dass wir diese Möglichkeit nicht einfach haben.
00:29:58: Also wenn ihr anschaut, wie reagiert eigentlich dieser Jünger und Jüngerinkreis Jesu auf das Ganze?
00:30:05: Dann finde ich haben wir da wirklich prototypisch mal alle Positionen durchgespielt die wir so kennen.
00:30:12: Es gibt den Petrus der zunächst einmal total kämpfreich ist und mit dem Schwert seine Wahrheit verteidigen will.
00:30:21: Der Jesus vor den Wachen verteidigen will und dann, als er doch gefangen genommen und verurteilt wird eigentlich die Seite wechselt und sagt ich kenne ihn nicht.
00:30:32: Wir haben Judas ein Typen der sagt ja, shit happens!
00:30:37: Ich kann das jetzt selbst auch nicht ändern aber ich kann mich wenigstens so weit arrangieren dass sich das für mich ganz gut ausgeht und dann Jesus eigentlich verrät und sie auf die Spur setzt und sagt wo Sie ihn aufgreifen können.
00:30:53: Ein Typ, der opportunistisch handelt.
00:30:55: Etwas was gang und gäbe ist oder wir wissen es gewohnt, Judas irgendwie als ganz schreckliche Figur zu sehen.
00:31:01: aber eigentlich war das ziemlich klug was er gemacht hat.
00:31:05: in den Regeln dieser Welt war das überhaupt nicht dumm so zu handeln weil die hätten den früher oder später eh gekriegt und so stand er schon mal auf der sicheren Seite und hat noch etwas dazu verdient.
00:31:16: dann gibt's diesen ganzen Haufen von Jüngern und Jüngeren, die nicht wache halten können mit ihm.
00:31:24: Sondern einfach schlafen, die gar nicht verstehen wie bedrohlich die Situation ist was eigentlich jetzt wirklich bevorsteht worum es geht.
00:31:32: Und es gibt Salomee und Maria und Maria Magdalena.
00:31:36: Das sind ja auch die drei Frauen, die ihn dann besuchen wollen quasi und das leere Grab vorfinden Die aber auch letztlich in einer Trauer gefangen sind und ihm über den Tod hinaus zwar die Loyalität halten wollen, die irgendwo für ihn da sein wollen.
00:31:53: Die aber auch keine Möglichkeit haben noch für ihn dazusehen oder quasi den Game Changer ins Spiel zu bringen.
00:32:00: Es gibt bei allem Gutgemeinden... Ja, wo man sich nur von Angst teilen lässt.
00:32:07: Irgendwie im Spektrum der menschlichen Möglichkeiten nicht was jetzt jemand tun könnte um das ganze zum Guten zu geben.
00:32:15: Ja, es ist eine spannende Beobachtung dass uns da eigentlich so ein Panoptikum der Reaktionen in den neuen testamentischen Berichten entgegentritt die Reaktion auf Diese Passionsgeschichte, Jesu und auf diese Gewaltspirale.
00:32:32: Und diese Schlinge die sich zuzieht um Jesus.
00:32:36: alle möglichen Reaktionen werden von den Jüngern durchgespielt abgesehen von der Hoffnung oder von den Möglichkeiten die uns dann von Ostern herkommen.
00:32:49: Mir kommt noch Petrus in den Sinn, der bei im Garten Gezemane in der Begegnung mit den römischen Soldaten ... Die einzige Idee, die man dann noch hat ist ich schlag dem anderen ein Ohr ab.
00:33:03: Ich versuch quasi ... Ich versuche das mit Gewalt zu lösen aber die Idee ... Weißt du?
00:33:09: Mir ist jetzt hier was mir hier in den Sinn kommt.
00:33:11: Ich hab mich ja mit dem Thema Hoffnung auch philosophisch beschäftigt für mein Mindmaps-Gespräch damals mit Olivia Röllin.
00:33:20: Und dann ist mir das aufgefallen in der philosophischen Diskussion, dass man sagt, erst mal so eine Unterscheidung trifft zwischen Wünschen und Hoffen.
00:33:29: Man sagt, Wünsche kann man sich alles wünschen.
00:33:31: Kann man sich auch das Unmöglichste!
00:33:35: Ich kann mir wünschend morgen als Einhorn aufzuwachen.
00:33:38: ich kann mir wünscht über die Stadt zu fliegen mit quasi Superkräften was auch immer.
00:33:45: hoffen kann man eigentlich nur das, was man für möglich erachtet.
00:33:50: Also ich kann nicht hoffen morgen als Einhorn aufzuwachen.
00:33:54: Ich kann es mir wünschen aber wenn ich ... Es sei denn, weil ich irgendwie an Überzeugungen festhalte, ich würde das für möglich halten so.
00:34:04: Aber etwas, was sich nicht für möglich halte, kann ich eigentlich nicht wünscht.
