Ausgeglaubt: ein RefLab-Podcast

Ausgeglaubt: ein RefLab-Podcast

Warum wir trotzdem glauben: unsere (weihnachtliche) Schlussfolge 2023

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Irgendwie hat es sich für Manuel und Stephan angefühlt, als wäre die Staffel zu den grossen Einwänden gegen den Glauben noch nicht ganz vorbei… Viele Hörerinnen und Hörer wollten von ihnen nämlich wissen, warum sie angesichts dieser gewichtigen Kritik an der Existenz Gottes doch immer noch glauben.
In dieser Schlussfolge werden die beiden darum noch einmal ganz persönlich – und tauschen sich darüber aus, was sie beim christlichen Glauben hält und warum sie sich auch angesichts aller berechtigter Einwände noch immer als Christen verstehen.
Zum Schluss stellen sie dann noch das «Weihnachten-Bullshit-Bingo» vor und besprechen gängige Floskeln, ohne die kaum eine Weihnachtspredigt auskommt. Es ist aber auch schwer, jedes Jahr zur selben Geschichte etwas Neues zu sagen. Stephan und Manuel legen sich darum auf eine weihnachtliche «Floskel» fest, die ihnen auch heute noch viel bedeutet...

Glaubenskritik: Eure Fragen, unsere Antworten… (Teil 2)

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… und hier kommt sie, die zweite Folge zum Abschluss der glaubenskritischen Staffel von «Ausgeglaubt». Wir haben es nicht geschafft, auf alle eure hervorragenden Rückfragen zu dieser Staffel in einer einzigen Folge zu reagieren, darum legen wir hier nach...

Wir beginnen mit einer spannenden Anfrage an den Glauben von Florian Krämer, dem wunderbaren Host des Podcasts «Durchblick Philsophie», den wir bei dieser Gelegenheit (neben unserem eigenen Philosophie-Podcast «mindmaps») ganz herzlich empfehlen: Florian legt ein ziemlich anspruchsvolles Argument gegen den Glauben vor, der auf Gottes zentrale Absichten für unser Leben abhebt. Wenn Gott mit unserem Leben ganz konkrete Ziele verfolgt, und wenn er uns in ganz bestimmter Hinsicht erschaffen hast – legt er uns dann nicht auf eine Identität und Bestimmung fest, aus der wir uns nicht mehr befreien können? Und ist das nicht eine sehr schlechte und gerade keine gute Botschaft?

Unser Hörer Sivanesh Balakrishnan legt noch eins drauf mit der Frage, wie der christliche Glaube denn überhaupt an seinem Wahrheitsanspruch festhalten kann in einem postmodernen Umfeld, in dem es unzählige nebeneinanderstehende und prinzipiell gleich-gültige Wahrheitsansprüche gibt.

Zum Schluss kommt noch die Rückfrage von Boris Eichenberger zur Sprache. Er will wissen, ob denn ein Glaube nur dann vorstellbar ist, wenn Menschen persönliche Erfahrungen mit Gott machen – und was man Menschen sagen kann, denen sich die Erfahrung Gottes einfach nicht erschliessen will…

Viel Spass auch mit dieser zweiten Folge zu den Einwänden unserer Hörer:innen!

Glaubenskritik: Eure Fragen, unsere Antworten… (Teil 1)

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So Leute, jetzt seid ihr dran. Nach einer bewegten Staffel, in der wir auf einige der gewichtigsten Einwände gegen den Glauben eingegangen sind, haben wir den Ball ihren Zuhörer:innen zugeworfen: Was sind eure Einwände gegen den Glauben, eure grossen Triggerpunkte, die es euch schwer oder unmöglich machen, euch auf den christlichen Glauben einzulassen?
Viele haben sich gemeldet, auf allen möglichen Kanälen – und wir haben einige Sprachnachrichten ausgewählt, auf die wir eingehen möchten. Natürlich haben wir es nicht geschafft, auf all die guten Kritikpunkte in einer einzigen Folge einzugehen – darum hier mal der erste Teil des grossen Q&A, mit Fragen von Hossa-Talk-Podcast-Kollegen (und PopcornCulture-Mitarbeiter!) Jakob «Jay» Friedrichs und der treuen Hörerin Andrea Becker:

