Ausgeglaubt: ein RefLab-Podcast

Ausgeglaubt: ein RefLab-Podcast

«Amazing Grace»

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Es ist schwierig, sich von diesem Lied nicht berühren zu lassen. «Amazing Grace» zählt zu den bekanntesten und emotionalsten Kirchenliedern überhaupt. Mahalia Jackson, Aretha Franklin, Janis Joplin, Elvis Presley, Johnny Cash, Rod Stewart, Céline Dion, Katie Melua und sogar (ach du Schreck) David Hasselhoff haben das Lied interpretiert – und natürlich gehört es auch zu den beliebtesten Songs von Gospelchören rund um den Globus.
Dabei hat der Song eine faszinierende und ungewöhnliche Geschichte: Sein Text wurde im 18. Jahrhundert ausgerechnet vom Kapitän eines Sklavenschiffes gedichtet. Unterwegs auf hoher See überlebte er mit seiner Crew einen furchtbaren Sturm und bekehrte sich aufgrund dieser Rettungserfahrung zum Christentum. Erst 30 Jahre später hat er sich allerdings vom Sklavenhandel abgewendet und ist – gewissermassen auf dem zweiten Bildungsweg – anglikanischer Priester geworden. Mit dem Lied «Amazing Grace» blickt Newton auf sein Leben zurück und fasst seinen geistlichen Weg in Worte.
Die Geschichte und der Inhalt dieses Liedes geben Manuel und Stephan genügend Futter für eine angeregte Diskussion über die Erfahrung der Gnade Gottes, über eine problematische Bekehrungsfrömmigkeit und bedenkliche Jenseitsvorstellungen, die auch in diesem Lied Einzug gefunden haben…
Eine Folge, über die ihr euch freuen könnt!;-)

«Oh Happy Day»

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Dieser Folge von «Ausgeglaubt» klopft den ersten von drei Gospel-Songs auf seine Geschichte und Bedeutung hin ab. «O Happy Day» fällt dabei allerdings ein bisschen aus der Reihe, da es sich um ein englisches Kirchenlied aus dem 18. Jahrhundert handelt, das erst durch das neue Arrangement des schwarzen Pianisten Edwin Hawkins im Jahr 1969 zum internationalen Hit wurde.
Stephan und Manuel unterhalten sich über die mitreissende Kraft von Gospelsongs, über die beiden «Sister Act»-Filme, die das Genre weltweit wieder aufleben liessen – und über den Text von «O Happy Day», der doch eigentlich aus der Zeit gefallen ist. Dabei kommt es auch zur angeregten Auseinandersetzung um die christliche Taufe, die im Hintergrund dieses Liedes steht… viel Spass mit dieser Folge – und spätestens zu diesem Zeitpunkt legen wir euch nahe, doch mal in die Spotify-Playlist reinzuschauen (siehe Shownotes)!

Traditionelle Kirchenlieder (Gespräch mit Andreas Marti)

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Nachdem Stephan und Manuel drei absolute Klassiker unter den Kirchenliedern diskutiert haben, kommt in dieser Folge auch jemand zu Wort, der tatsächlich etwas von Musik versteht…;-) Die beiden unterhalten sich mit dem Hymnologen, Kirchenmusiker und Theologen Andreas Marti über den Schatz traditioneller Kirchenlieder. Der streitbare Experte nimmt kein Blatt vor den Mund, spricht auch über misslungene Lieder, verlorene Einsichten und über die Fähigkeit der Musik, geistliche Erfahrungsräume zu öffnen und einer Verkopfung des Glaubens entgegenzuwirken.

«Grosser Gott wir loben dich»

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Dieses Lied geht an den wenigsten vorbei: «Grosser Gott wir loben dich» gehört zu den verbreitetsten Kirchenliedern überhaupt. Ursprünglich geht es auf den lateinischen Hymnus «Te Deum» zurück, ein Gotteslob aus dem 4. Jahrhundert. Seit dem 19. Jahrhundert wird es in fast allen Konfessionen gesungen, ist in Übersetzungen um die ganze Welt gegangen – und hat eine Reihe von musikalischen und textlichen Überarbeitungen erfahren.
Von den Deutschen Christen wurde es im zweiten Weltkrieg nationalsozialistisch umgedeutet. Der Schweizer Pfarrer Karl von Greyerz hat dem Lied nach dem Ersten Weltkrieg einen pazifistischen, sozialistischen und anti-kapitalistischen Text gegeben.
Manuel und Stephan können ihre Faszination für dieses Lied nur schwer verbergen. In einer kurzlebigen, sich rasant verändernden Welt steht ein Hymnus, der seit über 1600 Jahren von Christen gesungen wird und uns fast mit der ganzen Kirchengeschichte verbindet, irgendwie quer in der Landschaft. Die hymnische, erhabene Melodie trägt dazu bei, dass dieses Lied bei vielen Gänsehaut auslöst. Vernebeln solche Gefühle aber den Text, und können sie auch für niedere Motive missbraucht werden?
Über diese und andere Fragen diskutieren Stephan und Manuel in dieser Folge…