00:34:08: Kann ich eigentlich auch nicht hoffen?
00:34:11: Und was mich jetzt hier entgegentritt bei Ostern... Ostern, diese Auferstehung, die sprengt quasi den Raum dessen auf was wir für möglich halten können.
00:34:24: Nicht in einer naiven Weise dass ich jetzt denke morgen fallen sich Putin und Trump und Netanyahu um die in die Arme und lösen quasi die Probleme der Welt oder so.
00:34:38: aber das man doch... aus der Perspektive von der Auferstehung, dass der Möglichkeitenraum aufgesprengt wird.
00:34:47: Dass man Dinge für möglich hält die man ohne diese Perspektiv nicht für möglich gehalten hätte und das man damit auch weg kommt Polaren digitalen Logik, die Einzug hält in die Politik und alle Lebensbereiche wo man das Gefühl hat so oder so es gibt A oder B. Man hat keine dritte Möglichkeit vor Augen.
00:35:18: Das ist ja das Faszinierende an dieser Osterhoffnung.
00:35:21: Also wenn man das jetzt noch ein Ticken weiterdreht, wir wissen gar nicht ganz genau, worin die besteht?
00:35:29: Es fehlt im neuen Testament so etwas wie ein philosophisches Traktat, dass es das jetzt erklärt.
00:35:34: Es gibt manchmal von Paulus in seinen Briefen Textstellen wo er sowas auszuführen beginnt.
00:35:41: aber das scheint wie nicht der Kern zu sein.
00:35:44: Aber das was hier da passiert die eine Hoffnung erleben, die aus dem der Jesus gerade noch verleumdet hat.
00:35:53: Denen, die geschlafen haben und denen, die einfach traurig waren – eine Bewegung gemacht hat.
00:35:59: Die zeigt, wo da hat sie etwas in Anspruch genommen?
00:36:02: Da hat sie was erreicht, was deren Leben wirklich ungekrempelt hat!
00:36:08: Also der Petrus, der noch Angst hatte um sein Leben und ja vielleicht auch seine Stellung in der Gesellschaft wird danach zu einem der sich für diese Jesus-Bewegungen aufreibt.
00:36:21: Und am Schluss ein Mertürer tot stirbt.
00:36:24: also da das scheint er was gefunden zu haben was größer ist als sein eigenes Leben als irgendwie das Festhalten an einer eigenen Zukunft.
00:36:35: ich glaube dass Das ist sehr viel darüber zeigt, welche Kraft Ostern gehabt haben muss jetzt auch gerade in der Rede vom Reich Gottes.
00:36:44: Welche Stellen mir das mittlerweile wirklich so vor?
00:36:46: Dass für die Jüngerinnen und Jüngere gar nicht nur jetzt faszinierend war.
00:36:52: Jesus begegnet uns wieder sondern ich glaube dass bei ihnen damals der Kroschen gefallen ist und sie gesagt haben Wart mal wenn das so ist, dass er uns jetzt wieder begegnete Obwohl wir gesehen haben, dass der Tod ist dann muss da was dran sein an dem, was er uns gelehrt hat über das Reich Gottes.
00:37:12: Dann bedeutet dass wenn wir so beten wie er uns das gelehrт hat dann können wir nicht in dieser Angst die wir jetzt haben oder in dieser Hoffnungslosigkeit aufgehen wenn wir sagen dein Reich komme sondern dann haben wir da ein ganz starkes Zeichen von oben gekriegt dass dieses Reich wirklich kommt.
00:37:36: Ja, wir sind da auch die Seligpreisungen vor Augen, die ja noch vor dem Vater Unser in der Bergpredigt vorkommen.
00:37:44: Wo ich auch denke man kann eigentlich letztlich wahrscheinlich aus der ganzen Bergpädicht, das kann nur Sinn machen wenn man es von Ostern her denkt also vorher ist es dann schon fast zynisch zu sagen selig sind die Leit tragen denn sie sollen getröstet werden Sie werden das Erdreich besitzen.
00:38:09: Die Hungernden und Dürsten, nach der Gerechtigkeit sollen sie satt werden.
00:38:14: Man hat ja vieles vor Augen bis heute.
00:38:17: Vieles vor Auben wo man denkt Ja My As also von Wegen sollen die Sattwerden, die Hungern und Türsten Nachgerechtigkeit, Ungerechtigkeiten holen sich gegenseitig ein Und schrauben sich immer mehr in die Geschichte rein.
00:38:34: Also man hat ja nicht Man hat nicht das Gefühl, dass die historische Evidenz jetzt diese Seligpreisungen per se bestätigt oder so.
00:38:48: Und auch die Geschichte bis zur Auferstehung, bis Ostern hätte den Jüngern ja auch wenig Grund gegeben, diese Selichpreisung wirklich zu nehmen.