Jakob «Jay» Friedrichs stellt folgende eindringliche Frage:
Wie kann es sein, dass der Gott, der Jesus von den Toten auferweckt hat – und das glauben Christen ja irgendwie alle – wie kann es sein, dass dieser Gott es nicht schafft, aus seinen Nachfolgern wenigstens anständige, wenn nicht sogar bessere Menschen zu machen?

Andrea Becker legt nach mit folgender Frage:
Ist es nicht ein blosser Zufall, dass manche von uns mit dem christlichen Glauben aufgewachsen sind und darum Christen geworden sind – und ist der eigene Glaube dann nicht einfach eine Folge der eigenen Sozialisierung und nicht wirklich der Realität Gottes?

Manuel und Stephan machen es sich mit diesen Fragen nicht leicht – gerade darum ist es eine sehr lohnenswerte Folge geworden…

Special aus den USA: Brauchen wir ein «muskulöses Christentum»?

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Manuel und Stephan sind in den USA! Die beiden besuchen in San Antonio (Texas) die weltgrösste Tagung für Theologen und Religionsphilosophinnen – und reden in dieser Folge über eine christliche Bewegung, die in verschiedenen Veranstaltungen dieser Tagung diskutiert wurde: Das sogenannte «Muskelchristentum», oder auf Englisch: «muscular christianity». Viele theologische Bewegungen werden gegenwärtig kontextualisiert. Man versucht sie auf dem Hintergrund gesellschaftlicher Entwicklungen zu verstehen, zu deuten und auch wertzuschätzen. Könnte es unter diesen Voraussetzungen auch eine Neuentdeckung für religiöse Aufbrüche geben, die sich den Anliegen von Macherinnen und Weltveränderern zuwenden?

Metaphysische Kritik: Das Leid dieser Welt widerlegt die Existenz Gottes (Teil 2)

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In dieser Folge greifen Manuel und Stephan die klassische Formulierung des Theodizeeproblems auf – und diskutieren, ob sich diese Fragestellung nicht längst erledigt hat. Stephan plädiert dafür, dass die Frage nach dem Leid die Religion nicht bedroht, sondern sie erst hervorbringt…

Es war in dieser und der letzten Folge nicht möglich, die Problemgeschichte und die Lösungsansätze klar auseinanderzuhalten. Die Geschichte der Theodizeeproblems ist zugleich auch die Geschichte der Versuche, Antworten auf die Vereinbarkeit von Gott und Leid zu geben. Die aktuelle Folge zeigt die Grenzen, welche die klassische Formulierung hat – und macht einen Unterschied zwischen theoretisch-abstrakten Lösungen des Problems und praktisch-existenziellen Antworten.

Metaphysische Kritik: Das Leid dieser Welt widerlegt die Existenz Gottes (Teil 1)

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Eine Staffel zu den grossen Einwänden gegen den christlichen Glauben kann nicht an dem Problem vorbeigehen, welches das Leid für den Glauben stellt. Manuel und Stephan rollen in dieser Folge die Geschichte der sog. Theodizeefrage auf. Sie zeigen, dass die Erfahrung des Bösen auch und gerade religiöse Menschen immer wieder umgetrieben hat – und dass sie zum Einwand gegen die Existenz Gottes in Stellung gebracht wurde.

«Entweder will Gott die Übel beseitigen und kann es nicht: Dann ist Gott schwach, was auf ihn nicht zutrifft,
Oder er kann es und will es nicht: Dann ist Gott missgünstig, was ihm fremd ist,
Oder er will es nicht und kann es nicht: Dann ist er schwach und missgünstig zugleich, also nicht Gott,
Oder er will es und kann es, was allein für Gott ziemt: Woher kommen dann die Übel und warum nimmt er sie nicht hinweg?»