«O Haupt voll Blut und Wunden»

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Und weiter geht's mit der aktuellen Staffel von «Ausgeglaubt» – heute mit einer Diskussion des wohl bekanntesten deutschsprachigen Passionslied überhaupt: «O Haupt voll Blut und Wunden» von Paul Gerhard. Das Lied wird in verschiedenen Konfessionen gesungen und malt uns das Leiden Christi sehr (zu?) anschaulich vor Augen.
Stephan und Manuel diskutieren die Fremdheit, aber auch die Faszination dieses Liedes. Dabei kommen sie auf die Tabuisierung von Leiden und Tod in unserer Zeit zu sprechen – und auf das von Verlusterfahrungen erfüllte Leben des Dichters Paul Gerhard.
Stephan ist von dem Lied begeistert und will es auch nicht einfach im Gedanken des stellvertretenden Strafleidens aufgehen lassen. Er findet darin ein grandioses Beziehungsangebot Gottes. Manuel hat mehr Mühe damit, vor allem weil er sich an die Leidens-Pornographie um Mel Gibsons Film «The Passion» noch sehr lebhaft erinnert.
Den Trost des Liedes wollen sich aber beide gerne zusprechen lassen – denn wer möchte nicht gern «wohl sterben», wie es in der letzten Strophe heisst?

«Ein feste Burg ist unser Gott»

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We are back! Ausgeglaubt geht in eine neue Staffel – und diesmal haben wir uns die grossen Lieder der Christenheit vorgenommen. Bestimmte Lieder prägen eine ganze Generation von Christ:innen oder überdauern Jahrhunderte. Sie erzählen uns etwas über das Verständnis des Glaubens in diesen Zeiten, sie laden aber auch zur Kritik ein.
Heute starten wir mit dem Reformations-Klassiker schlechthin ein: Martin Luthers Gassenhauer «Ein feste Burg ist unser Gott». Das Lied hat eine faszinierende Rezeptionsgeschichte in den vergangenen Jahrhunderten geschrieben. Es wurde in verschiedenen Kriegen als Kampfeslied zur Ermunterung deutscher Soldaten gesungen, aber auch in aufklärerischer oder sozialistischer Absicht umgeschrieben. Manuel und Stephan unterhalten sich über das dahinterstehende dualistische Weltbild, über die Frage, ob uns heute der trotzig-kämpferische Charakter des Glaubens abhanden gekommen ist – und über das Problem, dass wir uns meistens selbstverständlich zum richtigen Team zählen und mit den Fingern auf die anderen zeigen…

Paulo Coelho: Der Alchimist

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Es nimmt kein Ende mit den Spezialfolgen dieser Staffel: Nach dem fulminanten Rückblick mit Thorsten Dietz hängen Manuel und Stephan hier noch eine Folge zum Weltbestseller «Der Alchimist» von Paulo Coelho an. Das Buch wurde gegen 100 Mio Mal verkauft und ist zur meistübersetzten Erzählung der Literaturgeschichte geworden.
In dieser Folge gehen Manuel und Stephan dem Geheimnis des Romans auf die Spur und klopfen ihn nach seinen religiösen Prämissen ab. Gibt es eine Weltseele, die uns durch alltägliche Zeichen auf unserem persönlichen Lebensweg begleitet? Ist es hilfreich, an einen individuellen Traum zu glauben, den es zu verwirklichen gilt – und wo liegen die Probleme einer solchen Lebensphilosophie? Stephan und Manuel sind sich mal wieder nicht wirklich einig… was das Gespräch aber umso interessanter macht.