00:38:59: Aber im Rückblick merkt man plötzlich ... Aha, hier wird eigentlich in den Seligpreisungen und nicht nur im Blick auf das Jenseits.
00:39:07: Sondern im Blick ... Auf diese Welt auch wird wie ein neuer ... Es wird ein neurer Möglichkeitenraum freigespielt.
00:39:15: Das wird deutlich gemacht.
00:39:16: ja es die Ungerechtigkeiten dieser Welt setzen sich aber nicht in jedem Fall durch Und sie haben den kürzeren Atem letztlich Aber das wird dir erst von Ostern her klar
00:39:31: Ja, und ich finde das auch ein ganz starken Wiederall hat.
00:39:34: Etwas später im Evangelium nachdem das unser Vater gebet kommt, kommt eine ganz, ganz interessante Passage wo es um die Sorgen geht, die wir Menschen haben können.
00:39:45: also was sollen wir nur anziehen?
00:39:47: Welche Kleider sollen wir tragen?
00:39:50: Was sollen wir essen?
00:39:52: Und
00:39:53: da
00:39:54: gitzelt das Ganze dann in diesem verrückten Satz trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.
00:40:03: Und ich stelle mir halt wirklich vor dass Ostern eigentlich der Ort ist wo dieser Satz erst erlebbar und vernünftig irgendwo auch wird.
00:40:15: also warum soll man gerecht sein?
00:40:19: Warum soll man das tun?
00:40:21: geht einem ja dann vielleicht schlechter?
00:40:23: Gerade der Gerecht selbst wurde jetzt gekreuzigt und ist gestorben, er wurde begraben.
00:40:29: Also warum soll man überhaupt gerecht sein wollen?
00:40:32: Soll man nicht viel lieber schlau sein wollen!
00:40:36: Und da kommt mit Ostern etwas in die Welt das diesen Satz plausibel macht.
00:40:45: Mindestens für diejenigen, die das miterlebt haben, die dabei waren, erschließt sich da was Was immer das genau gewesen sein mag, was ihnen das entschlossen hat.
00:40:57: Ich weiß es selbst gar nicht so genau!
00:40:59: Es scheint so zu sein... dass aus einer Bewegung, die zerschlagen worden ist.
00:41:05: Die ein Häuflein Elend war, etwas entsteht was uns bis heute antreibt.
00:41:11: Ich meine das ist ja immer die Verrücktheit davon, dass völlig egal wie man sich das genau denkt, was diese Auferstehung war und wie das den Leuten eingefahren sein muss diesen Jesus wieder gesehen zu haben es ist etwas was bis jetzt Geschichte schreibe.
00:41:27: Ja und du sagst, was uns bis heute antreibt einfach um den Punkt nochmal stark zu machen.
00:41:34: Ostern in diesem Sinne im Sinne eines Widerspruchs gegen die Logik dieser Welt – in der Überzeugung dass die Logika dieser Welt, die Gewaltlogik, die Ungerechtigkeitslogik die einzige, dass es nicht alternativlos ist.
00:41:52: Diese Überzeugung, die keimt eigentlich erst mit Oster und der Auferstehung auf – das man merkt moment – dieses römische Imperium- und sein Machtgebaren wird hier in einer Art und Weise durchkreuzt.
00:42:09: eben gerade nicht indem Gott jetzt eine alternative Armee entgegenstellt, die dann noch stärker ist wie das römischemperium sondern Es ist quasi eine Möglichkeit, die man gar nicht auf dem Schirm hatte.
00:42:23: Eine Realität auch, die durch eine inkarnierte, eine gelebte, eine handfeste Liebe eine ganz neue Dynamik und eine ganze neue Kraft in diese Welt hineinbringt.
00:42:41: Das kommt von Ostern her.
00:42:43: In dem Sinne ist Ostern eben nicht einfach ein Fest, indem man sich privat beschaulich bezieht auf eine jenseitige Belohnung.
00:42:57: oder es ist nichts was uns dann so in der ... spirituellen Meditation einfach beruhigt und wieder versöhnt mit dem Leben.
00:43:09: Vielleicht ist das dann eine gute Zuspitzung?
00:43:12: Ostern versöhnte uns eigentlich nicht in diesem Sinne mit der Gegenwart, sondern es ist im Gegenteil ein Stachel im Blick auf unsere Weltwahrnehmung.
00:43:22: Ostern macht uns deutlich... So wie es ist, ist es noch nicht, wie es sein sollte.
00:43:28: Und das könnte anders sein und ich könnte dabei sogar eine Rolle
00:43:32: spielen.".
00:43:33: Und trotzdem
00:43:33: oder erscheint das Christentum nicht zu Unrecht sehr oft als eine Religion die quasi das Opium des Volkes ist?
00:43:43: Dass uns einfach beruhigt, dass uns in Warte packt und sagt Ja, das ist jetzt vielleicht hier ungerecht.
00:43:49: Aber
00:43:50: im Jenseits wird es gerecht.