Diese berühmte Formulierung, die der christliche Apologet Laktanz (250-317) dem griechischen Philosophien Epikur (341-271 v.Chr.) zuschreibt, ist klassisch geworden und wird in den Diskussionen um die Theodizee immer wieder aufgegriffen und diskutiert. In dieser Folge lassen sich Manuel und Stephan auf die Problemstellung erst einmal ein, und sie diskutieren verschiedene geschichtliche und aktuelle Versuche, auf dieses Problem eine Antwort zu geben.

Psychologische Kritik: Gott ist nur menschliches Wunschdenken (Teil 2)

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Ist Gott wirklich nur eine Projektion menschlicher Wünsche und Vorstellungen an den Himmel? Stephan und Manuel gehen dieser Kritik am Glauben auf den Grund. Sie zeigen ihre Grenzen auf und plädieren für einen Gott, der nicht nur menschengestaltig vorgestellt wird, sondern tatsächlich Mensch geworden ist…

Psychologische Kritik: Gott ist nur menschliches Wunschdenken (Teil 1)

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Nicht Gott hat den Menschen nach seinem Bild geschaffen – der Mensch schafft sich Gott nach seinem eigenen Bild! Der Religionskritiker Ludwig Feuerbach hat dieses Argument bekannt gemacht, es geht aber weiter zurück. Manuel und Stephan zeichnen die Geschichte dieser Kritk nach und zeigen, wie erschreckend einleuchtend sie ist…

Erkenntnistheoretische Kritik: Die Naturwissenschaft erledigt den Glauben (Teil 2)

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Wie stichhaltig ist die Kritik am Gottesglauben im Namen der Naturwissenschaften? Gibt es Möglichkeiten zur versöhnlichen Verhältnisbestimmung dieser Grössen, oder muss man sich auf eine Seite schlagen? Manuel und Stephan diskutieren verschiedene Ansätze, Christentum und Glauben zusammenzudenken, ohne schizophren zu werden…

Wir steigen mit dem berühmten Prozess der Kirche gegen Galileo Galilei ein: Diese Geschichte ist zu einem Symbol geworden für eine bornierte, machtgierige Kirche, welche sich dem durch Galileo verkörperten wissenschaftlichen Fortschritt widersetzt und die Stimme der Vernunft notfalls gewaltsam zum Schweigen bringt. An diesem Narrativ ist so ziemlich alles falsch, wie Manuel darlegt – und wie sich auch in einschlägigen Quellen nachlesen lässt. In der Kirche war das kopernikanische Weltbild längst verbreitet, als Galileo auftrat – und die Hauptfront seiner Auseinandersetzungen bestand im Gegenüber zu seinen Wissenschaftskollegen. Dass er es schlussendlich mit Papst Urban verscherzte, hat seinen Grund nicht in der Wissenschaftsfeindlichkeit der Kirche, sondern eher in zwischenmenschlichen Querelen, nicht zuletzt in Galileos unverbesserlicher Eitelkeit und Polemik gegen alle, die nicht seine Überzeugungen vertreten…

Aber wie steht es heute um den Ruf der Wissenschaften und des Glaubens? Manuel und Stephan kommen beispielhaft auf die Wissenschaftsgläubigkeit während der Corona-Pandemie zu sprechen – und auf die Vorzüge und Grenzen wissenschaftlicher Erkenntnis, die gerade dort spürbar wurden. Es wird deutlich, dass die Naturwissenschaften zur Klärung gesellschaftlicher, ethischer Fragen eigentlich immer zu kurz greifen – sie bedürfen der Ergänzung und Rahmung durch weiterführende, «geisteswissenschaftliche» Überlegungen. Dabei geht es nicht ohne weltanschauliche, explizit oder implizit religiöse Prämissen.