Anmerkung: Diese Folge wurde an unserem RefLab-Sommerfest live aufgezeichnet – was auch die Lacher und Nebengeräusche im Hintergrund erklärt…;-)

Thorsten Dietz: Die grosse Buch-Revue

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Am Ende unserer Buchstaffel treffen wir Thorsten Dietz um ein wenig Ordnung in unsere Leseeindrücke zu bringen. Wir sprechen über Highlights und Tiefpunkte, wesentliche Strömungen und grosse Umbrüche auf dem geistlichen Markt.
Nächste Woche gibt es eine Urlaubsfolge – viel Spass ;-)

Manuel Schmid: Gott hat keinen Plan für dein Leben

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Die heutige Folge von «Ausgeglaubt» fällt aus der Reihe: Stephan redet mit Manuel über sein neustes Buch mit dem Titel «Gott hat keinen Plan für dein Leben – aber 1000 Möglichkeiten, mit dir ans Ziel zu kommen».
Das Gespräch führt sie vom Glauben an die Vorsehung Gottes über die Crux der Leidfrage bis zur Hoffnung auf ein gutes Ende der Geschichte. Stephan ringt Manuel ein Bekenntnis zu einem «christlichen Nihilismus» ab, der das Motto «Shit happens» mit der Gewissheit verbindet, dass Gott uns trotzdem nicht im Stich lässt.
Und ein paar Deterministen-Witze sind auch mit dabei…;-)

Tim LaHaye & Jerry B. Jenkins: Das Finale

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Ok, heute haben wir beide gelitten. Der Bestseller «Das Finale» (auf Englisch «Left Behind») aus dem Jahr 1995 hat es uns aber auch nicht leicht gemacht. Das Buch (das in den Folgejahren zur 16-teiligen Buchreihe angeschwollen ist) erzählt die Folgegeschichte der sog. «Entrückung». Damit ist ein apokalyptisches Ereignis gemeint, das nach Auffassung vieler evangelikaler Christen in der «Endzeit» auf uns wartet: Alle wahrhaft Gläubigen werden dann in einem einzigen Augenblick vom Erdboden verschwinden – und den ungläubigen Rest der Menschheit für die «grosse Trübsal» zurücklassen. Eine neue, widergöttliche Weltordnung wird dann aufgerichtet, und der Antichrist kommt an die Macht und zieht die Weltbevölkerung in seinen Bann…
Manuel und Stephan sind sich schnell einig, dass mit diesem Buch so ziemlich nichts stimmt. Besonders übel stösst der unverhohlene Eskapismus auf: Christen werden in himmlische Sphären entrückt, während der Rest der Welt an den A… geht. Das lässt sich biblisch in keiner Weise rechtfertigen und ist auch theologisch hochproblematisch. Sollten wir uns als Christinnen und Christen nicht vielmehr fragen, wie wir diese diesseitige Welt für alle (!) Menschen zu einem besseren Ort machen könnten? Ein spannendes, humorvolles und stellenweise sicher auch etwas zynisches Gespräch ist euch sicher…

Und schliesslich wollen wir euch auch das unübertrefflich klare Fazit, das der Theologe Jürgen Moltmann aus der Lektüre des Buches zieht, nicht vorenthalten:

«Die Zukunft Christi findet auf Erden statt, nicht im Himmel. Es wäre also besser, die Glaubenden blieben der Erde auch in Katastrophen treu und würden sich nicht ins Jenseits flüchten. Der fromme Entrückungstraum dagegen enthält eine Resignation, die diese Erde der Vernichtung preisgibt. Wer in seinem Glauben andere "zurücklässt", verlässt sie. Das kann weder eine gesegnete Hoffnung sein, noch etwas mit Liebe zu tun haben. Schließlich: Ein Gott, der nur darauf wartet, christliche Besatzungen aus ihren Flugzeugen zu "entrücken", damit diese abstürzen und Tausende Menschen getötet werden, kann kein Gott sein, dem man vertrauen kann. Das ist eher der üble Abgott einer krankhaften Weltverachtung.»
(aus: Jürgen Moltmann, Die Endzeit hat begonnen, Die Zeit, Nr. 51, 2002)

Über diesen Podcast

Was heisst das eigentlich, Christ zu sein? Woran glauben Christen und was können sie getrost aufgeben? Logisch, dass sich Manuel Schmid & Stephan Jütte dabei nicht immer einig sind. Aber sie versuchen in diesem Podcast zusammen herauszufinden, was für sie wirklich zählt und was ihnen eher im Weg steht. Und klar: Beide wissen es auch nicht wirklich. Aber vielleicht regt es dich an zum Mitdenken. Oder es regt dich auf und du magst mit ihnen streiten. Oder du schreibst ihnen einfach mal, was du nicht mehr glauben kannst oder musst oder willst.

von und mit Manuel Schmid & Stephan Jütte

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