00:43:52: Hier erleidet ihr Qualen aber dort werdet ihr belohnt und uns irgendwo dann auch ja nicht was du in einem persönlich resignativen Sinn mutlos macht, aber uns eigentlich dieser Aufgabe die die Osterbotschaft ist quasi wie ein Zit, indem wir sagen Nein, also alles was notwendig war hat der liebe Gott am Kreuz und an Ostern gemacht.
00:44:20: Und ich bin jetzt eigentlich einfach ein Zuschauer, der sich da ein bisschen dran erfreuen kann und mal schauen kann wie der liebe Gott das du Ende bringt mit mir und der Welt!
00:44:31: Da glaube schon liegt ein riesen Missverständnis auch innerhalb des Christentums dass wir hier etwas individualisiert haben, was eigentlich nie individuell gedacht worden ist.
00:44:44: Also dass wir Ostern so verstanden haben, als wäre es ein Trost innerhalb dieser Welt.
00:44:52: Als wäre es etwas was uns hilft die Ungerechtigkeit hier irgendwie zu ertragen.
00:45:00: Und eigentlich würde es aber darum gehen, dass Ostern nicht einfach eine Hoffnung ist für uns als Personen und einzelne Menschen.
00:45:09: Sondern ein Widerspruch in dieser Welt, die sagt hey!
00:45:13: Es geht hier um eine andere, um eine neue Welt.
00:45:17: Und dich vor die Frage stellt ob du Teil dieser neuen Welt sein willst?
00:45:23: Das ist letztendlich gar nicht so sehr darum geht, ob wir an Ostern glauben.
00:45:29: Weißt du quasi?
00:45:30: Also ob wir glauben dass da ein Stein weggerollt worden ist also das sind alles Bilder über die können wir auch mal sprechen.
00:45:37: es ist mir alles recht aber ich glaube im Kern geht es nicht darum sondern es geht eigentlich drum in welcher Wirklichkeit wir leben wollen und ob wir uns davon anstecken lassen.
00:45:49: Also da haben wir uns ja schon öfter drüber unterhalten im frühen Folgen auch, dass für mich jetzt so der historische Rand von Ostern der Auferstehung schon existenziell wichtig ist.
00:46:03: Also quasi das eben das Grab leer war oder Jesus Christus in einem substanziellen von mir aus leiblichen Sinne auferstanden.
00:46:19: Die Kraft von Ostern erschöpft sich darin nicht oder macht sich nicht einfach darin fest, sondern in der Tatsache dass hier etwas Neues aufbricht in dieser Welt.
00:46:32: Und ich habe mir jetzt überlegt was das konkret bedeuten könnte wenn man es heute auf unsere, auf das christliche Leben und auf die Kirche auf die reformierte Kirche auch umlegt.
00:46:46: Das würde das bedeuten, Ostern nicht Privatsache sein zu lassen.
00:46:51: und was mir hierzu einfällt, was sicher kein österlicher und hilfreicher Weg wäre ist jetzt wenn die Kirche dann in einer großen Penetranz und auch in einem moralischen Überlegenheit, in alle Konflikte dieser Welt hinein posaunen würde und sagen würde ja es gibt doch aber sicher noch eine andere Lösung.
00:47:18: Eine gewaltfreie Lösung einen dritten Weg ohne irgendwie deutlich zu machen oder vorzuleben, wie dieser dritte Weg aussehen könnte.
00:47:29: Dann spielt sich Kirche einfach in einer Art und Weise auf- oder redet in einer lebensfremden Weise auch in aktuelle Konflikte hinein.
00:47:42: Ich glaube das kann es ja nicht sein.
00:47:44: was ich mir aber denken kann um was ja auch passiert zumindest stellenweise wenn Christinnen und Christen.
00:47:53: Und von mir aus gerne auch Kirchen als Gemeinschaften, und als Institutionen wenn sie exemplarisch zeigen können wo solche dritten Wege, solche neuen Möglichkeiten aufgebrochen sind.
00:48:08: Wo man in persönlichen Beziehungen wo Leute keinen Ausweg mehr gesehen haben und dann ist irgendwie es von mir aus Versöhnung möglich geworden oder auch Funktionäre das würde ich mir sehr wünschen wo Funktionäre der Kirche auch verstrickten waren, wo sie irgendwo eine Dynamik von Eifersucht oder von Missgunz oder von Unversöhnlichkeit geherrscht hat.
00:48:37: Und das wurde durchbrochen, dass man das transparent machen könnte und zeigen könnte.
00:48:42: es gibt in unserem Leben privat- und institutionell gibt es Situationen da haben wir eigentlich nur noch A und B gesehen und dann ist uns aber dann ist uns eine neue Möglichkeit freigespielt worden.
00:48:58: Ja, da ist mir das ja sehr sympathisch.
00:49:00: nur!