Zum Schluss wird’s dann persönlich. Stephan und Manuel versuchen darüber Rechenschaft zu geben, wie sie denn noch beten und darauf hoffen, dass Bittgebete irgendetwas austragen…

Erkenntnistheoretische Kritik: Die Naturwissenschaft erledigt den Glauben (Teil 1)

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Die modernen naturwissenschaftlichen Erkenntnisse schnüren Gott die Luft ab und machen den Glauben überflüssig. Manuel und Stephan diskutieren diesen populären Einwand gegen den Glauben – und werfen einen Blick in die Geschichte der wissenschaftlichen Kränkungen des Menschen und seines Gottesglaubens…

Der Psychoanalytiker Sigmund Freud hat schon im Jahr 1917 den Begriff der narzisstischen «Kränkungen der Menschheit» geprägt, die den Menschen in seiner Mittelpunktstellung in Frage stellen – und die nicht zuletzt religiösen Menschen den Boden unter den Füssen wegziehen. Er benennt konkret die kosmologische Kränkung, welche die Erde im Zuge der kopernikanischen Wende aus dem Zentrum des Universums herausreisst, die biologische Kränkung, welche die «Krone der Schöpfung» im Zuge der Entwicklung der Evolutionstheorie zu einem Primaten in der tierlichen Entwicklungsgeschichte erklärt, und die psychologische Kränkung – hier zeigt sich Freud wenig bescheiden selbst verantwortlich: Nach seinen Erkenntnissen ist der Mensch nicht einmal «Herr im eigenen Hause», sondern vielmehr durch sein Unbewusstes bestimmt.

Die Liste der «Kränkungen» wurde seither fleissig fortgesetzt, und sie lässt sich im Blick auf den Gottesglauben auf die Formel bringen: Je mehr die Wissenschaft fortschreitet und Erkenntnisse gewinnt, desto mehr wird nicht nur der Mensch an den Rand gedrängt – desto mehr verliert auch Gott als Garant für die Einzigartigkeit des Menschen an Terrain. Dazu kommen überhaupt die Spannungen und Widersprüche, die sich aus einer wörtlichen Lesung der Bibel im Zuge wissenschaftlicher Entwicklungen ergeben. Es macht den Anschein, als ob sich das Wachstum naturwissenschaftlicher Erkenntnis und der Gott zur Verfügung stehende Raum umgekehrt proportional zueinander verhalten: Je mehr die Wissenschaft unsere Welt erklären kann, desto weniger Berechtigung hat Gott als Erklärung für diese Welt.

Zugleich lässt sich aber auch beobachten, dass renommierte Naturwissenschaftler wie Steven Hawking nicht bei ihren Leisten als Naturwissenschaftler bleiben, sondern mit ihren Erklärungen in den weltanschaulichen, sogar religiösen Bereich vordringen: Hawking meint definieren zu können, wer und was Gott noch sein kann, wenn die Physik die grossen Fragen der Menschheit geklärt hat… Noch deutlicher hat der Ruf nach «der Wissenschaft» in der Zeit der Corona-Pandemie quasi-religiöse Züge angenommen: «Follow the Science» wurde zum Schlachtruf gegen Schwurbler und Querdenker und führte teilweise zu einer ganz unwissenschaftlichen Verehrung und Überschätzung der Naturwissenschaften – ein Punkt, der in der nächsten Folge weiter zur Sprache kommen wird…;-)

Über diesen Podcast

Was heisst das eigentlich, Christ zu sein? Woran glauben Christen und was können sie getrost aufgeben? Logisch, dass sich Manuel Schmid & Stephan Jütte dabei nicht immer einig sind. Aber sie versuchen in diesem Podcast zusammen herauszufinden, was für sie wirklich zählt und was ihnen eher im Weg steht. Und klar: Beide wissen es auch nicht wirklich. Aber vielleicht regt es dich an zum Mitdenken. Oder es regt dich auf und du magst mit ihnen streiten. Oder du schreibst ihnen einfach mal, was du nicht mehr glauben kannst oder musst oder willst.

von und mit Manuel Schmid & Stephan Jütte

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