00:49:00: Bin ich selbst immer viel zurückhaltender wenn es um den Kirchenbegriff geht darin?
00:49:06: Ich glaube, dass ist halt wirklich etwas sehr Durchwachsendes durchmischtes von den größten und schönsten Ideen die es gibt und der bittesten Realität in der unsere Welt sich entwickelt und lebt.
00:49:21: Und ich glaube, das alles würde ich auch wirklich auf die Kirche.
00:49:24: Auf die Kirchen wie sie gedacht wird und auf die Kierche wie sie real existiert beziehen – und ich glaube diese ist kein bisschen besser als die Welt!
00:49:33: Aber was wir glaube ich als Christinnen und Christen daraus schon für uns mitnehmen können, ist dass wir uns nicht immer in dieser Alternativlosigkeit hineinbuxieren lassen.
00:49:47: Also dass man quasi sagt, ja aber das Erdöl muss jetzt durch die Straße von Hormus kommen!
00:49:53: Was sollen wir tun?
00:49:55: Soll er Frieden schließen mit diesem Unrechtsregime oder soll er sie wegbomben?
00:50:00: dann bist du wieder total in dieser Logik von Angst und Gewalt.
00:50:04: Und es gibt eine Notwendigkeit, man muss dieses oder jenes tun.
00:50:08: Von mir aus darf das ja genau das sein was in der Politik, in der Diplomatie im Krieg etc.
00:50:15: verhandelt wird.
00:50:16: aber wir dürfen nicht so tun als wäre das plötzlich die Antwort die wir jetzt aus dem Evangelium darauf haben.
00:50:24: also es kann nicht sein dass Das Evangelium dann so verstehen, dass wir da eine starke Idee von Gerechtigkeit haben die wir jetzt gewaltsam durchsetzen.
00:50:34: Sondern das Evangelium selbst zeigt und verkündigt uns, dass wieder jeden Augenschein, wieder jede Erwartung das in die Welt kommt was keiner von uns noch glauben wollte und was alles auf den Kopf stellt.
00:50:50: also ich meine... Man kann immer darüber diskutieren, was meint das leere Grab?
00:50:55: Was meint Leibliche Auferstehung?
00:50:57: Aber viel spannender ist doch, dass es einfach seit zweitausend Jahren nicht nur einzelne Menschen sondern ganze Gemeinden und Bewegungen gibt die sich davon in Anspruch nehmen lassen.
00:51:10: Und damit ist etwas in die Welt gekommen, was ganz viel geändert hat.
00:51:17: letztendlich das, wovon wir erzählen und berichten können.
00:51:21: Und weniger das, dass wir sagen ja macht man A oder macht mal B sondern wirklich diese ganze Logik nicht als gegeben und richtig hinnehmen.
00:51:31: Ja genau aber absolut!
00:51:34: Ich habe mein Statement vorhin auch.
00:51:37: wirklich will ich auch nicht verstehen als Idee, dass die Kirche jetzt als leuchtendes Vorbild des Auferstehungsglaubens dieser Welt zeigen muss, wie großartig die Möglichkeiten des Glaubens sind gegenüber der digitalen Logik in geopolitischen Fragen und so weiter.
00:52:02: Also dass wir da ... Dass die Kirche genau so angewiesen ist auf überhaupt dieses Licht dass von Ostern herkommt oder auf diese neuen Möglichkeiten, die sich uns da erschließen.
00:52:18: Das ist für mich völlig klar.
00:52:20: nur die Kirche – die christliche Kirche jetzt in einem nicht institutionellen sondern in einem Reich Gottes Sinne quasi – ist halt jene Einheit, die die Ostergeschichte seit zweitausend Jahren erzählt und die allen Grund hat sich davon existenziell angehen zu lassen und sich davon auch inspirieren zu lassen für die eigenen, für das... Für die eigene Selbsterneuerung aber auch für diese Gesellschaft.
00:52:53: Und nicht nur fürs Jenseits, weißt du?
00:52:55: Ja
00:52:55: auf jeden Fall!
00:52:56: Also ich glaube dazu gehört dann auch sowas wie eine schonungslos selbstkritik.
00:53:03: Ich stelle mir das immer so vor Das für ein Petrus muss das ja wahnsinnig schwierig gewesen sein, mit dieser Wirklichkeit der Auferstehung irgendwie zurechtzukommen.
00:53:16: Weil er hat ja gehofft!
00:53:17: Der wollte ihn ja mit dem Schwert verteidigen bis zum Schluss war der eigentlich kampfbereit.
00:53:23: und dann als er gesehen hat, oh Mist, es hat jetzt wirklich nicht geklappt, da ist jetzt alles kaputt die Fälle sind davon geschwommen Da hat er eigentlich die Seite gewechselt und sich selbst in Sicherheit gebracht, etwas was total menschlich unverständlich ist.
00:53:38: Aber wie viel braucht das nachher wieder zurückzukehren?
00:53:42: Und zu sagen nein stimmt auch ich selbst lag falsch!
00:53:46: Das ist es wirklich.
00:53:47: Das ist das worauf meine Hoffnung ründet.
00:53:50: so funktioniert die Welt dass.
00:53:52: das muss doch wahnsinnig viel voraussetzen was in diesen Menschen passiert ist.
00:53:58: Und ich glaube, gerade jetzt in einer Zeit wo wir merken das weiße nationalistische Christen mit dieser Hoffnung – aber ich erkenne sie echt darin nicht wieder.
00:54:10: Aber mit diesen ganzen Bildern die uns heilig sind, solchen Schabernacktreiben muss es auch darum gehen, jetzt nicht nur über diese Spinner zu sprechen sondern bei uns selbst nachzufragen und nachzuschauen, Elemente davon, die ... ja.
00:54:30: die diese Welt kaputt machen, die dafür sorgen dass es Ungerechtigkeit gibt, die bleiben kann.
00:54:36: Die nicht zum Reich Gottes passt.
00:54:40: und ich glaube die Gefahr ist halt das wäre immer sehr rasch dann auf solche Extrempositionen wie ein Pete Hexett mit seinem seltsamen Gebet, dass er da wieder gesprochen hat hinweisen aber eigentlich selbst dann gar nicht hinschauen müssen wo bei uns etwas nicht stimmt wo wir überhaupt nicht Reich Gottes like sind.
00:55:00: Ja, und wo wir gefangen sind in einer Logik die eben Ostern oder Auferstehung noch überhaupt nicht im Blick hat, wo wir eigentlich genauso dieses Spiel auch als Kirchen, auch aus Institutionen diese Spiele mitspielen von der Stärke setzt sich durch derjenige, der sich am geschicktesten platziert
00:55:22: usw.,
00:55:23: also wo man eigentlich gefangen ist in einer die von Ostern gerade durchbrochen wurde.
00:55:29: Und diese weltliche Logik zerstört ja gerade unsere Kreativität und unsere Vision für das, was eigentlich sein könnte.
00:55:49: Eigentlich ist es auch ein Stück Resignation.
00:55:51: wenn wir persönlich und institutionell uns in dieser Logik bewegen, dann sagen wir eigentlich damit auch oder geben wir zu dass wir nicht damit rechnen.
00:56:02: dass es etwas anderes wirklich geben könnte.
00:56:05: Ja und deswegen finde ich hier bei Ostern so wichtig auch wirklich als Feiertag, als ein Datum im Jahr weil natürlich könnte man sagen ja also wenn du das Christentum begriffen hast dann ist eigentlich jeder Tag Ostern und alles muss von Ostern durchdrungen sein.
00:56:19: aber ist trotzdem so ein Datums wo man sich überlegen kann Entspricht das, was ich lebe und das, wovon ich mich leiten lasse genau nicht dem, was an Ostern eigentlich aufscheint.
00:56:31: Und vielleicht ist es so ein Tag im Jahr wo man auch mal Bilanz ziehen kann sagen kann Wo ist mein Leben?
00:56:39: unösterlich.
00:56:40: Wo ist das, was ich tue?
00:56:42: Keine Antwort auf die Frage dass ich in dieser Wirklichkeit leben möchte an, an die ich ja sonst glaube und die auch intellektuell oder in einem Gespräch verteidigen würde.
00:56:53: wo stehe ich eigentlich selbst hinter dem zurück und hänge eher der Angst an und weniger der Welt die Gott mir eröffnet?
00:57:01: und wenn ich da ehrlich bin mit mir selbst und es hat mich bei den Vorbereitungen dann schon aufgegangen jetzt zu diesem Gespräch, dann gibt es ganz viel.
00:57:10: Und zwar nicht weil so diese ganz großen Dinge wo ich sagen würde das muss ich jetzt mal wirklich ganz anders machen sondern mir fallen tausend kleine Dinge auf wo ich mich durch Bequemlichkeit, durch Gewohnheiten einfach in etwas hineinbegeben habe dass so gar nicht österlich ist.
00:57:29: also Ich mich an einen gewissen Lebensstandard gewöhnt habe, den ich aufrechterhalten will.
00:57:37: Den ich genieße und den auch manchmal für selbstverständlich nehme.
00:57:41: Dass ich Sorgen anderer nicht wirklich an mich heranlasse sondern denke ja aber wir bezahlen ja Streuereine.
00:57:49: es soll die Politik mal eine gute Lösung finden handeln, dass ich selbst moralisch nicht vertreten könnte.
00:57:57: Zum Beispiel in Bezug auf CO-Zweihemissionen
00:57:59: etc.,
00:58:00: dann so rechtfertigte das.
00:58:01: ich sage ja aber da müsste halt die Politik mal erst einen vernünftigen Rahmen schaffen etc.
00:58:07: Das sind alles kleine Dinge, die jedes für sich genommen machen mich nicht zu einem Straftäter, machen mich nie zu einer moralisch verwerflichen Person.
00:58:18: Aber
00:58:19: sie quasi wie Abzweigungen von einem Leben, das aus dieser Hoffnung und auch irgendwo aus einer Radikalität die sich mit dieser Hoffnung verbindet lebt.
00:58:30: Ja ja kann ich viel mit anfangen und sehe in meinem Leben auch reflektiert also so diese überhaupt.
00:58:39: bei mir ist vielleicht eher die Gefahr wenn wir sagen Ostern isst.
00:58:44: Ostern ist eigentlich ein Widerspruch gegen die Wirklichkeit dieser Welten.
00:58:48: Es sei nicht ein Stachel, der uns daran erinnert.
00:58:51: es ist nicht so wie es sein sollte und wir sind berufen dieses Vater unser Gebet diese Bitte nach dem Reich Gottes und dem Willen Gottes auf dieser Erde zu beten und zu leben dass ich dann doch immer wieder in Gefahr stehe mich irgendwie damit abzufinden, dass es so ist oder zynisch zu werden.
00:59:11: Oder dann dieses Spiel innerlich so mitzuspielen was ich habe das gemerkt jetzt als... Douglas Williams, dieser amerikanische neokalvinistische Hardliner der ja von Hexeth ins Pentagon eingeladen wurde und so weiter.
00:59:32: Und er wirklich eine absolut menschenverachtende Vision des Christentums verfolgt.
00:59:39: Der hat dann gebetet für diesen texanischen Kandidaten James Talerico das Gott ihn umbringt, für seinen Tod gebeten.
00:59:51: Er hat auf einer ganz anderen Ebene einfach reagiert und gesagt, ich liebe dich trotzdem auch wenn du für meinen Tod betest.
01:00:08: Du kriegst mich nicht dazu dich so zu verachten, dass ich dir im Gegenzug den Tod wünsche.
01:00:17: Man könnte jetzt wieder sagen eine österliche Reaktionsweise und das mich dann so trifft oder... Es so aufwühlt zeigt mir, dass ich eben nicht in dieser Logik gedacht habe.
01:00:32: Sondern irgendwie gewünscht hätte er ihn jetzt rhetorisch einfach in die Pfanne gehauen oder so hat er aber nicht gemacht sondern das war für mich eine Antwort auf einem ganz anderen Level.
01:00:46: Er hat sich nicht von dieser Gebaltrhetorik und diesen Todeswünschen auf eine vorösterliche Logik herunterziehen lassen.
01:00:56: Ja, ich finde das eh wahnsinnig beeindruckend wenn das Menschen gelingt in solchen Situationen Bei dem zu bleiben, was sie wirklich hoffen und wirklich glauben.
01:01:07: Und sich nicht von Wut und Hass einnehmen zu lassen.
01:01:11: Wie entlarvend das aber dann auch ist für all... diejenigen, die in einem System leben das von Angst und Gewalt angetrieben wird.
01:01:21: Also ich will jetzt nicht das ganze Fass wieder aufmachen aber wenn du dich an die Trauerfeier erinnerst für Charlie Curran da war ja ganz vieles dabei was furchtbar ist Und was wir wirklich sagen müssen Das ist blasphemie pur.
01:01:35: Es gab diesen Moment wo Kirks Witwe gesagt hat dass sie dem Atemtäter vergibt.
01:01:42: Und danach kam ja Trump und hat gesagt, er liebe seine Feinde nicht.
01:01:46: Er hasse
01:01:47: sie!
01:01:47: Ja, genau.
01:01:48: Ich fand das so entlarvend.
01:01:50: Und ich fand es wirklich den schwächsten Moment, den ich von ihm rhetorisch gesehen habe... ...und ich hab wirklich vieles schon gesehen wo er strauchelt, wo er den Faden verliert
01:02:00: etc.,
01:02:01: aber das war so demaskierend.
01:02:02: Ja,
01:02:03: absolut.
01:02:05: eine ungeheure Kraft hat, ganz egal ob man sonst irgendetwas mit dieser Witwe teilt oder gleich sieht.
01:02:13: Hat das eine Mega-Kraft dann auf der anderen Seite bei Trump zu sehen?
01:02:18: was ist denn eigentlich die Alternative zu dieser Verheißung?
01:02:23: Was ist eigentlich die alternative zur Feindesliebe?
01:02:26: und wenn man das spürt kommt sogar in diesem ganzen Negativen noch mal so was wie ein Osterruf hervor, der dich fragt möchtest du wirklich in dieser Logik?
01:02:39: Möchtest Du wirklich in diesem System, möchtes Du wirklich unter dieser Ordnung leben.
01:02:44: Ja
01:02:46: und das ganze geschieht ohne dass die Witwe den Präsidenten angegriffen hätte.
01:02:51: Es geschieht ohne dass der texanische Politiker zurück schießt, es geschieht einfach indem sie für etwas stehen in dieser Situation was wahrer ist und grösser ist als das wir uns schon lange als Alltag und als Ziel der Politik und dieser Wirklichkeit dran gewöhnt haben.
01:03:15: Ja,
01:03:15: das ist eine spannende Beobachtung dass quasi von diesen alternativen Reaktionen her dann Die Logik des alten Systems, die Logik der Verachtung und der Vergeltung.
01:03:28: Und der Überwältigung des anderen.
01:03:32: Das kommt alles dann auch so erbärmlich kleingeistig bemitleidenswert eigentlich rüber.
01:03:42: Es ist ja nicht so, zumindest in meiner Wahrnehmung habe ich nichts als Gefühl gehabt.
01:03:48: Trump hat jetzt hier Stärke bewiesen und so im Gegenteil.
01:03:53: das war ein bärmlich kleingeistiger Moment wo man merkt einer hat es noch in einer Trauerfeier nötig seinen Feinden das schlechteste zu wünschen.
01:04:03: nur ist einfach derart in sich selbst gefangener Mensch, dass er nicht einmal in diesem Moment mit dieser Steilvorlage einer Frau, die ihren Mann verloren hat und dem Attentäter öffentlich vergibt.
01:04:20: Nicht einmal in dieser Schneise kann er sich durchringen zu einem ein bisschen mehr Großzügigkeit!
01:04:27: Er muss den Raum gerade wieder einzeln!
01:04:30: Das ist dann für mich manchmal wirklich das was ich jetzt theologisch am ehesten weiß so mit dem Bild des heiligen Geistes der Aufdeckung der auch entlarvt beschreiben würde, dass es dann gar nicht das theologische Proseminar braucht wo man das zerlegt und gar nicht die geschliffene große Rede sondern dass in diesem Moment selbst etwas an Deutlichkeit gewinnt und klar wird.
01:04:54: Wo man sagt ja wer Ohren hat zu hören oder?
01:04:57: Ja genau wie ist?
01:04:59: du weißt es ist irgendwie.
01:05:02: wenn man irgendwie noch halbwegs menschliche Intuitionen übrig hat, da muss man sagen ich will doch eine... Ich will doch Team Talariko sein und nicht Team Douglas Wilson.
01:05:14: Ich will auch nicht einer sein der für den Tod anderer betet oder der sich rühmt seine Gegner zu hassen sondern es ist wenn man die Alternativen so scharf vor sich hat merkt man wie überlegen eigentlich.
01:05:29: dieser Osterweg ist
01:05:30: genauer.
01:05:30: dann deswegen dieses Ostern so wichtig, weil wir wirklich in einer Zeit leben wo das rechte Gedankengut, das nationalistische Gedankengut so viele Grenzen überschritten hat.
01:05:46: Also weiß ich es wird irgendwann eine Zeit nach Trump geben.
01:05:49: Das wird's geben aber diese Zeit wird eben eine Zeit NachTrump sein.
01:05:54: Wir werden uns an Dinge gewöhnt haben die noch vor zwanzig Jahren absolut undenkbar gewesen wären, dass die passieren können.
01:06:02: Dass jemand sowas öffentlich sagt und das politisch überlebt.
01:06:06: Und da glaube ich wäre das Christentum und seine Hoffnung verschwendet wenn es quasi innerhalb... dieser seltsamen Bubble, die wir eingerichtet haben.
01:06:17: Grenzen ziehen würde und sagen würde was ein bisschen besser und etwas schlechter ist von dem was jetzt passiert sondern kann eigentlich seine Kraft nur haben im radikalen Kontrast gegen all dieses.
01:06:30: Jo Manu du Und ich, wir haben das Thema dieses Mal gemeinsam gebracht.
01:06:35: Ein Armen brauchen wir vielleicht gar nicht sondern verweisen einfach auf den wunderschönen Text des Unser Vater Gebet.
01:06:43: Vielleicht habt ihr über die Feiertage mal Zeit, den neu zu lesen und mitzubeten und vielleicht lasst ihr euch anstecken von dieser Hoffnung oder seid sowieso schon drin so oder so.
01:06:58: Pürt euch Gott und schön dass ihr bis jetzt dran geblieben seid!
01:07:02: Ja, eine wunderbare Zeit über Ostern.
01:07:06: Von mir aus gerne mit Schokoladenhasen und Ostereiersuche und was auch immer aber wenn irgendwie möglich auch noch mit einem Stück Auferstehungskraft- und kreativen Geist für Möglichkeiten die wir vorher gar nicht im Betracht gezogen haben.
01:07:27: Macht's gut ihr Lieben!
01:07:28: Tschüss!
01:07:31: Reflepp.